Unsere Wirtschaftsunternehmen und Dienstleistungseinrichtungen sind bestens organisiert, haben klare Organisationen und sind leistungsfähig. Auf der anderen Seite prägen Firmenpleiten, Massenentlassungen, Management-Fehlleistungen, laufende Reorganisationen und Umstrukturierungen, Trends wie Re-engineering, Lean Management, Time Based Competition, Supply Chain Orientierung die Nachrichten. Wie passt dies zusammen? Warum gibt es so viele Ansätze, sich auf die Geschäftsprozesse zu konzentrieren und diese zu verbessern? Wie funktionieren eigentlich Prozesse oder Abläufe im Unternehmen? Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Groß-, Mittel-, Klein- und Kleinstunternehmen?
Je größer ein Unternehmen, desto stärker ist es in Funktionen gegliedert. Umso schwerer können Prozesse identifiziert und gesteuert werden. Umso schwieriger ist Kundenorientierung durchzusetzen. Da die Leistungserbringung für den Kunden (Geldquelle) im Unternehmen in Prozessen (Abläufen) erfolgt, ist die Betrachtung der eigenen Prozesswelt unerlässlich – unabhängig von der Größe. Für produzierende Unternehmen ist dies bereits relativ geläufig. Dienstleistungsunternehmen haben hier noch stärkeren Nachholbedarf.
Teil 1 zeigt das Zusammenwirken von Funktionen im Unternehmen mit den funktionsübergreifenden Prozessen. Aufgezeigt wird, wie Wertschöpfung entsteht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Abläufe wirken funktionsübergreifend
- Rolle der Funktion im Unternehmen
- Der Prozess im Unternehmen
- Wertschöpfung
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text "Geschäftsprozesse im Unternehmen" befasst sich mit der Bedeutung von Prozessen für die erfolgreiche Unternehmensführung. Dabei wird die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Prozessorientierung und die Überwindung von traditionellen, funktionsorientierten Strukturen betont. Der Autor stellt die Herausforderungen und Chancen einer Prozessoptimierung dar und beleuchtet die Bedeutung von Kundenorientierung, Wertschöpfung und Prozessmanagement.
- Die Bedeutung von Prozessen für die Unternehmensleistung
- Die Überwindung von Funktions- und Abteilungsdenken
- Kunde- und Systemkundenbeziehungen in Prozessen
- Prozessoptimierung und Wertschöpfung
- Das Verhältnis von Funktionen und Prozessen im Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Text beginnt mit einer Einleitung, in der die Herausforderungen und Chancen der Prozessorientierung im Unternehmenskontext dargelegt werden. Die Bedeutung von Kundenorientierung und die Notwendigkeit, Prozesse zu identifizieren und zu optimieren, wird betont. Die Einleitung beleuchtet die Unterschiede zwischen verschiedenen Unternehmensgrößen und die wachsende Bedeutung von Prozessmanagement in der heutigen Wirtschaftswelt.
Abläufe wirken funktionsübergreifend
Dieses Kapitel beleuchtet die Funktionsweise von Abläufen (Prozessen) in Unternehmen. Die traditionelle, funktionale Organisation, die die vertikale Optimierung von Abteilungen fördert, wird als Hindernis für die horizontale Optimierung von Prozessen dargestellt. Die Entstehung dieses Modells wird auf den Taylorschen Ansatz der Arbeitsteilung zurückgeführt. Der Text argumentiert, dass eine kundenorientierte Unternehmensführung eine prozessorientierte Organisation erfordert, die innere Abteilungsgrenzen überwindet und die etablierten Strukturen teilweise drastisch verändert.
Rolle der Funktion im Unternehmen
Dieses Kapitel befasst sich mit der Rolle von Funktionen in Unternehmen. Es wird erläutert, dass Unternehmen meist funktional aufgebaut sind, um in Funktionen zu arbeiten und diese zu optimieren. Die Vorteile dieses funktionalen Aufbaus werden dargestellt, gleichzeitig aber auch die Nachteile wie fragmentierte Prozesse, fehlendes Prozessmanagement und fehlende Prozessqualität beleuchtet. Der Text zeigt die Herausforderungen auf, die sich aus der funktionalen Orientierung für das Prozessmanagement ergeben.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Fokusthemen des Textes sind: Geschäftsprozesse, Prozessmanagement, Wertschöpfung, Kundenorientierung, Funktionsübergreifende Prozesse, Unternehmensprozesse, Prozessoptimierung, Prozesshemmnisse, Prozessqualität, Prozesskunde, Systemkunde.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Funktion und einem Prozess?
Funktionen sind spezialisierte Abteilungen (z.B. Marketing, Produktion), während Prozesse die abteilungsübergreifenden Abläufe beschreiben, die zur Erbringung einer Kundenleistung führen.
Warum ist reines Abteilungsdenken für Unternehmen schädlich?
Abteilungsdenken (Silo-Mentalität) führt zu fragmentierten Prozessen, Informationsverlusten an Schnittstellen und einer mangelnden Orientierung am tatsächlichen Kundenbedürfnis.
Was bedeutet Wertschöpfung im Prozessmanagement?
Wertschöpfung entsteht durch Aktivitäten innerhalb eines Prozesses, für die der Kunde bereit ist zu zahlen, da sie das Produkt oder die Dienstleistung direkt verbessern.
Was ist ein „Systemkunde“?
Ein Systemkunde ist ein interner Empfänger einer Teilleistung innerhalb des Unternehmens. Jeder Mitarbeiter ist in einer Prozesskette sowohl Lieferant als auch Kunde.
Warum haben Dienstleistungsunternehmen oft Nachholbedarf bei Prozessen?
Während in der Produktion Abläufe oft physisch sichtbar sind, sind sie in Dienstleistungsunternehmen oft immateriell und weniger standardisiert, was ihre Identifikation und Steuerung erschwert.
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- Dr. Robert Freidinger (Author), 2006, Geschäftsprozesse im Unternehmen - Teil 1 - Prozess, Funktion und Wertschöpfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26138