Anhand zweier Begriffspaare (Tafel) sollen die Tn im Plenum beurteilen, ob und warum das Bezeichnete eine Ausprägung von Kultur ist bzw. nicht ist: Regenwald (Natur) - Bannwald (Kultur), Nahrungssuche (angeboren) - Restaurant (kulturell geformt, erlernt)
Anhand folgender Begriffspaare sollen sich die Tn Differenzierungsmöglichkeiten des Kulturbegriffs erarbeiten. Dazu sollen sie sich in Gruppen zu ca. 6 Personen aufteilen, wobei jede Gruppe 16 Karten mit den jeweiligen Begriffen und einen Bogen Packpapier bekommt. Anschließend besteht die Aufgabe darin, frei assoziierend die Begriffe in Paare zu ordnen. Danach sollen die Gruppen erklären, warum sie die jeweilige Paarbildung vorgenommen haben. Erläuterungen anhand übergeordneter Kategorien gibt zuletzt die Gl. Mona Lisa (Kunst, Kultur) - „Smiley“ (Kultur) [materielle Kulturausprägungen], Musikantenstadl (Volkskultur) - Salzburger Festspiele (Hochkultur) [immaterielle Kulturausprägungen], Montgomery Burns (Unternehmerkultur) - Homer Simpson (Arbeiterkultur) [Klasse], Wiener Philharmoniker (Männerkultur) - Frauencafé im ArbeiterInnenbegegnungszentrum (Frauenkultur, Arbeiterinnen) [Geschlecht], Raver (Jugendkultur) - Seniorenbund (Seniorenkultur) [Alter], Jungschar (Jugend, katholisch) - „Bibelforscher“ (Zeugen Jehovas) [Religion], Bierzelt (Landkultur) -Theater (Stadtkultur) [Region], „österreichische“ Kultur - „ausländische“ Kultur [ethnische Zugehörigkeit]
Inhaltsverzeichnis
- A) Kulturen
- a 1) „Kulturquiz“
- a 2) Definition im engeren Sinn
- B) Multi-, Inter-, Transkulturalismus
- C) Das „Fremde“ - Verstehensarten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Workshop verfolgt das Ziel, zentrale Begriffe im Kontext von kultureller Diversität zu definieren und zu differenzieren. Er soll Teilnehmende befähigen, die Konzepte von Kultur, Multi-, Inter- und Transkulturalismus sowie die Begegnung mit dem „Fremden“ zu verstehen.
- Definition und Abgrenzung des Kulturbegriffs
- Analyse und Vergleich von Multi-, Inter- und Transkulturalismus
- Verstehensarten des „Fremden“
- Kulturelle Vielfalt als gesellschaftliche und interpersonelle Herausforderung
- Reflexion eigener kultureller Prägungen und interkulturelle Kompetenzen
Zusammenfassung der Kapitel
A) Kulturen:
Das Kapitel beginnt mit einem „Kulturquiz“, das Teilnehmende dazu anregt, den Kulturbegriff anhand von Beispielen zu analysieren. Anschließend wird eine engere Definition von Kultur vorgestellt, die auf Leitvorstellungen, Lebensformen und geformte Lebensbedingungen einer Gruppe fokussiert. Diese Definition wird anhand von Beispielen aus der Lebenswelt der Teilnehmenden veranschaulicht.
B) Multi-, Inter-, Transkulturalismus:
Dieses Kapitel beleuchtet die Interaktion von Kulturen und stellt die Konzepte von Multi-, Inter- und Transkulturalismus vor. Die Bedeutung dieser Begriffe wird sowohl in Bezug auf gesellschaftliche Strukturen als auch auf die interpersonelle Kommunikation erläutert.
Schlüsselwörter
Der Workshop konzentriert sich auf die zentralen Begriffe Kultur, Multi-, Inter- und Transkulturalismus sowie das „Fremde“. Es werden verschiedene Perspektiven auf diese Themen behandelt, die von Definitionen über konkrete Beispiele bis hin zu den Herausforderungen der interkulturellen Kommunikation reichen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Multikulturalismus und Transkulturalismus?
Multikulturalismus beschreibt das Nebeneinander verschiedener Kulturen, während Transkulturalismus die Durchdringung und Vermischung von Kulturen betont, bei der neue Identitäten entstehen.
Wie wird „Kultur“ im engeren Sinn definiert?
Kultur umfasst die erlernten Leitvorstellungen, Lebensformen und geformten Bedingungen einer sozialen Gruppe, im Gegensatz zu rein natürlichen oder angeborenen Verhaltensweisen.
Was sind materielle Kulturausprägungen?
Dazu gehören greifbare Produkte wie Kunstwerke (z.B. die Mona Lisa) oder Symbole (z.B. der Smiley).
Welche Rolle spielen Teilkulturen wie Jugend- oder Seniorenkultur?
Kultur ist nicht nur national; sie differenziert sich nach Alter, Klasse, Geschlecht, Religion und Region, was zu einer hohen Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft führt.
Was bedeutet das Verstehen des „Fremden“?
Es beschreibt die Auseinandersetzung mit unbekannten kulturellen Prägungen und die Entwicklung von Kompetenzen, um Missverständnisse in der interkulturellen Begegnung zu reduzieren.
- Arbeit zitieren
- Erich Gamsjäger (Autor:in), 2001, Kultur-Workshop - Die kulturellen Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24067