Die Ausarbeitung setzt sich mit dem vielschichtigen Begriff Erziehung auseinander. Vorgestellt werden verschiedene, in der Wissenschaft vertretende, Ansätze den Begriff zu verstehen oder zu nutzen.
Begriffsklärung „Erziehung“
Der Begriff „Erziehung“ unterliegt zahlreichen Deutungen und Definitionen. Eine allumfassende Begriffsbestimmung ist durch das Vorhandensein zahlloser Interpretationsmöglichkeiten der „Erziehung“ unmöglich zu realisieren.[1] Herkömmliche Lexika, etwa der Brockhaus, welcher Erziehung als „ Unterstützung und Förderung des heranwachsenden Menschen, die ihn in seiner geistigen und charakterlichen Entwicklung befähigen soll, sich sozial zu verhalten und als selbstständiger Mensch eigenverantwortlich zu handeln“[2] beschreibt, beleuchten häufig nur einen Aspekt dieses komplexen Begriffs. Ziel dieses Essays ist es daher, auf weitere Perspektiven des Erziehungsbegriffs einzugehen und die soziologische, psychologische und pädagogische Sichtweise auf die „Erziehung“ vorzustellen.
Die Soziologin Ellen Diederich, welche den soziologischen Aspekt des Begriffs „Erziehung“ beleuchtet, definiert diesen nicht direkt, sondern beschreibt mehrere Formen der Erziehung. So unterscheidet sie zwischen formaler und informaler, funktionaler und intentionaler, kompensatorischer und permanenter Erziehung. Formale Erziehung definiert sie als „ Erziehungsprozesse, die innerhalb des geplanten Funktionsbereichs von Erziehungsinstitutionen ablaufen“[3]. Erziehungsprozesse außerhalb dieser Institutionen bezeichnet Diederich als informale Erziehung. Funktionale Erziehung umschreibt die Soziologin als „ die Gesamtheit der persönlichkeitsprägenden Einflüsse, denen das Kind in seiner sozialen Umgebung unterliegt, ohne daßsic diese immer erzieherisch beabsichtigt sein müssen“[4]. Alle Einflüsse, die bewusst erzieherisch wirken, vor allem von Bildungsinstitutionen ausgehend, werden unter dem Begriff intentionale Erziehung verstanden[5].
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[1] Vgl.: Kron, Friedrich W.: Grundwissen Pädagogik. 7. Auflage, München 2009, S. 44.
[2] Siehe: Brockhaus Enzyklopädie. 9. Auflage, Leipzig 2000, S. 253.
[3] Siehe: Fuchs, Werner u.A. (Hrsg): Lexikon zur Soziologie, Reinbeck 1975, S. 181.
[4] Siehe: ebd., S. 181.
[5] Vgl.: ebd., S. 181.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff Erziehung laut Brockhaus?
Laut Brockhaus wird Erziehung als Unterstützung und Förderung des heranwachsenden Menschen definiert, die ihn befähigen soll, sich sozial zu verhalten und als selbstständiger Mensch eigenverantwortlich zu handeln.
Warum ist eine allumfassende Definition von Erziehung schwierig?
Eine allgemeingültige Begriffsbestimmung ist nahezu unmöglich, da es zahllose Interpretationsmöglichkeiten gibt und verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Soziologie, Psychologie und Pädagogik unterschiedliche Sichtweisen einnehmen.
Wie unterscheidet Ellen Diederich zwischen formaler und informaler Erziehung?
Formale Erziehung findet innerhalb geplanter Funktionsbereiche von Erziehungsinstitutionen statt, während informale Erziehung alle Prozesse außerhalb dieser Institutionen umfasst.
Was versteht man unter funktionaler Erziehung?
Funktionale Erziehung umschreibt die Gesamtheit der persönlichkeitsprägenden Einflüsse in einer sozialen Umgebung, ohne dass diese explizit beabsichtigt sein müssen.
Was kennzeichnet die intentionale Erziehung?
Unter intentionaler Erziehung versteht man alle Einflüsse, die bewusst erzieherisch wirken, wobei diese meist von Bildungsinstitutionen ausgehen.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven auf den Erziehungsbegriff werden im Essay behandelt?
Das Essay stellt die soziologische, psychologische und pädagogische Sichtweise auf den Begriff der Erziehung vor.
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- David Frieten (Autor), 2011, Der Begriff "Erziehung", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/233549