Bereits ein kurzer Blick auf das Fernseh- oder Radioprogramm zeigt: Serien erfreuen sich großer Beliebtheit, seit geraumer Zeit stehen serielle Erzählungen hoch im Kurs. Vorzufinden sind diverse Ansätze für eine Definition der Serie und der Serialität. Mehrere Forscher kommen zu der Aussage, dass Serialität unterschiedlich ausfallen könne, so dass diverse Aspekte zu berücksichtigen und Typen zu unterscheiden seien. Daraus entwickelt sich die Frage, ob Serialität auch innerhalb eines Mediums und einer Erzählform unterschiedlich ausfallen kann. Zur Beantwortung werden die Theorien dargelegt und auf die Primärliteratur dieser Praxishausarbeit transferiert. Diese besteht aus den zwei Fortsetzungsgeschichten „Hyper League“ und „Deep
Under“, wie sie 2009 bis 2010 in der Anime-Zeitschrift „Kids Zone“ als Werke
der Verfasserin dieser Hausarbeit unter dem Künstlernamen André Linke
erschienen sind. Mit den hier gegebenen Fortsetzungskurzgeschichten in
Abgrenzung zum längeren Fortsetzungsroman beziehungsweise Feuilletonroman
wird eine kaum auf Serialität untersuchte Erzählform behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Serie in ihrer allgemeinen Form
2.1. Serie versus Reihe versus Zyklus
2.2. Serialität definiert durch Typen und Aspekte
3. Speziell seriell: Die Fortsetzungsgeschichte
3.1. Fortsetzungs- und Feuilletonroman
3.2. Fortsetzungskurzgeschichten als kindgerechte Serien
4. Serie ist nicht gleich Serie – das Beispiel „Kids Zone“
4.1. Wiederholung für Orientierung und Zufriedenheit
4.2. Variation für Spannung und Neugier
4.3. Cliffhanger – offene Enden für den Wunsch nach mehr
4.4. Selbstreferenzialität und Intertextualität
4.5. Das Potenzial zur Unendlichkeit
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Serialität innerhalb von Fortsetzungskurzgeschichten und prüft, inwieweit etablierte Theorien zur Serie, die primär auf TV-Formate oder Feuilletonromane ausgerichtet sind, auf dieses spezifische Kurzprosa-Format übertragbar sind. Das primäre Forschungsziel ist die Analyse von Serialitäts-Kriterien in zwei konkreten Beispielen („Hyper League“ und „Deep Under“) aus der Anime-Zeitschrift „Kids Zone“.
- Grundlagen der Serialität und Definitionen von Serie, Reihe und Zyklus
- Die Spezifik des Feuilletonromans im Vergleich zu Kurzprosa
- Analyse von Serialitäts-Kriterien (Wiederholung, Variation, Cliffhanger)
- Einfluss von Selbstreferenzialität und Intertextualität in seriellen Erzählungen
- Prüfung des Potenzials zur Unendlichkeit bei begrenzten Textformaten
Auszug aus dem Buch
4.1. Wiederholung für Orientierung und Zufriedenheit
Alles Wiederholte in einer Serie, ob nun inhaltlich oder formal, komme dem Leser nach einiger Zeit vertraut vor, so dass ihm dieses Erfüllen alter Erwartungen in ihm ein Gefühl der Zufriedenheit beziehungsweise des Trostes auslöse und dadurch Unterhaltung sowie trotz der von Folge zu Folge variierenden Elemente Orientierung biete. In einer seriellen Erzählung kann Wiederholung auf mehrere Arten erzeugt werden, durch verschiedene Formen von Gleichmäßigkeit sowie von Regelmäßigkeit.
So finden sich sowohl in „Hyper League“ als auch in „Deep Under“ bereits Formen der Wiederholung in dem, was die Anime-Zeitschrift „Kids Zone“ als Periodikum vorgibt: Die acht Episoden der ersten Geschichte und auch die 16 Episoden der zweiten erschienen hintereinander, ohne eine Ausgabe auszulassen, im 14-Tage-Takt, stets bei gleichem Umfang von maximal 5.000 Zeichen und – mit nur einer Ausnahme – immer auf der gleichen Seite des Magazins. Leser können sich dadurch schnell an die Fortsetzungsgeschichten gewöhnen und sie ebenso zügig in anderen Ausgaben wiederfinden.
Orientierung bieten auch die je Fortsetzungsgeschichte identisch bleibenden Textbausteine um die eigentliche Geschichte herum. Bei „Hyper League“ findet sich in jeder Folge an gleicher Stelle und in gleicher Aufmachung eine knappe Einleitung samt Autorenvorstellung: „André Linke – Die Manga-Autorin entführt euch in ein spannendes Cross-over eurer Lieblingshelden. Mehr über André findet ihr auf www.andrelinke.de“. Auch die zwei Sätze nach einer jeden Folge ver-ändern sich nicht: „Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Dann seid auch nächstes Mal dabei!“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz serieller Erzählungen ein und formuliert das Ziel, Definitionen von Serialität auf Fortsetzungskurzgeschichten zu übertragen.
2. Die Serie in ihrer allgemeinen Form: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Grundlagen, indem es Begriffe wie Serie, Reihe und Zyklus abgrenzt und zentrale Aspekte serieller Narration definiert.
3. Speziell seriell: Die Fortsetzungsgeschichte: Der Fokus liegt hier auf dem Fortsetzungsroman und dessen Übertragung auf die Kurzgeschichte als kindgerechte, serielle Erzählform.
4. Serie ist nicht gleich Serie – das Beispiel „Kids Zone“: Anhand der Primärliteratur „Hyper League“ und „Deep Under“ wird die Anwendung von Serialitäts-Kriterien in der Praxis analysiert.
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um zu bestätigen, dass auch Kurzprosa wesentliche Serialitäts-Merkmale aufweist, und es wird ein Ausblick auf zukünftige Forschung gegeben.
Schlüsselwörter
Serialität, Serie, Fortsetzungskurzgeschichte, Feuilletonroman, Wiederholung, Variation, Cliffhanger, Selbstreferenzialität, Intertextualität, Kids Zone, Erzählstruktur, Medienwissenschaft, Leserbindung, Anime, Kurzprosa.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Serialität am Beispiel von zwei Fortsetzungsgeschichten, die in der Anime-Zeitschrift „Kids Zone“ veröffentlicht wurden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die theoretische Definition von Serialität sowie deren praktische Ausprägung in unterschiedlichen Erzählformen, speziell in der seriellen Kurzprosa.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass serielle Kurzgeschichten trotz ihres kurzen Umfangs komplexe Serialitäts-Mechanismen nutzen und somit eine ernstzunehmende Erzählform darstellen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur, die anschließend auf eine konkrete Primärliteratur – zwei Fortsetzungsgeschichten der Verfasserin – transferiert und analysiert wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Merkmale wie Wiederholung, Variation, Cliffhanger sowie Selbstreferenzialität und Intertextualität anhand der gewählten Fallbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Serialität, Fortsetzungskurzgeschichte, Medienwissenschaft und Erzählstruktur definieren.
Inwiefern unterscheidet sich „Deep Under“ von „Hyper League“?
„Deep Under“ weist eine noch höhere Anzahl an festen, wiederkehrenden Textbausteinen auf und nutzt Schauplatzvariationen sowie eine intensivere Cliffhanger-Methodik.
Welche Bedeutung haben Cliffhanger in diesem Kontext?
Sie dienen als zentrales Instrument der Leserbindung und geben der Fortsetzungsgeschichte eine feste Lese-Reihenfolge vor, indem sie Spannung über den Episodenwechsel hinweg aufrechterhalten.
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- André Linke (Autor), 2013, Wie es wohl weitergeht? Serialität einer Fortsetzungsgeschichte am Beispiel der Anime-Zeitschrift "Kids Zone", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232274