Wer beanspruchte das Recht, Martin Luthers Wirkungsgeschichte (um)zudeuten? Wie beeinflussten die politischen Rahmenbedingungen, auch innerhalb der Kirche, die Deutung des Reformators? Gerade im Nationalsozialismus galt es für diese, die eigene Position zu behaupten und zu stärken.
Lassen sich Kontinuitäten der Lutherinterpretation entdecken?
Inhaltsverzeichnis
- Die Instrumentalisierung Luthers seit dem 19. Jahrhundert
- Martin Luther im Deutschen Kaiserreich
- ,,Das Reich muss doch bestehen.' Das Kriegsjahr 1917 als Höhepunkt der propagandistischen Ausbeutung
- Die Situation der evangelischen Kirche im Jahr der Nationalsozialistischen Machtergreifung
- Das Scheitern der Reichskirche - Der Luthertag 1933
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Instrumentalisierung Martin Luthers im Deutschen Kaiserreich und im Nationalsozialismus. Sie befasst sich mit der Frage, wie die evangelische Kirche Luthers Werk und seine Person in verschiedenen politischen Kontexten nutzte und welche Auswirkungen dies auf das Verhältnis zwischen Kirche und Staat hatte.
- Kontinuität und Wandel in der Lutherinterpretation
- Die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus
- Die Instrumentalisierung Luthers für politische Zwecke
- Die Bedeutung von Lutherfeiern und Lutherjubiläen
- Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit der Instrumentalisierung Luthers seit dem 19. Jahrhundert und stellt die Relevanz seiner Person und seines Werkes für verschiedene gesellschaftliche Gruppen heraus. Im zweiten Kapitel wird die Instrumentalisierung Luthers im Deutschen Kaiserreich untersucht und die Verbindung zwischen Kirche und Staat deutlich. Im dritten Kapitel wird das Kriegsjahr 1917 als Höhepunkt der propagandistischen Ausbeutung Luthers beleuchtet. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Situation der evangelischen Kirche im Jahr der Nationalsozialistischen Machtergreifung.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Evangelische Kirche, Deutsches Kaiserreich, Nationalsozialismus, Instrumentalisierung, Kontinuität, Wandel, Kirche und Staat, Reformationsjubiläen, Lutherfeiern, Luthertag.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde Martin Luther im Deutschen Kaiserreich instrumentalisiert?
Luther wurde als nationales Symbol und zur Stärkung der Verbindung zwischen Thron und Altar genutzt, insbesondere um preußisch-deutsche Werte zu legitimieren.
Welche Rolle spielte das Lutherjahr 1917?
Mitten im Ersten Weltkrieg wurde das 400-jährige Reformationsjubiläum für Kriegspropaganda missbraucht, um den Durchhaltewillen der Bevölkerung religiös zu untermauern.
Wie deuteten die Nationalsozialisten Martin Luther?
Die Nationalsozialisten versuchten, Luther als deutschen „Kämpfer“ und Vorläufer ihrer Ideologie darzustellen, wobei sie besonders seine kirchenpolitischen und judenfeindlichen Schriften instrumentalisierten.
Was war der Luthertag 1933?
Der Luthertag 1933 markierte einen Versuch, die evangelische Kirche im Sinne der „Deutschen Christen“ gleichzuschalten und Luther für die neue staatliche Ordnung zu vereinnahmen.
Gibt es Kontinuitäten in der Lutherinterpretation?
Ja, die Arbeit zeigt, dass die Deutung Luthers oft stark von den jeweiligen politischen Machtverhältnissen und dem Wunsch nach nationaler Identität geprägt war.
- Arbeit zitieren
- Nils Wöhnl (Autor:in), 2012, Martin Luthers Wirkungsgeschichte im Deutschen Kaiserreich und im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208495