Die katholische Kirche ist Weltkirche – faktisch und auch von ihrem Wesen her. Doch neben den weltkirchlichen Entwicklungen gibt es auch den Prozess der Globalisierung und seine Vorläufer, den Kolonialismus. Diese haben zu einem Großteil der Ungleichheiten, finanziellen sowie politischen Ungerechtigkeiten beigetragen. Eine Kirche, die in der Welt ist und weltweit vertreten ist, hat die Aufgabe, sich gegen Tendenzen zu stellen, die Menschen unter-drücken und ausbeuten. Sie hat auch die Aufgabe, sich in ihrer eigenen Entwicklung nicht einfach von Globalisierungsprozessen leiten zu lassen, sondern sich insbesondere der Armen und in jeglicher Weise Geknechteten anzunehmen und ihre Theologie von ihnen her zu entfal-ten. Dies ist eine Kritik am europäischen Christentum, das vielerorts eine bürgerliche Wohl-standsreligion geworden ist. Häufig lässt Ignoranz und mangelnder Weitblich vergessen, dass gerade Europa in der Vergangenheit viel Unrecht begangen hat und Folgen dieses Unrechts bis heute nachwirken. Dies kann und darf in der katholischen Weltkirche nicht unterschlagen werden und bleibt auch weiterhin ein Gebot der Stunde für Theologie und Diakonie.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Katholizität
- Weltweite im II. Vatikanischen Konzil
- Realisierung von Weltkirche durch das II. Vatikanum
- Der Volk-Gottes-Begriff in Lumen Gentium
- Mission
- Missionspraxis in der Vergangenheit
- Prinzipien von Mission heute
- Realisierung von Weltkirche
- Kontextuelle Theologie
- Austausch von Ortskirchen
- Aufgaben Roms
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der katholischen Kirche als Weltkirche und untersucht die historischen und theologischen Dimensionen dieser Thematik. Die Arbeit beleuchtet insbesondere die Rolle des II. Vatikanischen Konzils für die Verwirklichung des weltkirchlichen Charakters der Kirche und analysiert den Begriff des „Volk Gottes“ in diesem Kontext. Darüber hinaus werden die Missionspraxis in der Vergangenheit und die Prinzipien von Mission heute diskutiert. Die Arbeit fokussiert sich auf den Austausch zwischen den Ortskirchen und die Aufgaben, die Rom in diesem Kontext hat.
- Die Rolle des II. Vatikanischen Konzils für die Verwirklichung des weltkirchlichen Charakters der Kirche
- Der Begriff des „Volk Gottes“ und seine Bedeutung für die Katholizität der Kirche
- Missionsverständnis im Wandel: Vom Kolonialismus zur dialogischen Begegnung
- Kontextuelle Theologie und die Bedeutung des Austauschs zwischen den Ortskirchen
- Aufgaben Roms im Kontext der Weltkirche
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik „Kirche als Weltkirche“ vor und beleuchtet die Bedeutung des Begriffs „Katholizität“ für die Kirche. Kapitel 3 geht auf die Bedeutung des II. Vatikanischen Konzils für die Verwirklichung der Weltkirche ein und analysiert den Volk-Gottes-Begriff in Lumen Gentium. Kapitel 4 untersucht die Missionspraxis in der Vergangenheit, die mit dem europäischen Kolonialismus eng verbunden war, und skizziert Prinzipien für eine zeitgemäße Mission. Im fünften Kapitel wird die Realisierung der Weltkirche anhand der kontextuellen Theologie, des Austauschs der Ortskirchen und der Aufgaben Roms beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit thematisiert die zentralen Konzepte Katholizität, Weltkirche, II. Vatikanisches Konzil, Volk Gottes, Mission, Kontextuelle Theologie, Austausch der Ortskirchen und die Rolle Roms. Sie untersucht das Zusammenspiel dieser Begriffe und ihre Relevanz für das Verständnis der katholischen Kirche im globalen Kontext. Darüber hinaus werden Themen wie Kolonialismus, interkultureller Dialog, religiöse Vielfalt, soziale Gerechtigkeit und die Überwindung von Eurozentrismus im Hinblick auf die Weltkirche betrachtet.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff „Weltkirche“?
Er beschreibt die katholische Kirche als eine weltweite Gemeinschaft, die über nationale und kulturelle Grenzen hinausgeht und in ihrer Wesenheit universell (katholisch) ist.
Welche Bedeutung hatte das II. Vatikanische Konzil für die Weltkirche?
Das Konzil (insb. Lumen Gentium) betonte das Bild der Kirche als „Volk Gottes“ und legte den Grundstein für eine stärkere Dezentralisierung und Anerkennung lokaler Kontexte.
Wie hat sich das Missionsverständnis verändert?
Früher war Mission oft eng mit dem Kolonialismus verknüpft. Heute wird Mission als dialogische Begegnung und Dienst an den Armen verstanden, ohne kulturelle Dominanz.
Was ist kontextuelle Theologie?
Eine Theologie, die die spezifischen sozialen, kulturellen und politischen Gegebenheiten einer Region (z. B. Befreiungstheologie in Lateinamerika) als Ausgangspunkt nimmt.
Welche Kritik wird am europäischen Christentum geäußert?
Die Arbeit kritisiert, dass das europäische Christentum teilweise zu einer „bürgerlichen Wohlstandsreligion“ geworden ist und die Perspektive der Armen weltweit vernachlässigt.
Welche Aufgaben hat Rom in der Weltkirche?
Rom fungiert als Zentrum der Einheit, soll aber gleichzeitig den Austausch zwischen den Ortskirchen fördern und die Vielfalt innerhalb der katholischen Identität wahren.
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- Johanna Bulin (Author), 2011, Kirche als Weltkirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204865