Business Intelligence-Systeme werden tief in die Geschäftstätigkeiten der Unternehmen integriert und erlangen aufgrund ihrer vielfältigen Verbesserungspotenziale einen hohen Stellenwert. Mit ihnen verbunden sind viele Problemfelder, die dazu führen können, dass das System nicht erfolgreich wird und den Erfolg des gesamten Unternehmen aufgrund der engen Verbundenheit beeinträchtigt. Deshalb muss das Unternehmen bei der Einführung und Nutzung eines solchen Systems unterstützt und mögliche Problemfelder durch Erfolgsfaktoren aufgezeigt werden. Das BI-System benötigt deshalb ein Umsetzungskonzept, Unterstützer im Management, ein Geschäftsszenario, sowie ein BI-Team oder Business Intelligence Competency Center (BICC), um innerhalb eines Projektmanagements das System möglichst benutzerorientiert einzubringen. Innerhalb dieser organisatorischen Linien müssen verschiedene Aspekte beachtet werden, damit die Rahmenbedingungen stimmen. Anschließend müssen technische Faktoren Berücksichtigung finden: Daten- und Nutzeranalysen versuchen das System übersichtlich zuhalten, während ETL-Prozesse und Data-Warehouse Komponenten eine solide Basis für das Business Intelligence zu gewährleisten. Werden Feineinstellungen vorgenommen, können funktionale Erfolgsfaktoren angesprochen werden: Hierbei werden Problemfelder mit dem Endanwender aufgezeigt, die eine funktionale Anpassungsfähigkeit zur optimalen Ausrichtung an die jeweiligen Arbeitstätigkeiten ermöglichen sowie ein unternehmensweites Verständnis der vielfältigen Daten durch ein Metadatenmanagement sicherstellen. Weitere wichtige Bereiche bilden die Systemqualität und Datenqualität in Zusammenhang mit der Nutzungsabsicht des BI-Systems im Unternehmen. Der Erfolg des gesamten BI-System hängt verstärkt von der Absicht der Endanwender ab, das System auch nutzen zu wollen. Deshalb muss das Unternehmen hier besonders bei der Systemqualität und Datenqualität Problemfelder angehen und lösen. Die Systemqualität erstreckt sich von der Flexibilität über die Integrationsfähigkeit bis hin zur Leistungsfähigkeit des Systems. Bei der Datenqualität müssen Variablen wie beispielsweise Vollständigkeit, Zugänglichkeit, Format und Aktualität betrachtet werden. Alle Erfolgsfaktoren hängen mit einander zusammen und das Unternehmen muss schrittweise und sensibel die Einführung des BI-Systems unter Berücksichtigung auftretender Probleme vornehmen. So wird das BI-System langfristig und nachhaltig zum Erfolg geführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Business Intelligence-Grundlagen
2.1 Begriffserklärung: Business Intelligence
2.2 Architektur von Business Intelligence-Systemen
3 Zum Erfolg von Business Intelligence-Systemen
3.1 Verbesserungspotenzial und positiver Nutzungsgrad
3.2 Organisatorische Faktoren
3.2.1 Im Einklang mit dem Unternehmensleitbild
3.2.2 Unterstützung aus dem Management
3.2.3 Business Case
3.2.4 Business Intelligence-Team und BICC
3.2.5 Projektmanagement als Organisationsrahmen
3.2.6 Benutzerorientiertes Veränderungsmanagement
3.3 Technische Faktoren
3.3.1 Daten- und Nutzeranalyse
3.3.2 ETL-Prozess
3.3.3 Data-Warehouse
3.4 Funktionale Faktoren
3.4.1 Funktionale Anpassungsfähigkeit
3.4.2 Metadatenmanagement und Standardisierung
3.5 Systemzufriedenheit und -qualität
3.6 Informationszufriedenheit und Datenqualität
3.7 Nutzungsabsicht bei den Endanwendern
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Unternehmen einen umfassenden Überblick über kritische Problemfelder bei der Implementierung von Business Intelligence (BI)-Systemen zu geben. Aus der Literatur werden zentrale Herausforderungen identifiziert und in Form von Erfolgsfaktoren strukturiert, um eine nachhaltig erfolgreiche Nutzung dieser Systeme sicherzustellen.
- Organisatorische Erfolgsfaktoren wie Managementunterstützung und Leitbildkonformität
- Technische Grundlagen und die Bedeutung von Datenqualität sowie ETL-Prozessen
- Funktionale Anpassungsfähigkeit und Metadatenmanagement
- Der Einfluss der System- und Informationszufriedenheit auf die Nutzungsabsicht der Anwender
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Im Einklang mit dem Unternehmensleitbild
Unternehmen besitzen Leitbilder, in denen die Mission, die Vision und die grundlegende strategische Ausrichtung des Unternehmens festgelegt sind. Diese bilden die Basis für die Ableitung von Entscheidungen und Maßnahmen um den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern (vgl. Knöll, Schulz-Sacharow & Zimpel, 2006, S. 35):
Oftmals scheitern BI-Systeme nicht an technischen Faktoren, sondern deshalb, weil sie konzeptlos und nicht im Einklang mit dem Unternehmensleitbild eingeführt wurden: Das BI-System erlangte keinen angemessenen hohen Stellenwert in der Unternehmensführung, weshalb die Durchsetzungskraft für die konsequente Systemeinführung gegenüber der Belegschaft fehlt (vgl. Koronios & Yeoh, 2010, S. 26).
Damit eine wichtige solide Basis ermöglicht wird, muss Akzeptanz, Unterstützung und Ernsthaftigkeit für das System geschaffen werden. Das Unternehmen muss zunächst eine Mission und Vision dem Leitbild entsprechend anfertigen: Die Mission drückt das Selbstverständnis des BI-Systemumfelds aus und ermöglicht ihm ein unternehmensweites Existenzrecht. Die Vision gibt dem Unternehmen ein neues Zukunftsbild mit einem ganzheitlich agierenden BI-System. Hierbei wird vor allem der Ordnungsrahmen für Entwicklungen und die einzunehmende Rolle der BI-Lösung beschrieben (vgl. Bashiri, Engels & Heinzelmann, 2010, S. 164). Eine klare Vision und Mission helfen, die Möglichkeiten und Notwendigkeit des Systems im Unternehmen zu erklären sowie die Akzeptanz in der Belegschaft zu steigern und das BI-System zum Erfolg zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung von BI-Systemen ein und erläutert die Zielsetzung, durch die Analyse von Problemfeldern und Erfolgsfaktoren eine erfolgreiche Systemimplementierung zu unterstützen.
2 Business Intelligence-Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine Definition des BI-Begriffs und stellt die idealtypische Architektur eines BI-Systems von der Datenquelle bis zur Nutzung vor.
3 Zum Erfolg von Business Intelligence-Systemen: Der Hauptteil analysiert detailliert organisatorische, technische und funktionale Erfolgsfaktoren, die für die Akzeptanz und Leistungsfähigkeit eines BI-Systems entscheidend sind.
4 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse unter dem Motto "Think big, but start small" zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Erfolgsfaktoren.
Schlüsselwörter
Business Intelligence, BI-Systeme, Erfolgsfaktoren, Datenqualität, Data-Warehouse, ETL-Prozess, Managementunterstützung, Unternehmensleitbild, Systemqualität, Nutzungsabsicht, Endanwender, Metadatenmanagement, BI-Strategie, Implementierung, Systemzufriedenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation und Analyse von Problemfeldern, die bei der Einführung und Nutzung von Business Intelligence-Systemen in Unternehmen auftreten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen organisatorische Rahmenbedingungen, technische Komponenten wie Data-Warehousing und ETL-Prozesse sowie funktionale Aspekte der Systemanpassung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Unternehmen durch die Zusammenstellung von Erfolgsfaktoren einen Überblick zu verschaffen, damit sie BI-Systeme nicht nur besitzen, sondern nachhaltig erfolgreich einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche und die Auswertung bestehender Studien, um Problemfelder zu systematisieren und als Erfolgsfaktoren zu verdichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in organisatorische, technische und funktionale Faktoren und untersucht, wie diese Einfluss auf die Nutzungsabsicht der Endanwender nehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Business Intelligence, Datenqualität, Erfolgsfaktoren, Systemqualität und Akzeptanz bei Endanwendern definieren.
Warum spielt das Unternehmensleitbild für BI-Systeme eine Rolle?
Ein BI-System scheitert häufig, wenn es nicht im Einklang mit den strategischen Zielen, der Vision und der Mission des Unternehmens eingeführt wird, da es dann an Unterstützung durch die Führungsebene fehlt.
Welche Bedeutung haben "Usefulness" und "Ease of Use" für das BI-System?
Diese Faktoren stammen aus dem Technology Acceptance Model und bilden die Basis für die Einstellung der Anwender gegenüber dem System, was wiederum ihre Nutzungsabsicht direkt beeinflusst.
- Citation du texte
- B.A. Martin Stroh (Auteur), 2012, Zum Erfolg von Business Intelligence-Systemen - Erfolgsfaktoren und empirische Studien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204627