Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit Literalität für römische Frauen insbesondere des 1. und 2. Jh. n. Chr. als erstrebenswert galt und tatsächlich bestand. Hierfür werden antike Quellen ausgewertet (z.B. Quintilian, Sallust, Martial, Plinius, Seneca), Selbstzeugnisse von Frauen dieser Epoche untersucht (z.B. Schreibtafeln aus Vindolanda und Vindonissa, Aufzeichnungen der Perpetua) und nicht schriftliche Quellen herangezogen (z.B. Gemälde, Münzen). Die Ergebnisse werden mit den aktuellen Forschungsergebnissen zu dieser Frage verglichen und anhand dieser überprüft.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Äußerungen von Autoren der frühen römischen Kaiserzeit über Literalität von Frauen und ihre Berücksichtigung bei der Erziehung von Mädchen
I. Sallust
II. Quintilian
III. Plinius d. J.
IV. Seneca
V. Martial
VI. Zwischenergebnis
C. Antike Selbstzeugnisse, die Rückschlüsse auf die Literalität zulassen
I. Briefe aus römischen Legionärslagern
1. Vindolanda
2. Vindonissa
II. Aufzeichnungen der Perpetua
III. Briefe ägyptischer Frauen
IV. Nicht-textuale Quellen
1. Münzen und Denkmäler
2. Wachstafeln aus Pompeji
3. Bilder aus Pompeji und Herculaneum
4. Bild der Hermione grammatiké
V. Zwischenergebnis
D. Ergebnisse des derzeitigen Forschungsstands
E. Fazit
F. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Waren Frauen in der römischen Kaiserzeit alphabetisiert?
Die Arbeit untersucht, dass Literalität (Lese- und Schreibfähigkeit) bei römischen Frauen, insbesondere in der Oberschicht, durchaus vorhanden und oft auch erstrebenswert war. Der Grad der Alphabetisierung hing jedoch stark vom sozialen Status ab.
Welche antiken Autoren äußerten sich zur Bildung von Mädchen?
Wichtige Quellen sind Autoren wie Quintilian, der sich zur Erziehung äußerte, sowie Plinius der Jüngere, Seneca, Martial und Sallust, die Hinweise auf die Bildung von Frauen in ihren Texten geben.
Gibt es direkte Selbstzeugnisse von schreibenden Frauen aus dieser Zeit?
Ja, die Arbeit wertet unter anderem Schreibtafeln aus den Legionärslagern Vindolanda und Vindonissa sowie Briefe ägyptischer Frauen und die Aufzeichnungen der Märtyrerin Perpetua aus.
Welche nicht-textlichen Quellen belegen die weibliche Literalität?
Archäologische Funde wie Wandgemälde aus Pompeji und Herculaneum, die Frauen mit Schreibgriffeln (Stili) und Wachstafeln zeigen, sowie Münzen und Grabdenkmäler dienen als wichtige Belege.
Wer war „Hermione grammatiké“?
Hermione war eine Frau, deren Porträt mit der Bezeichnung "grammatiké" (die Gelehrte oder Lehrerin) gefunden wurde, was auf einen hohen Bildungsgrad und eine entsprechende berufliche oder soziale Stellung hinweist.
Wie wurde die Erziehung von Mädchen im Vergleich zu Jungen bewertet?
Während die Ausbildung von Jungen primär auf das öffentliche Leben und die Rhetorik zielte, diente die Bildung von Mädchen oft der Vorbereitung auf ihre Rolle als gebildete Ehefrau und Mutter (Matrona), die die frühen Lernschritte ihrer Kinder begleiten konnte.
- Citation du texte
- Ute Wendler (Auteur), 2012, Literalität von Frauen in der frühen römischen Kaiserzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202588