Wie bereits der Titel der Bachelorarbeit erahnen lässt, soll die Thematik der
Weltfremdheit und der Weltflucht als kulturelle Phänomene der modernen Zeit näher
analysiert werden. Dabei spielen die kulturpessimistischen Ansichten des rumänischen
Philosophen und Aphoristikers Emil Cioran und des portugiesischen Schriftstellers und
Lyrikers Fernando Pessoa eine zentrale Rolle. Von ihren Hauptwerken ausgehend, soll
die Thematik gewissermaßen induktiv auf kulturpessimistische bzw. kulturkritische
Ansichten genereller Natur und hinsichtlich der modernen Zeit ausgebaut werden. Dazu
sollen Cioran und Pessoa als Präzedenzfälle einer radikalen skeptischen Denkströmung
der Kritik und des Unbehagens hinsichtlich kultureller Beschaffenheiten herangezogen
werden.
Die damit verbundenen Reflexionen sollen als eine Expertise zur Strukturreform im
Weltaufenthaltsraum
, bzw. als kulturmorphologische Betrachtung verstanden werden,
wobei ein Thema angesprochen wird, das keinstenfalls fröhlich noch traurig, jedoch
notwendigerweise verhalten wirken muss.
Inhaltsverzeichnis:
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Literaturwissenschaftliche Betrachtungen
4 Das Phänomen der kulturellen Dekadenz
5 Kritizismus, Skeptizismus, Pessimismus oder die Utopie als Ordnungsentwurf
6 Der Zerfall von Kulturen oder die Zivilisation als zunehmende Entfremdung
7 Das Unbehagen in der Kultur oder die Diskrepanz von Natur und Kultur
8 Kulturelle Dynamik oder Fortschritt
9 Kompetition als biologisches und kulturelles Grundprinzip oder die „Abhetzung der westlichen Kultur“
Die Ambivalenz zwischen dem Ich und der Masse:
10 Die Logik der Unvernunft - Der Abschied vom Logozentrismus
11 Die Konsequenzen des Geborenseins oder „vom Nachteil geboren zu sein“
12 Anachoretische Betrachtungen oder das „Prinzip der Wüste“
13 Die Diskrepanz subjektiver Authentizität und Intersubjektivität - Einsamkeit oder Gemeinschaft
14 Metaphysische Obdachlosigkeit und die Tendenzen zum Mystizismus
15 Ästhetisierung des Daseins und romantische Lebensrechtfertigung
16 Entsagung und Passivität als Lebensprinzip oder die „Erziehung zum Stoiker“
Anhang:
17 Schluss
18 Nachwort
19 Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Weltfremdheit und Weltflucht?
Diese kulturellen Phänomene beschreiben den Rückzug des Individuums aus der modernen Gesellschaft aufgrund von Unbehagen, Entfremdung oder radikaler Skepsis gegenüber der Kultur.
Welche Rolle spielt Emil Cioran in der Arbeit?
Der rumänische Philosoph Cioran wird als Präzedenzfall für einen radikalen Kulturpessimismus herangezogen, der die „Konsequenzen des Geborenseins“ skeptisch hinterfragt.
Wie wird Fernando Pessoa im Kontext der Weltflucht betrachtet?
Pessoas Werk dient als Beispiel für die ästhetisierte Weltflucht und die Diskrepanz zwischen subjektiver Authentizität und der Masse.
Was bedeutet „metaphysische Obdachlosigkeit“?
Es beschreibt den Verlust von religiösen oder ideologischen Haltepunkten in der Moderne, was oft zu Mystizismus oder tiefer Einsamkeit führt.
Was ist das „Prinzip der Wüste“?
Damit sind anachoretische Betrachtungen gemeint, also die bewusste Entscheidung zur Isolation und Entsagung als Lebensprinzip.
Warum wird die westliche Kultur als „abgehetzt“ bezeichnet?
Die Arbeit analysiert Kompetition als biologisches und kulturelles Grundprinzip, das in der modernen Zivilisation zu einer zunehmenden Entfremdung und Erschöpfung führt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Plank (Autor:in), 2011, Weltfremdheit und Weltflucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200794