Ja, selbst Medienexperten können heutzutage nicht mehr unterscheiden, ob es sich bei einer Fernsehsendung um ein Format mit oder ohne Narration und Fiktion handelt. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion haben sich im Wandel der Zeit aufgelöst und sind nicht mehr existent.
„Diese suggerierte Realität, welche nur Vorurteile aufgreift, ist deshalb so gefährlich, weil
genau diese Vorurteile nicht mehr nur als Vorurteile betrachtet werden, sondern als Fakten.
[...] Scripted Reality Formate haben somit eine meinungsbildende Wirkung auf bestimmte
Rezipienten. Aus diesen Meinungen können auch schnell Einstellungen werden und
spätestens dann folgen falsche konkrete Handlungen.” (Hofbauer 2011: Kennzeichnungspflicht für Scripted Reality Formate.)
Wie es Fernsehsender schaffen eine Sendung mit fiktivem Charakter trotzdem für RezipientInnen
authentisch wirken zu lassen und ob die Grenze zwischen Realität und Fiktion im Wandel des
Mediums Fernsehen verschwommen ist, soll Kern dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Konstruktivismus als theoretische Basis
2.1. Realität und Wirklichkeit
2.2. Fiktion und Inszenierung
3. Das Fernsehen - Fusion von Realität und Fiktion
3.1. Die Innovation - Der Werdegang eines Formates
3.2. Vom Reality-TV zu „Scripted Reality”
3.3. Die drehbuchgeschriebene Realität
3.3.1. Erschaffung einer fiktiven Realität
3.3.1.1. Auswahl des Themenfeldes
3.3.1.2. Wahl des Schauplatzes
3.3.1.3. Die digitale Produktion
3.3.1.4. Das perfekte Unperfekte
3.3.2. Umsetzung der fiktiven Realität
3.3.2.1. Personen wie „Du und Ich”
4. Fazit und Ausblick
5. Literatur
6. Internet
Häufig gestellte Fragen
Was wird unter dem Begriff „Scripted Reality“ verstanden?
Scripted Reality bezeichnet Fernsehformate, die eine reale Dokumentation suggerieren, aber tatsächlich auf Drehbüchern und fiktiven Inszenierungen basieren.
Warum gilt Scripted Reality als gesellschaftlich gefährlich?
Die Gefahr besteht darin, dass Rezipienten die dort gezeigten Vorurteile nicht mehr als solche, sondern als Fakten wahrnehmen, was die Meinungs- und Einstellungsbildung beeinflusst.
Welche theoretische Basis nutzt die Arbeit?
Die Arbeit nutzt den Konstruktivismus als theoretische Basis, um die Begriffe Realität, Wirklichkeit und Fiktion voneinander abzugrenzen.
Wie schaffen es Sender, fiktive Inhalte authentisch wirken zu lassen?
Durch die Wahl alltäglicher Schauplätze, die Auswahl von Laiendarstellern („Personen wie Du und Ich“) und eine bewusst unperfekte digitale Produktion wird Authentizität erzeugt.
Gibt es heute noch eine klare Grenze zwischen Realität und Fiktion im TV?
Laut der Arbeit haben sich diese Grenzen im Wandel der Zeit weitgehend aufgelöst, sodass selbst Experten oft nicht mehr zwischen Narration und Realität unterscheiden können.
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- Janine Dembowski (Autor), 2012, Scripted Reality. Fusion von Realität und Fiktion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200238