Die Erkrankung Alzheimer wird in jüngerer Zeit als ein Massenphänomen wahrgenommen. Ihre Bedeutung steigt mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft. Die vorliegende, kurze Auseinandersetzung bemüht sich darum, die Klinik der Erkrankung, also die beobachtbaren Krankheitsanzeichen, für den interessierten Laien systematisch vorzustellen. Sodann werden die Interventionsmöglichkeiten bei Alzheimer vorgestellt. Hier liegt der Blickwinkel weniger auf einer medizinischen Sichtweise, sondern auf einer sprachlich-linguistischen. Eine Zusammenfassung der Interventionsmöglichkeiten und ein Ausblick runden dieses Arbeitspapier ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Phämenologie der Alzheimer-Krankheit (SDAT)
2.1 Psychopathologische Klinik
2.2 Computer-tomographische Klinik
2.3 Neurologische Klinik
2.4 Testpsychologische Klinik
3. Intervention und Behandlung von SDAT als interdisziplinäres Problem
3.1 Medizinische und pharmakologische Ansätze zur Behandlung
3.2 Psychologische und psychotherapeutische Ansätze zur Behandlung der Senilität
3.3 Überlegungen zu linguistischen Interventionsmöglichkeiten
4. Analyse und Diskussion der Zielsetzungen von therapeutischen Bemühungen bei SDAT
4.1. Was bedeutet „kommunikative Kompetenz“ bei Alzheimer Patienten als Zieldimension?
4.2 Interdisziplinäre Zusammenarbeit als „Chance“ bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten
5. Zusammenfassung und Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die senile Demenz vom Alzheimer-Typ (SDAT) unter besonderer Berücksichtigung des Verlusts kommunikativer Fähigkeiten. Ziel ist es, durch eine Analyse der klinischen Symptomatik und bestehender Behandlungsansätze deduktiv zu bestimmen, welche Bedingungen für die Gestaltung effektiver Kommunikationssituationen mit SDAT-Patienten von Bedeutung sind und wie linguistische Interventionen die therapeutische Arbeit ergänzen können.
- Phänomenologie und klinische Symptomatik der SDAT (psychopathologisch, neurologisch, testpsychologisch)
- Pharmakologische und psychotherapeutische Behandlungsansätze und deren Grenzen
- Analyse der kommunikativen Kompetenz als Zieldimension bei Alzheimer-Patienten
- Notwendigkeit und Ebenen einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Medizin und Linguistik
Auszug aus dem Buch
2.1 Psychopathologische Klinik
Pathologische Phänomene der Psyche finden sich bei Alzheimer-Patienten in einem breiten Spektrum, das sich unter die folgenden Oberbegriffe subsummieren läßt:
• Störungen von Konzentration, Mnestik und Orientierung,
• Hirnleistungsstörungen,
• Denkstörungen,
• Verstimmungen und Gefühlsstörungen,
• Störungen des Antriebs, des Sozialverhaltens und Selbständigkeit und
• Schlafstörungen.
In einer Untersuchung von GUTZMANN aus dem Jahr 1988, die hier zur Grundlage der Psychopathologischen Klinik gemacht wird, wurden 39 Personen hinsichtlich der o.g. Ausprägungsmerkmale untersucht. Bei ihnen handelte es sich um 21 Frauen und 18 Männer. Das Alter der SDAT-Patienten lag zwischen 55 und 84 Jahren; der Durchschnitt betrug 69,6 Jahre.
Die Störungen von Konzentration, Mnestik und Orientierung zählen nach den Auswertungen der Studie zu den Bereichen, die mit Abstand am häufigsten dysfunktional waren. Die Konzentration ist insbesondere bei kognitiven Vorgängen gestört, die das Kurzzeit- und Neuzeitgedächtnis betreffen. Daneben fällt die Schwierigkeit der SDAT-Patienten auf, eine Erstinformation zu memorieren, wenn nach Bekanntgabe sofort eine Zweitinformation gegeben wird: Nur 12.8% der Patienten erwiesen sich hier als unauffällig. Das Alltagsgedächtnis funktionierte bei allen Patienten altersübegreifend am besten: Immerhin 35,1% konnten sich an das Jahr ihres Schulabgangs korrekt erinnern, fast die Hälfte erinnerte sich an das korrekte Datum der Heirat und bei 41,0% lagen keine Schwierigkeiten bei der zeitlichen Ordnung von Ereignissen vor, die mit Personen verknüpft waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Verlust kommunikativer Fähigkeiten bei der Alzheimer-Krankheit und leitet die zentralen Fragestellungen zur Klinik und zu Interventionsmöglichkeiten ab.
2. Phämenologie der Alzheimer-Krankheit (SDAT): Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über die klinische Symptomatik der SDAT aus medizinischer, neurologischer und testpsychologischer Sicht.
3. Intervention und Behandlung von SDAT als interdisziplinäres Problem: Es werden verschiedene medizinische, pharmakologische und psychotherapeutische Ansätze sowie erste Ansätze linguistischer Intervention kritisch analysiert.
4. Analyse und Diskussion der Zielsetzungen von therapeutischen Bemühungen bei SDAT: Hier wird der Begriff der kommunikativen Kompetenz als Zieldimension geschärft und für eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Linguisten plädiert.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine Reorientierung therapeutischer Konzepte hin zu einer langfristigen Erhaltung der Kommunikationsfähigkeit.
6. Literatur: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Senile Demenz, Alzheimer-Typ, SDAT, Kommunikation, Kommunikative Kompetenz, Klinische Symptomatik, Interdisziplinäre Therapie, Linguistische Intervention, Pharmakologische Behandlung, Gedächtnisstörungen, Orientierung, Neuropsychologie, Patientenbetreuung, Analoge Kommunikation, Digitale Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der senilen Demenz vom Alzheimer-Typ (SDAT) und untersucht, wie die damit einhergehenden Kommunikationsprobleme verstanden und therapeutisch angegangen werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die klinische Phänomenologie der Krankheit, die Grenzen aktueller medikamentöser Behandlungen sowie die Bedeutung und Möglichkeiten linguistischer und psychotherapeutischer Ansätze zur Erhaltung kommunikativer Fähigkeiten.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, den Verlust kommunikativer Fähigkeiten bei SDAT-Patienten zu analysieren und Kriterien für die Gestaltung kommunikativer Situationen zu erarbeiten, wobei die interdisziplinäre Einbindung der Linguistik als zentraler Ansatz hervorgehoben wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit verfolgt eine deduktive Vorgehensweise, bei der aus der klinischen Symptomatik und der Analyse bestehender Ansätze praktische Eckpunkte für die Kommunikation mit Betroffenen sowie Empfehlungen für eine interdisziplinäre Therapie abgeleitet werden.
Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte klinische Bestandsaufnahme (Phänomenologie), eine kritische Betrachtung medizinischer und psychologischer Behandlungsstrategien sowie eine linguistische Diskussion über den Erhalt dialogischer und monologischer Kompetenzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Senile Demenz, Kommunikationsfähigkeit, interdisziplinäre Therapie, retardierende Behandlung und die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Kommunikation.
Warum ist laut Autor die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin und Linguistik so entscheidend?
Der Autor argumentiert, dass rein medizinische Ansätze oft nur Symptome unterdrücken (z.B. durch Neuroleptika), während linguistische Ansätze helfen können, die kommunikativen Reste der Patienten gezielter zu pflegen und zu erhalten.
Welche Bedeutung misst der Autor dem „Beziehungsaspekt“ gegenüber dem „Inhaltsaspekt“ bei?
Da in fortgeschrittenen Stadien der SDAT eine inhaltliche Kommunikation immer schwieriger wird, gewinnt der emotionale Beziehungsaspekt für Angehörige und Pflegepersonal als einziger verbleibender Zugang zum Patienten massiv an Bedeutung.
- Citar trabajo
- Oliver Krueger (Autor), 1997, Senile Demenz vom Alzheimer Typ (SDAT) und Kommunikationsprobleme: Klinik sowie Analyse von Möglichkeiten zur Erhaltung von kommunikativen Fähigkeiten., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19730