Es werden Struktur und Relevanz des marx'schen Interessebegriffs analysiert, sowie deren Einbettung in das marx'sche Theoriegebäude. Dazu wird zuerst dem Interessebegriff allgemein nachgegangen, um dann durch den Vergleich mit Adam Smiths Interessebegriff den marx'schen zu konturieren. Resultat ist, dass das Interesse als Motor der Geschichte zentral für Marx' Theorie ist, seine Konzeption jedoch Inkonsistenzen und blinde Flecken im Verhältnis von Einzelinteressen und Gruppeninteressen aufweist. Außerdem ist die Implikation der Auflösung aller Einzelinteressen im Kommunismus problematisch.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Begriff des Interesses
- Worterklärung
- Aspekte des Begriffs
- Bedeutung des Interessebegriffs
- Die klassische politische Ökonomie
- Relevanz für Marx' Denken
- Adam Smith und der „Wohlstand der Nationen“
- Marx' Kritik der klassischen, politischen Ökonomie
- Historischer Materialismus
- Kapitalismuskritik
- Eigeninteresse, Akteure und Strukturen
- Rationalität und Interesse
- Gesellschaftliche Bedingtheit der Interessen
- Versöhnung der Interessen im „Reich der Freiheit“
- Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Analyse des Interessebegriffs bei Marx, indem sie den von Marx kritisierten "bürgerlichen" Interessebegriff betrachtet. Die Arbeit untersucht die Struktur des Interessebegriffs bei Marx und analysiert, inwiefern er sich von dem "bürgerlichen" Interessebegriff unterscheidet.
- Der "bürgerliche" Interessebegriff im Sinne von Marx
- Die Kritik am "bürgerlichen" Interessebegriff und dessen Kontextlosigkeit
- Die Rolle des Eigeninteresses als Motor der Geschichte
- Die Frage nach einem "selbstlosen" Akteur in Marx' Theorie
- Blinde Flecken und Unzulänglichkeiten an Marx' Interessebegriff
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt den Leser in das Thema ein und stellt die zentrale Fragestellung der Hausarbeit vor. Sie beleuchtet den Stellenwert des Interessebegriffs in der marxschen Philosophie und thematisiert die Kritik an Marx' Annahme eines selbstlosen Menschen in einer kommunistischen Gesellschaft.
Das zweite Kapitel widmet sich der umfassenden Analyse des Interessebegriffs, beginnend mit seiner Wortherkunft und verschiedenen Aspekten. Es werden die webersche Unterscheidung zwischen "zweckrational" und "wertrational" sowie die Frage der Genese von Interessen und der Rationalität im Zusammenhang mit dem Interessebegriff erörtert.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der klassischen politischen Ökonomie und deren Relevanz für Marx' Denken. Hier wird insbesondere die Rolle von Adam Smith als Begründer der klassischen Nationalökonomie und sein Interessebegriff im Kontext des "Wohlstands der Nationen" beleuchtet.
Das vierte Kapitel schließlich untersucht Marx' Kritik der klassischen politischen Ökonomie. Es werden die Konzepte des historischen Materialismus, der Kapitalismuskritik, des Eigeninteresses, der Rationalität und der gesellschaftlichen Bedingtheit von Interessen erörtert.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe der Arbeit sind: Interessebegriff, Marx, "bürgerliche" Ökonomie, Adam Smith, "Wohlstand der Nationen", historischer Materialismus, Kapitalismuskritik, Eigeninteresse, Rationalität, gesellschaftliche Bedingtheit, "Reich der Freiheit". Die Arbeit fokussiert auf die Analyse des marxschen Interessebegriffs und seiner Unterschiede zum "bürgerlichen" Interessebegriff.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der „bürgerliche“ Interessebegriff bei Marx?
Marx kritisiert den bürgerlichen Begriff als kontextlos und egoistisch, wie er etwa in der klassischen Nationalökonomie von Adam Smith verwendet wird.
Wie fungiert Interesse als „Motor der Geschichte“?
Im historischen Materialismus treiben die materiellen Interessen der Klassen die gesellschaftliche Entwicklung und den historischen Wandel voran.
Was kritisiert die Arbeit an Marx' Konzept?
Es werden Inkonsistenzen im Verhältnis von Einzel- zu Gruppeninteressen sowie die problematische Annahme der Auflösung aller Einzelinteressen im Kommunismus aufgezeigt.
Was ist das „Reich der Freiheit“?
Ein Zustand in der Marxschen Theorie, in dem die Versöhnung der Interessen und die Aufhebung der kapitalistischen Zwänge erreicht werden sollen.
Welche Rolle spielt Rationalität für Marx?
Interessen sind bei Marx gesellschaftlich bedingt und Akteure handeln innerhalb der Strukturen des Kapitalismus oft zweckrational, um ihre Interessen zu wahren.
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- H. Hamade (Author), 2011, Der Interessebegriff bei Marx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193557