Ziel dieser Proseminararbeit ist es, einen Überblick über die Entstehung und die Entwicklung der Cultural Studies zu liefern. Dabei sollen sowohl die historischen Hintergründe als auch die Methoden und Grundkategorien dieser Wissenschaftstradition vorgestellt werden.
Die gesellschaftspolitischen Veränderungen im England des ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert und die mit selbigen Entwicklung einhergehende Veränderung der gesellschaftlichen Auffassung des „Kultur“-Begriffes an sich sollen durch eine eingehende Analyse von Primär- und Sekundärliteratur der Cultural Studies vorgestellt und diskursanalytisch betrachtet werden. In reiner Theoriearbeit sollen auf der einen Seite die Autoren und Pioniere der Cultural Studies vorgestellt werden und die Grundzüge der politischen Tradition dieser Wissenschaftstheorie nachgezeichnet werden. Auf der anderen Seite sollen die Nachbetrachtungen der Methoden und Paradigmen, die für die weitgefächerten Anwendungsgebiete der Cultural Studies typisch sind im zweiten Teil der Arbeit vorgestellt werden.
Da die Cultural Studies als politische Wissenschaft verstanden werden muss, können die historischen und gesellschaftspolitischen Veränderungen nicht von der Analyse der Methoden getrennt werden, vielmehr müssen die Cultural Studies auch in ihrer Nachbetrachtung immer in diesen Kontext eingebunden werden, um ihrem selbstverordneten politischen Auftrag und ihrer Selbstreflexivität gerecht werden zu können.
Diese Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit der Auseinandersetzung der Cultural Studies mit sich selbst und in der Retrospektive durch Autoren, welche die allgemeine Grundzüge dieser Theorietradition beschreiben wollen sowie den großen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, praktische Anwendungsbeispiele für die Arbeit der Cultural Studies im wissenschaftlichen Feld sind nicht berücksichtigt worden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Entstehung der Cultural Studies
- Die (Vor)-Geschichte der Cultural Studies bis 1945
- Die Konsolidierungsphase 1945-1964
- Das Centre for Contemporary Cultural Studies (ab 1964)
- Die zentralen Begriffe der Cultural Studies: Macht-Kultur-Identität
- Die Methode(n) der Cultural Studies
- Die Grundparadigmen der Cultural Studies
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Proseminararbeit analysiert die Entwicklung der Cultural Studies und beleuchtet ihre historischen Hintergründe, Methoden und Grundkategorien. Sie untersucht die gesellschaftspolitischen Veränderungen in England des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts sowie den Wandel des Kulturbegriffs im Kontext dieser Veränderungen. Die Arbeit betrachtet Primär- und Sekundärliteratur der Cultural Studies und setzt sie in einen diskursanalytischen Kontext.
- Die Entstehung und Entwicklung der Cultural Studies
- Der Wandel des Kulturbegriffs im Kontext der englischen Geschichte
- Die zentralen Begriffe Macht, Kultur und Identität in den Cultural Studies
- Die Methoden und Grundparadigmen der Cultural Studies
- Die politische Dimension der Cultural Studies
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung dieser Arbeit stellt die Zielsetzung und den Umfang der Arbeit dar, die sich mit der Entstehung und Entwicklung der Cultural Studies beschäftigt. Im zweiten Kapitel werden die Anfänge der Cultural Studies im Kontext der historischen und politischen Entwicklungen in England betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf dem Wandel des Kulturbegriffs und der Auseinandersetzung mit populären Kulturformen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das dritte Kapitel behandelt die Konsolidierungsphase der Cultural Studies von 1945 bis 1964. Es beleuchtet die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und die sich daraus ergebende Umdeutung des Kulturbegriffs.
Schlüsselwörter
Cultural Studies, Kulturbegriff, Macht, Identität, England, Geschichte, Methoden, Paradigmen, politische Wissenschaft, Diskursanalyse, Populärkultur, Massenmedien, Bildung, Wohlfahrtsstaat, Marxismus, Raymond Williams, F.R. Leavis
Häufig gestellte Fragen
Was sind Cultural Studies?
Cultural Studies ist eine interdisziplinäre Wissenschaftstradition, die Kultur als Feld von Machtverhältnissen und Identitätskonstruktionen untersucht, mit Ursprung im England des 20. Jahrhunderts.
Wer sind die Pioniere der Cultural Studies?
Zu den zentralen Figuren gehören Raymond Williams, Richard Hoggart und Stuart Hall, die den Kulturbegriff weg von der „Hochkultur“ hin zum Alltag und zur Populärkultur öffneten.
Welche Rolle spielt der Begriff „Macht“ in dieser Disziplin?
Macht wird als zentrales Element verstanden, das bestimmt, welche kulturellen Formen anerkannt werden und wie Identitäten in einer Gesellschaft geformt und unterdrückt werden.
Warum wird die Cultural Studies als „politische Wissenschaft“ bezeichnet?
Weil sie nicht nur Kultur beschreibt, sondern aktiv gesellschaftliche Machtstrukturen hinterfragt und einen emanzipatorischen, gesellschaftskritischen Anspruch verfolgt.
Wie veränderte sich der Kulturbegriff durch die Cultural Studies?
Kultur wurde nicht mehr als statisches Erbe der Elite gesehen, sondern als dynamischer Prozess („a whole way of life“), der alle sozialen Praktiken und Massenmedien einschließt.
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- Sebastian Sohn (Author), 2012, Cultural Studies: Macht-Kultur-Identität , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190831