Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Aspekte dieser „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas zu erläutern und deren linguistische Wurzeln in Ansätzen darzustellen. Die ausgewählten Aspekte wären z.B.: die Sprechakttheorie und der von Habermas erstellte Systematisierungsvorschlag für Sprechakte, das kommunikative Handeln mit Bezug auf seine Rahmenbedingungen und Auslegung des Handlungsbegriffs aus Sicht der Soziologie, sowie der Diskurs als Mittel der Verständigung der intersubjektiven Kommunikation.
Er ist nicht zu verwechseln mit der alltäglichen Kommunikationsform des Dialogs.
Der hier von Habermas genutzte Begriff Diskurs meint den argumentativen Diskurs. Das Verständnis des Begriffes aus Sicht der linguistischen Pragmatik stimmt nicht mit der habermasschen Verwendung überein. Im Folgenden meint der Terminus „Diskurs“ nur die Deutung nach Habermas im Sinne eines argumentativen Diskurses, bei dem nur explizit versprachlichte Äußerungen berücksichtigt werden. Non-verbale oder körperlich expressive Handlungen werden nicht berücksichtigt. Doch dazu mehr im dritten Teil dieser Arbeit.
Eine Gesamtdarstellung dieser Theorie würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen, daher habe ich versucht die mir wesentlich erscheinenden Punkte auszuwählen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Linguistische Grundlagen
- 1. Universalpragmatik und Sprechakttheorie
- 2. Habermas' Klassifizierungsvorschlag für Sprechakte
- 3. Zwischenbetrachtung
- II. Diskurs und kommunikatives Handeln
- 1. Prinzip des Handelns
- 2. Zwei Formen „normaler“ Kommunikation
- III. Der Diskurs als Mittel der Verständigung
- 1. Bedingungen des Diskurses
- 1.1 Voraussetzungen der Sprecher
- 1.2 Die ideale Sprechsituation
- 1.3 Zwischenbetrachtung
- 2. Habermas' Konsensustheorie der Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit
- 3. Die „Logik des Diskurses“
- 1. Bedingungen des Diskurses
- IV. Kritik und Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit ausgewählten Aspekten der „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas und beleuchtet deren linguistische Wurzeln. Sie untersucht die Sprechakttheorie und den von Habermas entwickelten Systematisierungsvorschlag für Sprechakte, das kommunikative Handeln im Kontext seiner Rahmenbedingungen, den Diskurs als Mittel der Verständigung in der intersubjektiven Kommunikation und die Rolle der linguistischen Pragmatik in diesem Prozess.
- Sprechakttheorie und Habermas' Systematisierungsvorschlag für Sprechakte
- Kommunikatives Handeln und seine Rahmenbedingungen
- Diskurs als Mittel der Verständigung in der intersubjektiven Kommunikation
- Die Rolle der linguistischen Pragmatik im Diskurs
- Der Unterschied zwischen Habermas' Diskursverständnis und der alltäglichen Kommunikationsform des Dialogs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert die Ziele der Arbeit und skizziert den Fokus auf die linguistischen Grundlagen der Theorie des kommunikativen Handelns. Der erste Teil widmet sich der Universalpragmatik und der Sprechakttheorie, beleuchtet den Unterschied zur traditionellen Linguistik und stellt den rekonstruktiven Ansatz von Habermas vor. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Konzept des Diskurses und des kommunikativen Handelns, wobei die Prinzipien und Formen der „normalen“ Kommunikation im Mittelpunkt stehen. Der dritte Teil analysiert den Diskurs als Mittel der Verständigung, erörtert die Bedingungen des Diskurses, die ideale Sprechsituation, und stellt Habermas' Konsensustheorie der Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit sowie die „Logik des Diskurses“ vor.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen des kommunikativen Handelns, der Sprechakttheorie, der Universalpragmatik, dem Diskurs und der Verständigung. Sie analysiert die von Jürgen Habermas entwickelte Theorie im Hinblick auf ihre linguistischen Wurzeln und ihre Bedeutung für die Analyse von Kommunikationsprozessen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Theorie des kommunikativen Handelns?
Es ist ein Hauptwerk von Jürgen Habermas, das untersucht, wie Verständigung durch Sprache als Grundlage für gesellschaftliche Ordnung und rationales Handeln dient.
Wie definiert Habermas den Begriff "Diskurs"?
Unter Diskurs versteht Habermas den argumentativen Austausch, bei dem Geltungsansprüche (Wahrheit, Richtigkeit, Wahrhaftigkeit) explizit thematisiert werden.
Was ist eine "ideale Sprechsituation"?
Ein theoretisches Konstrukt, in dem Kommunikation frei von äußerem Zwang und inneren Täuschungen verläuft und nur der „eigentümlich zwanglose Zwang des besseren Arguments“ zählt.
Welche Rolle spielt die Sprechakttheorie?
Habermas nutzt sie, um zu zeigen, dass wir mit jedem Satz nicht nur Informationen übertragen, sondern auch soziale Beziehungen und Verpflichtungen eingehen.
Was ist der Unterschied zwischen Dialog und Diskurs?
Während der Dialog die alltägliche Kommunikation ist, tritt der Diskurs dann ein, wenn die Verständigung gestört ist und Argumente zur Klärung nötig werden.
Was ist die "Universalpragmatik"?
Ein Forschungsansatz von Habermas, der die allgemeinen und formalen Voraussetzungen für jede mögliche Verständigung rekonstruieren will.
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- Gerold Peetz (Autor), 2006, Ausgewählte Aspekte der Theorie des kommunikativen Handelns bei Jürgen Habermas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187807