Das Bankgeschäft und hierbei auch das Segment des Privatkundengeschäfts unterliegen ebenso wie fast alle anderen Märkte den Trends der letzten Jahre und Jahrzehnte. Europäisierung/Globalisierung, Veränderung des Käuferverhaltens und Technologiewandel sind nur die wichtigsten Gründe für eine Dynamisierung des Marktumfeldes, der sich auch die Banken 1 auf dem Weg in das nächste Jahrtausend stellen müssen. Die folgenden Ausführungen skizzieren kurz einige Besonderheiten des Privatkundengeschäfts im Rahmen dieser Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. BESONDERHEITEN UND PROBLEME DER BANKDIENSTLEISTUNGEN IM PRIVATKUNDENGESCHÄFT
1.1 Zum Begriff und Umfang des Privatkundengeschäfts der Banken
1.2 Neue Marktsituation
1.3 Verändertes Konsumentenverhalten
1.4 Folgerungen für das Privatkunden-Marketing
2. VALUE ADDED SERVICES
2.1 Zum Begriff der Value Added Services
2.1.1 Value Added Services als Zusatzleistungen für Industriegüter und Dienstleistungen
2.1.2 Value Added Services im Bankgeschäft
2.1.3 Zusammenfassende Arbeitsdefinition von Value Added Services
2.2 Zweck und Ziele von Value Added Services im Privatkunden-geschäft
2.2.1 Differenzierung gegenüber der Konkurrenz
2.2.2 Profilierungs- und Imageziele
2.2.3 Erhöhung von Kundenzufriedenheit und Kundenbindung
2.2.4 Reduzierung von Unsicherheit
2.2.5 Gewinnung von Kundeninformationen
3. EINSATZ, GESTALTUNG UND KOMMUNIKATION VON VALUE ADDED SERVICES
3.1 Einsatz von Value Added Services
3.2 Gestaltung von Value Added Services
3.2.1 Affinität von Kern- und Zusatzleistung
3.2.2 Materialität der Zusatzleistung
3.2.3 Bündelung der Value Added Services mit der Kernleistung
3.2.4 Zeitbezogenheit von Value Added Services
3.2.5 Entscheidungskompetenzen bei der Vergabe von Value Added Services
3.2.6 Bereitstellung durch die Bank oder Kooperationspartner
3.2.7 Preisgestaltung von Value Added Services
3.2.8 Exkurs: Boni als Value Added Services
3.2.9 Zusammenfassung: Zusammenhänge bei der Gestaltung von Value Added Services
3.3 Kommunikation von Value Added Services
4. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit untersucht die Rolle und den strategischen Einsatz von „Value Added Services“ (VAS) im Privatkundengeschäft von Banken. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Zusatzleistungen genutzt werden können, um sich in einem zunehmend homogenen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld zu differenzieren und langfristige Kundenbeziehungen zu festigen.
- Analyse der Rahmenbedingungen und Herausforderungen im modernen Privatkundengeschäft.
- Definition und konzeptionelle Einordnung von Value Added Services in den Bankensektor.
- Untersuchung der Zielsetzungen: Differenzierung, Imagebildung, Kundenzufriedenheit und Risikoreduktion.
- Gestaltungs- und Kommunikationsaspekte von VAS (Bündelung, Preisgestaltung, Kooperationen).
- Evaluation des strategischen Nutzens für Banken und Kunden.
Auszug aus dem Buch
1.2 Neue Marktsituation
Bereits seit mehreren Jahren wird als vordringliche Herausforderung an gerade die deutschen Institute der Marktzutritt ausländischer Anbieter und sog. Direktbanken sowie die Ausweitung des Produktprogramms von Non- und Near-Banken (wie beispielsweise Versicherungen und Bausparkassen) erkannt. Diese neuen Konkurrenten verschärfen den Preis- und Konditionenwettbewerb und werben mit neuen und verbesserten Leistungen um die Kundschaft.
Durch den steigenden Druck auf ihre Ertragsfelder werden Banken gezwungen, ihre Leistungsprogramme an neue Marktverhältnisse anzupassen. Dieser Vorgang vollzieht sich mit einer sehr hohen Reaktionsgeschwindigkeit. Da die Bankdienstleistung im Privatkundengeschäft oft mit geringem Aufwand modifizierbar ist und die Finanzdienstleistung an sich keinem Patentschutz unterliegt, fällt es Banken immer schwerer, auf Produktseite echte Innovationen zu liefern, ohne daß die Wettbewerber in kürzester Zeit gleichziehen. Gleiches gilt nicht nur für die Einführung neuer Produkte sondern auch für die Verbesserung der herkömmlichen Produkte oder Prozesse. Unter dem bestehenden Kostendruck wurden insbesondere Zahlungsverkehrleistungen zum Standard- bzw. Mengengeschäft weiterentwickelt, um Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. BESONDERHEITEN UND PROBLEME DER BANKDIENSTLEISTUNGEN IM PRIVATKUNDENGESCHÄFT: Dieses Kapitel erläutert die dynamischen Marktveränderungen, den technologischen Wandel und das veränderte Kundenverhalten, die Banken unter Druck setzen und ein Umdenken im Marketing erfordern.
2. VALUE ADDED SERVICES: Hier wird der Begriff der VAS theoretisch hergeleitet, für den Bankenkontext definiert und in ein Zielsystem eingeordnet, um ihre Rolle als Instrument zur Differenzierung und Kundenbindung zu präzisieren.
3. EINSATZ, GESTALTUNG UND KOMMUNIKATION VON VALUE ADDED SERVICES: Dieser Abschnitt behandelt die praktische Umsetzung: von den Rahmenbedingungen für den Einsatz über die Bündelung, Preisgestaltung und Kooperationsmöglichkeiten bis hin zur notwendigen Kommunikation der Zusatzleistungen.
4. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE: Das abschließende Kapitel resümiert, dass VAS ein wertvolles, aber kein Allheilmittel sind, und betont die Notwendigkeit einer strategischen Integration in das bestehende Bankmarketing.
Schlüsselwörter
Value Added Services, Bankmarketing, Privatkundengeschäft, Kundenbindung, Differenzierung, Finanzdienstleistungen, Kundenzufriedenheit, Marketingstrategie, Produktgestaltung, Wettbewerbsfähigkeit, Leistungsbündelung, Dienstleistungsmarketing, Kundeninformation, Marktsegmentierung, Preisgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit der strategischen Bedeutung von Zusatzleistungen, sogenannten Value Added Services (VAS), für Kreditinstitute im hart umkämpften Privatkundengeschäft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung gegenüber Wettbewerbern, dem Aufbau nachhaltiger Kundenbeziehungen, der Steigerung des Kundennutzens und der effizienten Gestaltung von Serviceangeboten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Banken durch den gezielten Einsatz von VAS ihr Image verbessern, sich von Standardleistungen abheben und Kunden dauerhaft an ihr Institut binden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung und strukturierte Analyse, die auf der Literaturrecherche bestehender Marketing-Konzepte basiert und diese für den spezifischen Kontext der Bankdienstleistungen operationalisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von VAS, die Ableitung eines Zielsystems sowie eine detaillierte Untersuchung von Gestaltungsdimensionen wie Materialität, Preisgestaltung und Kooperationsmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Value Added Services, Kundenbindung, Wettbewerbsdifferenzierung, Finanzdienstleistungen und modernes Bankmarketing.
Inwiefern beeinflussen Kooperationspartner die Strategie?
Kooperationen ermöglichen es Banken, Zusatzleistungen anzubieten, für die ihnen intern die Kompetenz oder Ressourcen fehlen, wobei jedoch die Gefahr eines Identifikationsverlustes für die Kernmarke beachtet werden muss.
Warum ist die Preisgestaltung von VAS so komplex?
Die Preisgestaltung ist schwierig, da Bankleistungen durch Fixkosten geprägt sind, was eine Mischkalkulation erfordert. Zudem müssen Kosten und Erlöse aus VAS oft indirekt über den Gesamtwert einer langfristigen Geschäftsbeziehung gemessen werden.
- Quote paper
- Thorsten Lenz (Author), 1998, Value Added Services im Privatkundengeschäft der Kreditinstitute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185220