Gegenstand dieser Arbeit soll der christliche Gottesdienst sein. Gemeint ist der Haupt¬gottesdienst mit Predigt und Abendmahl, denn die gottesdienstliche Versammlung der christlichen Gemeinde ist bestimmt von den zwei Formen göttlicher Anrede: dem Wort und dem Sakrament des Altares.
Die Formulierung des Themas versucht einem Mißverständnis auszuweichen, demzufolge der Gottesdienst als unser Dienst für Gott verstanden wird, wiewohl auch unser Handeln im Gottesdienst zur Ehre Gottes nicht gering geachtet werden soll.
Die Arbeit ist zur Untersuchung den Themas aus sytematisch-theologischer Sicht vergeben worden. Sie will deshalb versuchen, den Stoff in dieser Weise zu durchdringen. Sie läßt aber dem praktisch theologischen Bezug einen gewissen Raum, durch den die intradisziplinäre Handhabung gerechtfertigt ist. Die kirchengeschichtliche Her¬leitung der “Elemente“ scheint der Traditionsgebundenheit des Gottesdienstes wegen notwendig zu sein.
Der Stoff ist wiederholt behandelt worden. Das zeigt das Interesse, das ihm von jeher entgegengebracht worden ist. Diese Untersuchung muß sich an diese, meist sekundären Quellen halten. Sie vermeidet aber die bloße Rezension einiger Standardwerke, weil sie sich nicht jeder in ihnen über den Gottesdienst gemachten Aussage anschließen will.
Die Bearbeitung des Themas erfolgt in drei Abschnitten. In einem ersten wird die geschichtliche Entwickelung des Gottesdienstes verfolgt. Dabei steht die Hinführung auf den derzeit in der evangelischen Kirche der Union praktizierten Gottesdienst im Vordergrund. Jedoch ist auf die neutestamentliche Grundlegung und die Entwickelung bis zur Reformation keineswegs verzichtet worden.
Ein weiterer Abschnitt versucht, die wesentlichen Bestand¬teile des Gottesdienstes darzustellen und zu erläutern. Er behandelt in diesem Sinne die Wortverkündigung, das Abendmahl und das Gebet.
Zum Letzten will eine Untersuchung der gottesdienstlichen Formen das Finden tragfähiger Ordnungen der gottesdienstlichen Versammlung christlicher Gemeinde erleichtern. Dies geschieht vorrangig unter dem Gesichtspunkt evangelischer Freiheit. Das gilt besonders für die die Arbeit abschließende Betrachtung der Liturgie des evangelischen Gottesdienstes.
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- A. Das Werden des christlichen Gottesdienstes und seiner Gestalt (-Elemente-)
- 1. Jesus und der alttestamentliche Gottesdienst
- 2. Die neutestamentliche Grundlegung des Gottesdienstes und seine Gestalt bis in das dritte Jahrhundert
- 3. Die Gestalt des Gottesdienstes von der konstantinischen Zeit bis zur Reformation
- 4. Die Kritik der Reformatoren am römischen Gottesdienst und ihre Auswirkungen auf seine Gestalt
- B. Der Bestand des christlichen Gottesdienstes (-Gehalt-)
- 1. Das Wort
- 2. Das Abendmahl
- 3. Das Gebet
- C. Die Bedeutung des christlichen Gottesdienstes und seiner Form (-Gestalt-)
- 1. Die Gestalt in ihrer Gesamtheit
- 2. Die Betrachtung der Liturgie
- Quellen
- Thesen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem christlichen Gottesdienst und untersucht dessen historische Entwicklung, seine wesentlichen Bestandteile und seine Bedeutung in der Gegenwart. Die Arbeit strebt danach, den Sinn des gottesdienstlichen Handelns zu ergründen und so sowohl der Gemeinde als auch den in ihrem Dienst stehenden Theologen eine Hilfestellung zu bieten.
- Die historische Entwicklung des christlichen Gottesdienstes von seinen Ursprüngen bis zur Reformation
- Die wesentlichen Bestandteile des christlichen Gottesdienstes: Wort, Abendmahl und Gebet
- Die Bedeutung der Liturgie und der Formen des Gottesdienstes für die christliche Gemeinde
- Die Relevanz des Gottesdienstes in der heutigen Zeit angesichts der anhaltenden Gottesdienstnot und der Glaubenskrise
- Die Rolle des Gottesdienstes als Ausdruck der christlichen Anbetung und des Dienstes an Gott
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Gegenstand der Arbeit definiert und die Relevanz des Themas für die heutige Zeit herausstellt. Im ersten Kapitel wird die historische Entwicklung des christlichen Gottesdienstes verfolgt, beginnend mit Jesus und dem alttestamentlichen Gottesdienst bis hin zur Reformation. Kapitel zwei befasst sich mit den wesentlichen Bestandteilen des christlichen Gottesdienstes, dem Wort, dem Abendmahl und dem Gebet. Im dritten Kapitel wird die Bedeutung des christlichen Gottesdienstes und seiner Formen für die christliche Gemeinde beleuchtet.
Schlüsselwörter
Christlicher Gottesdienst, Liturgie, Wortverkündigung, Abendmahl, Gebet, Gemeinde, Reformation, Tradition, Evangelische Kirche der Union, Gottesdienstnot, Glaubenskrise
Häufig gestellte Fragen
Was sind die zentralen Elemente des christlichen Gottesdienstes?
Der Hauptgottesdienst wird maßgeblich durch die zwei Formen der göttlichen Anrede bestimmt: das Wort (Predigt) und das Sakrament (Abendmahl).
Welche Rolle spielt die Liturgie im evangelischen Gottesdienst?
Die Liturgie gibt der gottesdienstlichen Versammlung eine tragfähige Ordnung, wobei sie stets im Geist der evangelischen Freiheit betrachtet werden sollte.
Wie hat sich der Gottesdienst historisch entwickelt?
Die Arbeit zeichnet den Weg von der alttestamentlichen Tradition über die neutestamentliche Grundlegung bis hin zur Kritik der Reformatoren am römischen Gottesdienst nach.
Was ist mit dem Begriff „Gottesdienstnot“ gemeint?
Er beschreibt die aktuelle Krise und das schwindende Interesse am Gottesdienst in der modernen Gesellschaft, was eine theologische Neubesinnung erforderlich macht.
Ist Gottesdienst ein Dienst des Menschen an Gott?
Die Arbeit betont, dass Gottesdienst primär als Dienst Gottes am Menschen durch Wort und Sakrament zu verstehen ist, auch wenn das menschliche Handeln zur Ehre Gottes dazugehört.
- Quote paper
- Andreas Volkmann (Author), 1975, Die gottesdienstliche Versammlung der christlichen Gemeinde - Elemente, Gehalt, Gestalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18384