Das kirchliche Begräbniswesen war und ist ein, wenn auch zeitversetztes, Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft mit ihren Normen und Werten und stellt ein wichtiges, allerdings noch wenig erschlossenes Forschungsfeld dar.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Die Entwicklung des christlichen Begräbniswesens
- 1. Reliquienkult und Reformation (bis zum 16. Jahrhundert)
- 2. Veränderte Todesvorstellungen und medizinisch-technischer Fortschritt (17. bis 19. Jahrhundert)
- III. Das protestantische Begräbnis
- 1. Unter französischer und preußischer Herrschaft
- 2. Seit der Gründung des Deutschen Reiches
- 3. In der Weimarer Republik
- 4. Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
- IV. Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Masterarbeit untersucht den Wandel des kirchlichen Begräbniswesens, insbesondere die Entwicklung der protestantischen Beerdigung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Arbeit analysiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen Säkularisierung, Kommunalisierung, Technisierung und Individualisierung im Kontext des kirchlichen Begräbniswesens.
- Entwicklung des christlichen Begräbniswesens von der Antike bis zur Reformation
- Einfluss von Säkularisierung und Aufklärung auf das Begräbniswesen
- Spezifische Entwicklung des protestantischen Begräbnisses im 19. und 20. Jahrhundert
- Der Einfluss des Staates auf das protestantische Begräbniswesen
- Aktuelle Entwicklungen im Begräbniswesen und deren Auswirkungen auf die Rolle der Kirche
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel I: Einleitung führt in die Thematik ein und skizziert die Forschungslücke und die Zielsetzung der Arbeit. Es wird die Bedeutung des kirchlichen Begräbnisses als Spiegelbild gesellschaftlicher Normen und Werte hervorgehoben.
Kapitel II: Die Entwicklung des christlichen Begräbniswesens beschreibt die Entwicklung des Begräbniswesens von den frühen christlichen Bestattungspraktiken bis zum 19. Jahrhundert. Der Einfluss des Reliquienkultes, die Reformation und die Auswirkungen des medizinisch-technischen Fortschritts werden behandelt. Die schrittweise Verlagerung der Friedhöfe außerhalb der Stadtmauern aufgrund hygienischer Bedenken wird beleuchtet.
Kapitel III: Das protestantische Begräbnis widmet sich der spezifischen Entwicklung des protestantischen Begräbnisses im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Arbeit untersucht die Entwicklung unter französischer und preußischer Herrschaft und beleuchtet den Einfluss des deutschen Staates. Die zunehmende kirchliche Beteiligung an protestantischen Beerdigungen wird analysiert.
Schlüsselwörter
Kirchliches Begräbniswesen, protestantische Beerdigung, Säkularisierung, Kommunalisierung, Technisierung, Individualisierung, Reformation, Aufklärung, deutscher Staat, Hygiene, Feuerbestattung, Friedhofsreform, Trauerkultur, Seelsorge.
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht diese Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht den Wandel des kirchlichen Begräbniswesens, mit Fokus auf die protestantische Beerdigung im 19. und 20. Jahrhundert.
Welche gesellschaftlichen Prozesse beeinflussten das Begräbniswesen?
Zentrale Einflüsse waren die Säkularisierung, Kommunalisierung, Technisierung und die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft.
Warum wurden Friedhöfe im 19. Jahrhundert aus den Städten verlagert?
Dies geschah primär aufgrund von hygienischen Bedenken und dem medizinisch-technischen Fortschritt jener Zeit.
Welchen Einfluss hatte der Staat auf die Bestattungskultur?
Besonders unter preußischer Herrschaft und im Deutschen Reich nahm der Staat starken Einfluss auf die Organisation und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Begräbniswesens.
Was ist das Resümee der Arbeit?
Das Begräbniswesen dient als Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft und ihrer sich wandelnden Normen und Werte.
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- Anke Seifert (Author), 2008, Der Wandel des kirchlichen Begräbnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183019