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Die Theodizee von Leibniz

Von der besten aller möglichen Welten und ihren Kritikern

Titre: Die Theodizee von Leibniz

Thèse de Bachelor , 2011 , 42 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Ulf ter Bekke (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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1. Einleitung
Für das moderne Bewusstsein ist es „kaum noch des Denkens und Sagens wert: dass überhaupt kein Gott ist, weder ein glaubwürdiger, noch ein denkwürdiger, noch ein abwesender“ – solche Aussagen sind angesichts des Leids in der Welt durchaus häufig und nachvollziehbar. Wie kann ein gütiger Gott all die Übel zulassen? Ist nicht die einzig vernünftige Antwort „Es ist kein Gott“? In der Theodizee-Debatte wurde vieles behauptet, kritisiert und versucht, um Gott zu rechtfertigen. Diese Arbeit behandelt die Lehre Leibniz’, die die faktische als die bestmögliche, von Gott geschaffene Welt beschreibt.
Die Wahl des Themas fiel auf Leibniz, da dieser in herausragender Stellung den Übergang in der Theodizee vom traditionellen zum neuzeitlichen Denken vollzieht. Trotz heftigster Kritik zeigt sich seine Lehre als überaus plausibel mit Argumenten, die auch in modernen Betrachtungen weiterhin benutzt und diskutiert werden. Gerade deswegen bietet sich Leibniz an, um, auf seinen speziellen Thesen aufbauend, allgemeine Lösungs- und Widerlegungsversuche zu diskutieren. Die Möglichkeit dieser Arbeit erweitert sich dadurch, um nicht nur aufzuzeigen, welchen Wert Leibniz’ Lehre hat, sondern darüber hinaus auch aktuell relevante Diskussionen darzustellen und deren Stichhaltigkeit zu prüfen. Zudem besteht das Anliegen, die Aussage, dass die Theorie Leibniz’ nicht mehr wiederholbar ist, als unbegründet zurückzuweisen.
Diese Arbeit soll sich also nicht allzu genau auf die Lehre der besten aller möglichen Welten beschränken, sondern greift sich die Grundargumente Leibniz’ heraus, um sie im Lichte neuzeitlicher Lösungsversuche neu zu betrachten und ihre Aktualität zu beleuchten. Hierzu wird zuerst in Leibniz’ Lehre eingeführt, um die Grundlage für die folgende Diskussion zu gewährleisten. Darauf folgen generelle Einwände der Kritiker, die widerlegt werden sollen. Die anschließende Behandlung der privatio boni und redutio in mysterium wird den Bedarf zeigen, die Übel in der Welt auf eine andere Weise zu rechtfertigen. Dies geschieht vor allem in Bezug auf die im großen Maße theodizee-relevante Thematik der Willensfreiheit, weswegen ihr in dieser Arbeit ein herausragen-der Stellenwert zugesprochen wird. Es wird sich jedoch weiter zeigen, dass auch das Freiheitsargument für Leibniz’ Theodizee nicht ausreicht. Der Schluss dieser Arbeit bezieht sich deswegen, leider nur in kurzer Form, auf eine Diskussion der Naturgesetze.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theodizee von Leibniz

2.1 Einführung und Hintergrund

2.2 Die beste aller möglichen Welten

2.3 Unterscheidung zwischen Vernunft- und Tatsachenwahrheiten

2.4 Die Zielgerichtetheit Gottes

2.5 Das metaphysische Übel

2.6 Die Freiheit des menschlichen Willens

2.7 Zusammenfassungen der Argumente

3. Grundlegende Kritik an Leibniz’ Lehre

3.1 Vorwurf der „petitio principii“

3.2 Die Absurdität einer „bestmöglichen Welt“

3.2.1 Journet I: Unmöglichkeit einer bestmöglichen Welt

3.2.2 Journet II: Unendl. Vollkommenheit vs. endliche Schöpfung

3.2.3 Russel: Die Welt im natürlichen Untergang

4. Die These von der „privatio boni“

4.1 Erklärung der Privationsthese

4.2 Kritik an der Privationsthese

5. Die These von der „reductio in mysterium“

5.1 Erklärung und Vergleich mit Leibniz

5.2 Kritik an Leibniz’ Variation der „reductio in mysterium“

6. Das Argument der Willensfreiheit

6.1 Aufbau des Arguments

6.2 Die Definition der Willensfreiheit

6.3 Die Leugnung der Willensfreiheit

6.4 Die Leugnung des Werts der Freiheit

6.5 Die Leugnung der Möglichkeit leidverursachender Freiheit

6.6 Die Leugnung des notwendigen Freiheitsmissbrauchs

6.7 Eine kurze Zusammenfassung

7. Das Allmachtsparadoxon

7.1 Allmacht und Willensfreiheit

7.2 Der ohnmächtige Gott

8. Das Problem der Allwissenheit

8.1 Klassische Lösungen

8.2 Die Lösung durch das Vorherwissen aller Möglichkeiten

9. Die natürlichen Übel

9.1 Naturgesetze als Ursache der Übel

10. Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Theodizee-Lehre von Gottfried Wilhelm Leibniz. Das primäre Ziel ist es, Leibniz’ Argumentation für die „beste aller möglichen Welten“ und die Zulassung des Übels darzustellen, diese im Lichte zeitgenössischer sowie moderner Kritiken zu prüfen und deren fortdauernde Relevanz für die philosophische Diskussion aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Leibniz'schen Theodizee-Lehre
  • Kritische Auseinandersetzung mit Theodizee-Argumenten (Privationsthese, Reductio in mysterium)
  • Die Rolle der Willensfreiheit als Rechtfertigungsgrund für moralisches Übel
  • Analyse von Allmachtsparadoxon und dem Problem der Allwissenheit im Kontext der menschlichen Freiheit
  • Rechtfertigung natürlicher Übel durch Kompossibilität und Naturgesetze

Auszug aus dem Buch

6.1 Aufbau des Arguments

Wo die reductio in mysterium versagte, soll nun also mit dem Argument der Willensfreiheit – in der modernen Philosophie auch als free will defense bekannt - die Zulassung der Übel in der Welt gerechtfertigt werden. Einen allgemeinen Aufbau des Arguments, den Leibniz in seiner Theodizee nicht gibt, jedoch impliziert, kann man wie folgt formulieren:

P1: Es gibt Wesen bzw. Personen mit einem freien Willen.

P2: Die Existenz von Personen, die in Freiheit das moralisch Richtige wählen können, ist besser als die Existenz von Personen, die wie Automaten reagieren.

P3: Die Freiheit, das moralisch Richtige wählen zu können, setzt die Fähigkeit voraus, auch das moralisch Falsche wählen zu können. Es ist daher logisch unmöglich, jemandem die Freiheit zu eröffnen, ohne ihm gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, auch das moralisch Falsche wählen zu können.

P4: Aus der Möglichkeit, das moralisch Falsche zu wählen, folgt unweigerlich, dass das moralisch Falsche irgendwann auch faktisch getan wird.

K: Da der positive Wert des freien Willens den negativen Wert falscher leiderzeugender Entscheidungen überwiegt, ist die Zulassung des Leids durch Gott gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Thematik der Theodizee und der zentralen Fragestellung bezüglich der Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids in der Welt.

2. Die Theodizee von Leibniz: Einführung in Leibniz' Lehre der besten aller möglichen Welten, des Gottesbegriffs und der Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Notwendigkeit.

3. Grundlegende Kritik an Leibniz’ Lehre: Auseinandersetzung mit generellen Einwänden wie dem Vorwurf der petitio principii und dem Infragestellen des Begriffs der bestmöglichen Welt.

4. Die These von der „privatio boni“: Diskussion des Konzepts, dass Übel nur ein Mangel an Gutem ist, und Bewertung dessen Nutzens für die Theodizee.

5. Die These von der „reductio in mysterium“: Analyse der Position, dass das Übel ein unergründliches Geheimnis darstellt, sowie deren Variation bei Leibniz.

6. Das Argument der Willensfreiheit: Detaillierte Untersuchung des Free-Will-Defense-Arguments, seiner Struktur und der verschiedenen Kritiken daran.

7. Das Allmachtsparadoxon: Erörterung der Vereinbarkeit von Allmacht mit der Freiheit des Menschen.

8. Das Problem der Allwissenheit: Behandlung der Schwierigkeit, Gottes Vorherwissen mit menschlicher Entscheidungsfreiheit in Einklang zu bringen.

9. Die natürlichen Übel: Untersuchung der Begründung natürlicher Übel durch Naturgesetze und Kompossibilität.

10. Abschließende Gedanken: Resümee zur Relevanz und zum Stand der Theodizee-Debatte in der modernen Philosophie.

Schlüsselwörter

Theodizee, Leibniz, Willensfreiheit, Gott, Leid, beste aller möglichen Welten, Kompossibilität, Allmacht, Allwissenheit, Privationsthese, Reductio in mysterium, Determinismus, Moral, Naturgesetze, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Theodizee-Lehre von Gottfried Wilhelm Leibniz und bewertet, ob und wie Gottes Güte und Allmacht trotz der Existenz von Leid in der Welt rational begründet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit, der Gottesbegriff im Theodizee-Kontext, die Rolle der menschlichen Willensfreiheit bei der Entstehung von Übel und die Vereinbarkeit von göttlichem Vorherwissen mit menschlicher Freiheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Leibniz'schen Grundargumente darzustellen, sie einer kritischen Prüfung zu unterziehen und zu zeigen, dass die Theorie trotz ihrer Kritikpunkte nach wie vor eine relevante philosophische Diskussionsgrundlage bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse und Argumentationsprüfung, die bestehende Primärtexte von Leibniz mit modernen philosophischen Kritiken vergleicht und in logische Prämissen-Konklusions-Strukturen übersetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Theodizee-Thesen wie die Privationsthese, die reductio in mysterium und insbesondere das Argument der Willensfreiheit, inklusive deren jeweiliger Gegenkritiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Theodizee, Leibniz, Willensfreiheit, beste aller möglichen Welten und Kompossibilität definieren.

Wie rechtfertigt Leibniz natürliche Übel wie Krankheiten?

Leibniz führt natürliche Übel auf notwendige Naturgesetze zurück, die untrennbar mit dem Gesamtzusammenhang der besten aller möglichen Welten verbunden sind; ein Eingriff würde die logische Ordnung des Universums stören.

Was ist der Kern der "free will defense"?

Der Kern ist die Behauptung, dass die Existenz von Wesen mit echtem freien Willen ein so hohes Gut ist, dass die Zulassung der daraus resultierenden Möglichkeit moralischen Übels durch Gott gerechtfertigt ist.

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Résumé des informations

Titre
Die Theodizee von Leibniz
Sous-titre
Von der besten aller möglichen Welten und ihren Kritikern
Université
RWTH Aachen University  (Philosophisches Institut)
Cours
Bachelorarbeit
Note
1,7
Auteur
Ulf ter Bekke (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
42
N° de catalogue
V182945
ISBN (ebook)
9783656069690
ISBN (Livre)
9783656069782
Langue
allemand
mots-clé
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Citation du texte
Ulf ter Bekke (Auteur), 2011, Die Theodizee von Leibniz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182945
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Extrait de  42  pages
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