Der weltweite Anstieg ausländischer Direktinvestitionen (FDI) ist einer der deutlichsten Effekte der fortschreitenden ökonomischen Globalisierung. Früher fast ausschließlich von multinationalen Unternehmen aus den entwickelten Industrieländern getrieben, beginnen heute auch mehr und mehr Unternehmen aus den sogenannten Emerging Markets zu den globalen FDI-Strömen beizutragen. Das vielleicht interessanteste Beispiel hierfür bietet Indien, dessen Unternehmen trotz des niedrigen relativen Entwicklungsstandes des Landes bereits bemerkenswerte Summen im Ausland, insbesondere auch in den entwickelten Staaten des Westens, investieren.
Die Studie verfolgt einen einengenden Ansatz von der grundlegenden Theorie ausländischer Direktinvestitionen über die Erläuterung der Eigenheiten von FDI aus den Emerging Markets hin zu dem bemerkenswerten Fallbeispiel von Unternehmen aus Indien. Der Hauptteil besteht aus einer empirischen Analyse der indischen Investitionsaktivitäten in Deutschland, für die amtliche Statistiken ebenso ausgewertet werden wie eine Serie von leitfadengestützten Experteninterviews. Ergebnis ist ein Überblick über die sektorale und räumliche Verteilung indischer Unternehmen in Deutschland sowie die Identifizierung verschiedenen Unternehmenstypen, die sich nach unternehmerischer Motivation und Investitionsform deutlich voneinander unterscheiden.
Auch wenn die direkten Folgen indischer Investitionsaktivität auf den Standort Deutschland bislang noch als relativ gering ermittelt werden, zeigt die Studie, dass langfristig hohes Potenzial für indische Unternehmen am Standort Deutschland besteht und FDI einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, deutsche und indische Wirtschaft zum Vorteil beider Staaten enger zu vernetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Motivation
- Ziel und Fragestellung
- Verlauf der Untersuchung
- Literaturlage
- Theorie ausländischer Direktinvestitionen
- Begriffe und Abgrenzung
- Kategorisierung und Motivation der Unternehmen
- Das „Eklektische Paradigma“ und der „Investment Development Path“
- Das „Uppsala-Modell“ der Internationalisierung
- „Born Globals“ und die „Latecomer Theory“
- Exkurs: Die statistische Erfassung von FDI
- Ausländische Direktinvestitionen aus Entwicklungs- und Schwellenländern
- Die Entwicklung von FDI aus Entwicklungs- und Schwellenländern
- Die veränderten Rahmenbedingungen für Emerging-Market-FDI
- Geographische Verteilung und die Motive der Unternehmen
- Die Wirkung auf „Host“-Staaten unter Berücksichtigung der Markteintrittsstrategie
- Indiens Weg auf den Weltmarkt
- Der lange Weg zur Wirtschaftsmacht
- Indiens Rolle in der Weltwirtschaft
- Theorie und Wirklichkeit ausländischer Direktinvestitionen - ist Indien „on-track“?
- Geographische und sektorale Verteilung indischer Outward-FDI
- Einfluss der Rahmenbedingungen und Motive der Unternehmen
- Indische FDI in Deutschland
- Methodischer Ansatz
- Literaturüberblick
- Quantitative Bestandsaufnahme
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) indischer Unternehmen und analysiert deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Zielsetzung ist es, die Entwicklung und die Motive dieser Investitionen zu untersuchen und deren potentiellen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft zu bewerten.
- Die Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen aus Indien
- Die Bedeutung des „Eklektischen Paradigmas“ und des „Uppsala-Modells“ für die Internationalisierung indischer Unternehmen
- Die geographische und sektorale Verteilung indischer FDI
- Der Einfluss indischer FDI auf die deutsche Wirtschaft
- Die Rolle von Indien als Wirtschaftsmacht und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 dient als Einleitung und führt in das Thema der ausländischen Direktinvestitionen ein. Es werden die Motivation, das Ziel und die Fragestellung der Arbeit erläutert sowie der methodische Ansatz und die relevante Literatur vorgestellt.
Kapitel 2 stellt die theoretischen Grundlagen der ausländischen Direktinvestitionen dar. Es werden verschiedene Kategorien und Motivationsfaktoren für Unternehmen beleuchtet sowie wichtige Theorien und Modelle, wie das „Eklektische Paradigma“ und das „Uppsala-Modell“, erklärt.
Kapitel 3 untersucht die Entwicklung von FDI aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Es werden die veränderten Rahmenbedingungen und die geographische Verteilung dieser Investitionen analysiert sowie die Motive der Unternehmen dargestellt.
Kapitel 4 beleuchtet den Weg Indiens auf den Weltmarkt. Es wird die Entwicklung der indischen Wirtschaft, die Rolle des Landes in der Weltwirtschaft und die theoretischen und praktischen Aspekte von FDI in Indien betrachtet.
Kapitel 5 konzentriert sich auf die indischen Direktinvestitionen in Deutschland. Es werden der methodische Ansatz, ein Literaturüberblick sowie eine quantitative Bestandsaufnahme der Investitionen vorgestellt.
Schlüsselwörter
Ausländische Direktinvestitionen, Indien, Deutschland, Wirtschaftsstandort, Emerging Markets, FDI, „Eklektisches Paradigma“, „Uppsala-Modell“, Internationalisierung, Wirtschaftsentwicklung, Markteintritt, Geographische Verteilung, Sektorale Verteilung, Motivationsfaktoren, Einflussfaktoren, quantitative Bestandsaufnahme.
- Citar trabajo
- Michael Logen (Autor), 2011, Die wachsenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen – eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179801