Diese Hausarbeit setzt sich mit dem informellen Lernen auseinander und untersucht Ansätze, wie diese Lernart in betriebliche Lernformen integriert werden kann. Es soll die These verfolgt werden, dass mit Hilfe von betrieblichen Lernformen, die informelles Lernen beinhalten, berufliche Handungskompetenz erlangt werden kann. Neben den Ansatzmöglichkeiten der Integration informellen Lernens in betriebliche Bildungsformen sollen Forschungsergebnisse einer Untersuchung in Klein- und Mittelbetrieben der Informationstechnologiebranche (IT-Branche) als zentraler Indikator dienen. Anhand derer soll gezeigt werden, welchen Stellenwert informelles Lernen innerhalb der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter eines Betriebes einnimmt. Außerdem sollen Kritikpunkte und Verbesserungsansätze aufgezeigt werden, die unter anderem im Rahmen der Untersuchung aufgeworfen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Begriffsdefinition informelles Lernen
2.2 Begriffsdefinition betriebliche Lernformen
2.3 Begriffsdefinition berufliche Handlungskompetenz
2.4 Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen
2.5 Integration informellen Lernens in betriebliche Lernformen am Beispiel von kleinen und mittelständischen Unternehmen der IT-Branche
2.6 Kritik an der Umsetzung der Integration informellen Lernens in betriebliche Lernformen
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen dazu beitragen kann, berufliche Handlungskompetenz bei Mitarbeitern zu fördern. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Analyse von Praxisbeispielen aus kleinen und mittelständischen Unternehmen der IT-Branche.
- Theoretische Abgrenzung von informellem Lernen, betrieblichen Lernformen und beruflicher Handlungskompetenz.
- Möglichkeiten der Integration informeller Lernprozesse in den betrieblichen Arbeitsalltag.
- Analyse der Lernkulturen und praktischen Lernanforderungen in IT-KMUs.
- Kritische Reflexion über die Verantwortung des Einzelnen versus betriebliche Unterstützung.
- Bedeutung der komplementären Wirkung von informellem und formellem Lernen.
Auszug aus dem Buch
Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen
Nicht erst die moderne Wissenschaft weiß, dass die Arbeit bzw. genauer gesagt Formen der Erwerbsarbeit einen gewissen Einfluss auf das Lernen und somit auch der Bildung haben können. Den größten Unterschied bildet dabei der Organisationsgrad, den ein Betrieb zugrundelegt, um Lernprozesse zu ermöglichen. Als postuliert gilt, dass informelles Lernen sowohl in organisierten, wie z. B. Gruppenarbeit, als auch in unorganisierten Prozessen, unabhängig von bestimmten Lernformen stattfindet. Das unorganisierte informelle Lernen, welches in den alltäglichen Arbeitssituationen sehr viel häufiger als in organisierten Lernformen existent ist, führt nicht zu engen „Anpassungsqualifizierungen“(Dehnbostel 2010, S. 83), sondern beispielsweise zu Lösungen von Problemen und Vorschlägen zur Optimierung. Ziel des Lernens in der Arbeit ist es informelles Lernen in die Arbeit zu integrieren und Verbindungen zwischen subjektgebundenen informellen Lernen und der betrieblichen Umgebung zu schaffen (Molzberger, et al. 2009, S. 87).
Bewusste Lehr–Lernintentionen der beteiligten, pädagogisch nicht vorgebildeten Akteure sind charakteristisch für das informelle Lernen in den Handlungs- und Arbeitssituationen unabhängig von Lern- und Arbeitsformen (vgl. Molzberger 2007, S. 232). Da informelles Lernen nicht gezielt gesteuert werden kann, aber an betriebliche Bedürfnisse und Zielsetzungen gebunden ist und die Inhalte der auszuführenden Tätigkeiten als treibende Kraft wirken, findet es dann statt, wenn unvorhergesehene Schwierigkeiten, Widerstände und Probleme im Arbeitsprozess auftreten (vgl. Molzberger, et al. 2009, S. 204). Dabei können das Büro, die Cafeteria oder die Teeküche als temporäre Lernorte in Erscheinung treten, die aber erst durch die handelnden Akteure selbst die Eigenschaft eines Lernraums zugeteilt bekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Wissensumwandlung in Arbeitsleistung ein und formuliert die zentrale These, dass informelles Lernen in betrieblichen Lernformen berufliche Handlungskompetenz fördert.
2. Hauptteil: Der Hauptteil definiert die Kernbegriffe, analysiert Methoden zur Integration informellen Lernens und evaluiert anhand einer IT-Branchenstudie die praktische Umsetzung sowie die damit verbundene Kritik.
3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Eingangsthese unter Berücksichtigung kritischer Aspekte und weist auf den Bedarf für zukünftige Untersuchungen hin.
Schlüsselwörter
Informelles Lernen, betriebliche Lernformen, berufliche Handlungskompetenz, Erfahrungslernen, Wissensmanagement, IT-Branche, arbeitsbezogenes Lernen, Lernkultur, Kompetenzentwicklung, Qualifizierung, Problemlösungskompetenz, Fachkompetenz, Personalentwicklung, Reflexives Lernen, Arbeitsplatzlernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des informellen Lernens innerhalb betrieblicher Bildungsstrukturen und dessen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Lernformen, die Integration von informellem Lernen in den Arbeitsprozess, sowie die kritische Betrachtung der Lernbedingungen in KMUs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob durch die Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen eine tatsächliche berufliche Handlungskompetenz bei den Mitarbeitern erlangt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von empirischen Forschungsergebnissen einer Unternehmensbefragung in der IT-Branche aus dem Jahr 2003.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die zentralen Begriffe definiert, Modelle der Lernintegration erläutert und die spezifische Situation in IT-Unternehmen dargestellt, gefolgt von einer kritischen Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie informelles Lernen, berufliche Handlungskompetenz, betriebliche Lernformen und arbeitsbezogenes Lernen geprägt.
Warum spielt informelles Lernen besonders in der IT-Branche eine Rolle?
Da in der IT-Branche ständig neue technologische Anforderungen entstehen, ist das Lernen durch Kommunikation mit Kollegen und die selbstständige Problemlösung im Arbeitsprozess essenziell.
Welche Kritik wird an der betrieblichen Umsetzung geübt?
Kritisiert wird primär die fehlende Systematik und Professionalität der Betriebe, die dem Mitarbeiter zu viel Verantwortung aufbürden, ohne ausreichende Rahmenbedingungen für den Lernprozess zu schaffen.
- Citation du texte
- Daniel Zäck (Auteur), 2010, Kann mit Hilfe der Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen berufliche Handlungskompetenz erlangt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176454