Im Geschichtsunterricht, wie auch in den meisten anderen Fächern, spielen Einstiege in
neue Themen eine wesentliche Rolle. Sie sind meist die Einleitung eines
Stoffkomplexes der den Schüler mehrere Wochen im Unterricht beschäftigen wird.
Zugleich sind sie oftmals die erste „Begegnungsstätte“ des Schülers mit einem ihm
zuvor unbekannten Thema. Einstiege bilden daher einen wesentlichen Teil der
didaktischen Konstruktion einer Unterrichtsreihe. Von ihrem Gelingen hängt zumindest
teilweise ab inwieweit sich Schüler in den folgenden Stunden für das Thema
interessieren und beigeistern lassen.
Ziel dieser Arbeit ist es deshalb die Problematik des Einstiegs in neue Themen des
Geschichtsunterrichts aus allgemein- und fachdidaktischer Sicht näher zu
beleuchten.
Hierfür werden in einem ersten Schritt die Einstiege in neue Unterrichtsthemen
begrifflich von alltäglichen Stundeneröffnungen und Stundeeröffnungsritualen getrennt
und die jeweiligen Funktionen definiert.
In einem zweiten Schritt werden anschließend verschiedene Arten des Einstiegs anhand
praktischer Beispiele augezeigt, wobei vor allem die Spannungsfelder zwischen
Handlungsorientierung und sprachlicher Vermittlung sowie zwischen Lehrer- und
Schülerdominanz im Zentrum der Analyse stehen werden um so Rückschlusse auf
Chancen und Risiken der verschiedenen Möglichkeiten ziehen zu
können.
In einem dritten und letzten Schritt soll die Aufmerksamkeit in der Betrachtung von
Einstiegen schließlich vom Lehrerhandeln auf Schulbücher bzw. auf deren
Auftaktseiten gelenkt werden.
Als äußerst aufschlussreiche Quellen haben sich aus allgemeindidaktischer Sicht das
Werk von Johannes Greving und Liane Paradies „Unterrichts-Einstiege: Ein Studien
und Praxisbuch“ sowie aus geschichtsdidaktischer Perspektive „Gelungene Einstiege:
Voraussetzungen für erfolgreiche Geschichtsstunden“ von Gerhard Schneider erwiesen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Hauptteil
- 1. Arten von Unterrichtseinstiegen
- 1.1 Stundeneröffnungsrituale
- 1.2 Stundeneröffnungen
- 1.3 Einstiege in neue Themen
- 2. Dimensionen von Einstiegen
- 2.1 Sprachlich vermittelt und vom Lehrer dominiert: Der Lehrervortrag
- 2.2 Sprachlich vermittelt und von Schülern dominiert: Das Kreisgespräch
- 2.3 Handlungsorientiert und vom Lehrer dominiert: Das Rollenspiel
- 2.4 Handlungsorientiert und von Schülern dominiert: Die Rallye
- 2.5 Schlussfolgerungen
- 3. Lehrbuch-Auftaktseiten
- III. Fazit
- IV. Anhang: Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Problematik des Einstiegs in neue Themen des Geschichtsunterrichts aus allgemein- und fachdidaktischer Sicht. Ziel ist es, die verschiedenen Arten von Einstiegen zu analysieren und deren Funktionen zu definieren, die Spannungsfelder zwischen Handlungsorientierung und sprachlicher Vermittlung sowie zwischen Lehrer- und Schülerdominanz zu untersuchen und so Rückschlüsse auf Chancen und Risiken der verschiedenen Möglichkeiten zu ziehen. Die Arbeit betrachtet auch die Rolle von Lehrbüchern und deren Auftaktseiten im Kontext des Einstiegs.
- Arten von Unterrichtseinstiegen: Stundeneröffnungsrituale, Stundeneröffnungen, Einstiege in neue Themen
- Dimensionen von Einstiegen: Sprachliche Vermittlung vs. Handlungsorientierung, Lehrerdominanz vs. Schülerdominanz
- Funktionen von Einstiegen: Motivation, Information, Rekonstruktion von Wissen, Disziplinierung
- Lehrbuch-Auftaktseiten als Einstiegspunkt
- Analyse von Beispielen aus der Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik des Einstiegs in neue Themen im Geschichtsunterricht ein und erläutert die Relevanz dieser Thematik. Der Hauptteil unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Unterrichtseinstiegen und analysiert deren Funktionen. Er geht auf Stundeneröffnungsrituale, Stundeneröffnungen und Einstiege in neue Themen ein. Darüber hinaus werden verschiedene Dimensionen von Einstiegen anhand von praktischen Beispielen beleuchtet, wobei die Spannungsfelder zwischen Handlungsorientierung und sprachlicher Vermittlung sowie zwischen Lehrer- und Schülerdominanz im Zentrum der Analyse stehen.
Die Kapitel betrachten verschiedene Ansätze wie Lehrervortrag, Kreisgespräch, Rollenspiel und Rallye und analysieren deren Chancen und Risiken. Die Arbeit befasst sich auch mit der Rolle von Lehrbüchern und deren Auftaktseiten im Kontext des Einstiegs.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf folgende Schlüsselwörter und Themen: Einstiege in neue Themen, Geschichtsunterricht, Didaktik, Handlungsorientierung, Sprachliche Vermittlung, Lehrerdominanz, Schülerdominanz, Stundeneröffnungsrituale, Stundeneröffnungen, Lehrbuch-Auftaktseiten.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Einstiege im Geschichtsunterricht so wichtig?
Einstiege sind die erste Begegnungsstätte mit einem neuen Thema. Von ihrem Gelingen hängt maßgeblich ab, ob sich Schüler für den folgenden Stoffkomplex begeistern lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Stundeneröffnung und Themeneinstieg?
Stundeneröffnungen sind oft tägliche Rituale zur Organisation, während ein Einstieg in ein neues Thema die didaktische Brücke zu einem mehrwöchigen Lernkomplex schlägt.
Welche Arten von Einstiegen gibt es?
Man unterscheidet zwischen lehrerdominierten Formen (wie dem Lehrervortrag), schülerdominierten Formen (wie dem Kreisgespräch) sowie handlungsorientierten Ansätzen (wie Rollenspielen oder Rallyes).
Welche Funktion haben Lehrbuch-Auftaktseiten?
Sie dienen als visueller und inhaltlicher Startpunkt, der oft durch Bilder oder Leitfragen erste Impulse für die Auseinandersetzung mit der neuen Epoche oder dem Thema gibt.
Was sind die Risiken von handlungsorientierten Einstiegen?
Sie können zeitaufwendig sein und bergen das Risiko, dass der Fokus auf die Aktivität die inhaltliche Tiefe oder die Disziplin in den Hintergrund drängt, wenn sie nicht gut strukturiert sind.
- Arbeit zitieren
- Jan Trützschler (Autor:in), 2003, Einstiege in neue Themen des Geschichtsunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17447