Die Weiterverbreitung von Kernwaffen gefährdet den Frieden und das Überleben der Menschheit. Je mehr nukleare Massenvernichtungswaffen im Umlauf sind, desto größer ist die Gefahr eines Atomkrieges. Je größer die Atomwaffenarsenale der Einzelstaaten werden, desto intensiver bemühen sich andere Staaten ebenfalls in den Besitz solcher Waffen zu kommen, um ihr Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Proliferation birgt auch das Risiko, daß es zu einem nuklearen Unfall kommt, oder daß Terroristen oder nichtstaatliche Organisationen in den Besitz von Kernwaffen kommen bzw. gezielt eine nukleare Katastrophe verursachen. Kommt es zu einer Explosion - gewollt oder ungewollt - kann das verheerende Folgen für die Umwelt, die Lebewesen und die internationalen Beziehungen haben. Spätestens seit den Bombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki ist klar, welche Gefahren „die Bombe“ mit sich bringt. Wie man diesen Gefahren auf internationaler Ebene begegnen soll, ist umstritten.
In dieser Hauptseminararbeit wird das internationale nukleare Nichtverbreitungsregime dargestellt, dessen Fundament der nukleare
Nichtverbreitungsvertrag bildet. Dieser basiert im Kern auf einem einfachen Handel: Fünf Staaten dürfen über Kernwaffen verfügen, alle anderen Staaten verzichten darauf. Als Ausgleich bekommen diese Unterstützung bei der zivilen Anwendung der Kernenergie, und die Kernwaffenstaaten bemühen sich um die nukleare Abrüstung. Dieser Interessenausgleich wurde im Zuge der unbefristeten Verlängerung des Abkommens 1995 noch einmal bestätigt. Wie sich auf der 6. NVVÜberprüfungskonferenz im Jahr 2000 zeigte, sind die Nicht-Kernwaffenstaaten weiterhin mit den Bemühungen der Kernwaffenstaaten um nukleare Abrüstung äußerst unzufrieden. Sollte nun infolge der amerikanischen Raketenabwehrpläne und eines sich darüber entzündenden amerikanisch-russischen Streits über den ABM-Vertrag die nukleare Abrüstung gänzlich ins Stocken geraten, würde dies dem Nichtverbreitungsregime einen weiteren schweren Schlag versetzen. Es wäre dann auch nicht mehr auszuschließen, daß einzelne Länder das Regime verlassen. Die Frage, inwiefern das Nichtverbreitungsregime in Gefahr ist, wird abschließend zu diskutieren sein. Schwerpunkte der Hausarbeit sind die zugrundeliegenden Dilemmatasituationen, die Entstehung, die Struktur und die Evolution des Regimes.
Dabei wird vor allem der nukleare Nichtverbreitungsvertrag als Kernstück des Regimes kritisch beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
- Regimebedarf
- Das nukleare Nichtverbreitungsregime
- Regimeentstehung
- Begriffe und Konfliktfelder
- Entstehung des Nichtverbreitungsregimes
- Regimestruktur
- Unilaterale Ebene
- Bilaterale Ebene
- Kollektive Ebene
- Multilaterale Ebene
- Regimestruktur nach Müller
- Der „Atomwaffensperrvertrag“ und die Evolution des Regimes
- Der Nichtverbreitungsvertrag
- Regimeevolution
- Regimeeffizienz und Ausblick
- Regimeentstehung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem internationalen nuklearen Nichtverbreitungsregime und analysiert dessen Entstehung, Struktur und Entwicklung. Der Fokus liegt dabei auf dem nuklearen Nichtverbreitungsvertrag als Kernstück des Regimes. Die Arbeit beleuchtet die zugrundeliegenden Dilemmatasituationen, die zu dessen Entwicklung geführt haben, und untersucht kritisch dessen Effizienz und Nachhaltigkeit.
- Das nukleare Nichtverbreitungsregime als Instrument zur Eindämmung der Verbreitung von Kernwaffen
- Die historische Entwicklung des Regimes und die Rolle des Nichtverbreitungsvertrages
- Die Herausforderungen und Dilemmata, die das Regime aktuell prägen
- Die Bedeutung des Regimes für die internationale Sicherheit und die Zukunft der nuklearen Abrüstung
- Die Frage nach der Effizienz und Nachhaltigkeit des nuklearen Nichtverbreitungsregimes
Zusammenfassung der Kapitel
Regimebedarf
Die Verbreitung von Kernwaffen gefährdet den Weltfrieden und das Überleben der Menschheit. Die Arbeit beleuchtet die Gefahren der Atomwaffenproliferation und die Notwendigkeit eines internationalen Nichtverbreitungsregimes.
Das nukleare Nichtverbreitungsregime
Regimeentstehung
Der Abschnitt beschreibt die Entstehung des nuklearen Nichtverbreitungsregimes und untersucht die Konflikte und den historischen Hintergrund, die zu dessen Entwicklung führten. Der Begriff des „Regimes“ wird im Kontext der Interdependenz-Theorie erläutert und mit den Elementen der Regimedefinition nach Müller verglichen.
Regimestruktur
Dieser Abschnitt analysiert die verschiedenen Ebenen der Regimestruktur, von unilateralen über bilaterale und kollektive bis hin zu multilateralen Ebenen. Besonderes Augenmerk wird auf die Regimestruktur nach Müller gelegt.
Der „Atomwaffensperrvertrag“ und die Evolution des Regimes
Der Abschnitt beleuchtet den „Atomwaffensperrvertrag“ als Kernstück des Nichtverbreitungsregimes und analysiert dessen Auswirkungen und die Evolution des Regimes im Laufe der Zeit.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen der internationalen Sicherheitspolitik wie nukleare Nichtverbreitung, Atomwaffenproliferation, Nichtverbreitungsregime, Atomwaffensperrvertrag, Regimeeffizienz und nukleare Abrüstung.
- Citar trabajo
- Christian Freiburg (Autor), 2002, Das internationale nukleare Nichtverbreitungsregime, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17261