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Die juristischen Aspekte des Paulusprozesses (Apg 21,18 – 28,31)

Titre: Die juristischen Aspekte des Paulusprozesses  (Apg 21,18 – 28,31)

Epreuve d'examen , 2008 , 50 Pages , Note: 9,00

Autor:in: Corinna Holz (Auteur)

Droit - Philosophie, Sociologie et Histoire du Droit
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Paulus Prozess der Apostelgeschichte ist der am ausführlichsten dargestellte Prozessverlauf des Neuen Testaments. Er erstreckt sich über sieben Abschnitte, vgl. Apg 21,18 – 28,31, und greift dabei neben den rein religiösen Aussagen, vielerlei juristische Einzelaspekte mit auf. Es wird vermutet, dass der Paulusprozess um das Jahr 68 n. Chr. zu datieren ist. Bei der Untersuchung des Berichtes kann also die Rechtslage des 1. Jahrhunderts n. Chr., soweit sie uns bisher bekannt ist, zugrunde gelegt werden. Entsprechend sollen in dieser Untersuchung die juristischen Informationen der Apostelgeschichte heraus gearbeitet und mit der damaligen Rechtslage verglichen werden, wobei den Schwerpunkt die vermeintliche civitas des Paulus darstellen soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Inskription der Textstelle

I. Die Apostelgeschichte als Quelle

II. Der Autor der Apostelgeschichte

C. Paulus

D. Der Präfekt Judäas als Oberster Richter

E. Das vorgeworfene Delikt: Crimen Maiestatis

F. Das römische Strafprozessrecht im Prinzipat

I. Coercitio, cognitio und accusatio

II. Von der Republik zur Kaiserzeit

III. Verfahren in den Provinzen

IV. Das Verfahren im Paulusprozess

G. Der Prozessverlauf

I. Gefangennahme

II. Befragung durch das Synedrium

III. Überführung nach Cäsarea

IV. Einleitung des Verfahrens

1) Feststellung der Parteirollen

2) Anzeige gegen Paulus

3) Voruntersuchung

4) Konstituierung des Gerichts

5) Festsetzung des Verhandlungstermins

V. Die erste Verhandlung

1) Eröffnung des Beweisverfahren

2) Einleitender Vortrag der klagenden Partei

3) Verteidigung des Angeklagten

4) Beweislegung

5) Ansetzung eines erneuten Beweisverfahren

VI. Zweite Verhandlung und Findung des Urteils

1) Aufruf der Parteien

2) Einleitender Vortrag des Klägers

3) Die Verteidigung des Angeklagten

4) Die Beweislegung

5) Die Inanspruchnahme zusätzlicher Rechtsmittel

6) Beratung und Abstimmung

7) Fällung und Verkündung des Urteils

VII. Die Vorführung des Paulus vor Agrippa

1) Aufruf der Parteien

2) Der einleitende Vortrag des Klägers

3) Die Verteidigung des Angeklagten

4) Die Beweislegung

5) Die erneute Vertagung

VIII. Der Paulusprozess als Akkusationsverfahren

IX. Vergleich des Paulusprozess mit dem Jesusprozess

H. Das römische Bürgerrecht im Prinzipat

I. Die gesellschaftliche Einteilung nach dem Personenrecht

II. Erwerb des römischen Bürgerrechts

1) Durch Geburt

2) Durch Verleihung

3) Durch Kauf

4) Durch Freilassung

III. Verlust des römischen Bürgerrechts

IV. Inhalt des Bürgerrechts

1) Überblick über Rechte und Pflichten

2) Rechte im Strafverfahren

a) Prügelstrafe des Paulus

b) Haft und Fesselung des Paulus

3) Das Recht der Provokation

V. Die Möglichkeit der Doppelbürgerschaft

VI. Öffentlicher Nachweis der Zivität

I. Paulus und das römische Bürgerrecht

I. Die Befunde der Apostelgeschichte zur Civität des Apostels

1) Apg 16,37 f.

2) Apg 22,25-29 und 23,27

3) Apg 25,11; 26,31 f. und 28,19

II. Das vermeintliche Provokationsrecht des Paulus

III. Ursprung des paulinischen Bürgerrechts

IV. Die Rechtslage der Juden im Prinzipat

V. Der römische Name Paulus

VI. Umgang der römischen Beamten mit Paulus

VII. Der soziale Status der Familie des Paulus

VIII. Die Einstellung von Paulus zum römischen Bürgerrecht

J. Zusammenfassung und Wertung der Diskussion

I. Neueres Schrifttum

II. Die Verfahrensart als Hinweis

III. Die Verlegung des Prozesses nach Rom

IV. Bewertung der Historizität des römischen Bürgerrechts

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die juristischen Aspekte des Paulusprozesses, wie sie in der Apostelgeschichte (Apg 21,18 – 28,31) überliefert sind, und vergleicht diese mit der allgemeinen Rechtslage des 1. Jahrhunderts n. Chr. Zentrales Ziel ist es, die Historizität der im Bericht erwähnten "Civitas" (des römischen Bürgerrechts) des Paulus kritisch zu hinterfragen und deren Einfluss auf den Prozessverlauf sowie den Vergleich zum Prozess gegen Jesus zu analysieren.

  • Rechtshistorische Einordnung des Paulusprozesses im römischen Prinzipat.
  • Analyse der Akkusationsverfahren und der Rolle der Coercitio.
  • Untersuchung des römischen Bürgerrechts: Erwerb, Inhalt und Bedeutung für den Status des Paulus.
  • Vergleich zwischen den Prozessen gegen Paulus und Jesus im lukanischen Doppelwerk.
  • Diskussion über die Historizität und die apologetischen Elemente der Apostelgeschichte.

Auszug aus dem Buch

G. Der Prozessverlauf

In Jerusalem erkennen Juden aus der Provinz Asien Paulus im Tempel und werfen ihm vor, gegen das jüdische Volk, sein Gesetz und den Tempel zu predigen. Letzteres konkretisiert sich in der Behauptung, Paulus hätte einen heidnischen Griechen mit in den Tempelvorhof genommen. Daraufhin entwickelt sich ein Tumult unter der umherstehenden Menschenmenge, die Paulus ergreifen und lynchen wollen.

I. Gefangennahme

Der zuständige römische Oberst, Claudius Lysias, erhält Nachricht von dem Aufruhr und greift sogleich mit Soldaten und Hauptleuten ein. Er lässt Paulus festnehmen und versucht den Sachverhalt noch an Ort und Stelle zu klären, indem er ihn nach seiner Identität und den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen befragt. Aufgrund der aufgebrachten Menge lässt sich jedoch nichts Konkretes herausfinden und so führt der Oberst Paulus ab, um wieder Ordnung und Ruhe herzustellen und darüber hinaus die Sachlage ermitteln zu können. Durch Folter will Lysias von Paulus die Hintergründe des Tumultes erfahren und erst, als man ihn bereits festgebunden hat und mit der Geißelung beginnen will, weist Paulus gegenüber dem dabeistehenden Hauptmann auf sein römisches Bürgerrecht hin. „... Ist es erlaubt bei euch, einen Menschen, der römischer Bürger ist, ohne Urteil zu geißeln?“ (Apg 22,25) Sofort bricht Lysias die Geißelung ab und lässt Paulus einsperren. Es verwundert, weshalb Paulus erst so spät auf sein Bürgerrecht hinweist und es wird sich zeigen, dass er es auch im weiteren Verlauf des Verfahrens so handhaben wird. Darauf, wie auch auf die Einzelheiten des römischen Bürgerrechts wird später noch näher einzugehen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in das Thema, die juristische Relevanz der Apostelgeschichte und die zentrale Fragestellung zur Civitas des Paulus.

B. Inskription der Textstelle: Historische Einordnung der Apostelgeschichte als Quelle und biographische Informationen zum Autor Lukas.

C. Paulus: Kurze biographische Darstellung des Apostels Paulus und seines Weges zum Christentum.

D. Der Präfekt Judäas als Oberster Richter: Analyse der judikativen Kompetenzen des römischen Statthalters in der Provinz Judäa.

E. Das vorgeworfene Delikt: Crimen Maiestatis: Erläuterung der politischen Anklage gegen Paulus im Kontext des Vorwurfs der Seditio.

F. Das römische Strafprozessrecht im Prinzipat: Grundlegende Erläuterung der Verfahrensarten Coercitio, Cognitio und Accusatio im römischen Recht.

G. Der Prozessverlauf: Detaillierte Rekonstruktion der einzelnen Verfahrensschritte des Paulusprozesses von der Gefangennahme bis zur Berufung auf den Kaiser.

H. Das römische Bürgerrecht im Prinzipat: Systematische Untersuchung des römischen Bürgerrechts, dessen Erwerb, Verlust und rechtliche Ausgestaltung.

I. Paulus und das römische Bürgerrecht: Konkrete Analyse der paulinischen Civitas basierend auf den Belegen der Apostelgeschichte und der Diskussion in der Fachliteratur.

J. Zusammenfassung und Wertung der Diskussion: Abschließende kritische Reflexion und Bewertung der Historizität des paulinischen Bürgerrechts.

Schlüsselwörter

Paulusprozess, Apostelgeschichte, römisches Bürgerrecht, Civitas, Strafprozessrecht, Principat, Accusatio, Provocatio, Seditio, Prozess Jesu, römisches Recht, judikative Kompetenz, Historizität, Paulus, Statthalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die im Neuen Testament (Apostelgeschichte) dargestellten rechtlichen Abläufe im Prozess gegen den Apostel Paulus im Kontext des römischen Strafrechts des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das römische Bürgerrecht (Civitas), die verschiedenen römischen Verfahrensarten (wie Akkusationsverfahren und Coercitio) sowie die Frage nach der Historizität der Erzählungen in der Apostelgeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Paulus tatsächlich das römische Bürgerrecht besaß und wie dieses Recht seinen Prozessverlauf beeinflusste, unter Berücksichtigung der apologetischen Intentionen des antiken Autors.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die exegetische und rechtshistorische Analyse, bei der biblische Texte der Apostelgeschichte mit historischen Rechtsquellen und Fachliteratur zur römischen Antike verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte prozessuale Analyse des Paulusverfahrens, eine umfassende Untersuchung der rechtlichen Natur des römischen Bürgerrechts und eine kritische Auseinandersetzung mit der Historizität der Civitas des Apostels.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prozessverlauf, römisches Bürgerrecht, Akkusationsverfahren, Provinzverwaltung, Seditio, Provocatio und historischer Vergleich.

Warum spielt die Berufung auf den Kaiser eine so zentrale Rolle?

Die Berufung auf den Kaiser ist ein entscheidendes Rechtsmittel, das den Prozessverlauf maßgeblich veränderte und Paulus schließlich nach Rom führte; ihr Charakter als formale Provocatio wird in der Arbeit kontrovers diskutiert.

Wie unterscheidet sich der Prozess gegen Paulus von dem gegen Jesus?

Obwohl es im lukanischen Doppelwerk strukturelle Parallelen gibt, ist der signifikanteste Unterschied der Status des Paulus als römischer Bürger, der den Prozessverlauf und die Rechtsgrundlagen beeinflusst.

Kommt die Arbeit zu einem abschließenden Ergebnis bezüglich der Historizität des Bürgerrechts?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass auf Basis der aktuellen Quellenlage eine zweifelsfreie Bestätigung der Civitas des Paulus nicht möglich ist und sie nach archäologischen und historischen Befunden eher als unwahrscheinlich angesehen werden kann.

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Résumé des informations

Titre
Die juristischen Aspekte des Paulusprozesses (Apg 21,18 – 28,31)
Université
University of Frankfurt (Main)  (Rechtsgeschichte)
Cours
„Die Passion Christi – ein rechtshistorisches Ereignis?“
Note
9,00
Auteur
Corinna Holz (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
50
N° de catalogue
V172213
ISBN (ebook)
9783640920211
ISBN (Livre)
9783656057451
Langue
allemand
mots-clé
Paulus Apostelgeschichte Prozess Römisches Recht Prozessrecht Römische Rechtsgeschichte Wissenschaftliche Hausarbeit Rechtsgeschichte Jesus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Corinna Holz (Auteur), 2008, Die juristischen Aspekte des Paulusprozesses (Apg 21,18 – 28,31) , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172213
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