In der heutigen Zeit, in der eine besondere Rückbesinnung auf Religion stattfindet, sind die religiöse Sozialisation und Entwicklung wichtige Bestandteile während des Aufwachsens von Kindern. Durch die Veränderung der religiösen bzw. kirchlichen Situation, die Volkskirche befindet sich im Übergang zu einer neuen Sozialgestalt der Kirche , in der größtenteils säkularisierten Welt, findet Religion vermehrt im Privaten Bereich statt. Dieser Privatisierung muss entgegengewirkt werden und Religion wieder ins öffentliche Leben zurückgeführt werden. Bereits im Kindesalter ist es wichtig mit religiösen Inhalten in Kontakt zu treten und diese zu verinnerlichen.
Das Elternhaus ist die erste Station, an der Kinder mit Religion in Berührung kommen. Ebenso übernehmen die Kirche und der Kindergarten/die Grundschule die wichtige Aufgabe Kinder in die Religion einzuführen und diese erfahren zu können. In diesen Institutionen und besonders in der Kirche wird den Kindern Religion vergegenwärtigt, sie setzten sich aktiv mit ihr auseinander. In der Schule ist es ihnen möglich ein besseres Verständnis für Religion zu entwickeln, da sie dort die Chance ergreifen können, um ihr Wissen zu stärken oder ihr Unwissen bzw. ihre offenen Fragen zu beantworten.
Gerade im Kindesalter sind Kinder für äußere Einflüsse offen und nehmen Anregungen an. Daher ist es wichtig früh mit der religiösen Erziehung zu beginnen. Durch religiöse Sozialisation und Entwicklung ist es einem Kind möglich eine eigene Identität zu entwickeln und sich auf die eigene Sinnfindung zu begeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufgaben der Eltern
3. Aufgaben der Kirche
4. Aufgaben des Kindergartens und der Schule
5. Entwicklung als Ziel der Erziehung
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Institutionen und Einflussfaktoren, die zur religiösen Sozialisation und zur Entwicklung von Kindern beitragen, um eine eigene Identität und Sinnfindung zu ermöglichen.
- Die zentrale Rolle der Familie als erster Bezugspunkt für religiöse Erziehung.
- Die Aufgaben und Möglichkeiten der Kirche in der Kinder- und Jugendarbeit.
- Die komplementäre Funktion von Kindergarten und Schule bei der Wertevermittlung.
- Die Notwendigkeit der interreligiösen Sensibilisierung in modernen Bildungseinrichtungen.
- Die Förderung der Religiösmündigkeit als langfristiges Ziel der Erziehung.
Auszug aus dem Buch
Aufgaben der Kirche
Die Kirche ist der Ort der öffentlichen Religion, in der Gemeinschaft erfahrbar wird. Daher übernimmt die Kirche eine wichtige Rolle in der religiösen Sozialisation. Die Aufgabe der Kirche ist nicht damit erfüllt, dass sie das Kind tauft, es auf die Kommunion vorbereiten und am Abendmahl teilhaben lässt. Die Kirche muss darüber hinaus aktiv an der Entwicklung des Kindes teilhaben. Religion muss für Kinder erfahrbar und lebendig gemacht werden, um sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Der Gottesdienst als Zusammenkunft der Gemeinde muss einen Raum entwickeln für die Kinder. Eine Möglichkeit ist der Kindergottesdienst. Zwar sind rückläufige Teilnehmerzahlen zu beobachten, doch soll dies nicht ein Zeichen sein dieses Angebot aufzugeben. Eventuell ist eine Modifikation notwendig, um den Kindergottesdienst attraktiver für ihre Teilnehmer zu gestalten, um so alte und neue Besucher zurück zu gewinnen. Eine Möglichkeit ist der Familiengottesdienst, bei dem der Inhalt auf die gesamte Familie abgestimmt ist. Denn so können eventuell desinteressierte Eltern motiviert werden, entweder durch das Angebot oder ihre Kinder, wieder die Kirche zu besuchen und dahin ihre Kinder mitzunehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit religiöser Erziehung im Kontext einer zunehmend säkularisierten Welt und betont die Bedeutung früher Prägung durch verschiedene Institutionen.
Aufgaben der Eltern: Dieses Kapitel thematisiert den Einfluss des familiären Umfelds, insbesondere durch das Vorleben des Glaubens und die Vermittlung von Gottesbildern.
Aufgaben der Kirche: Hier werden die Rollen der Gemeinde und spezieller Angebote wie Kindergottesdienste oder Jugendarbeit bei der Integration des Kindes in die Gemeinschaft beschrieben.
Aufgaben des Kindergartens und der Schule: Das Kapitel analysiert die ergänzende Arbeit dieser Institutionen zur moralischen Erziehung sowie die Herausforderung, Kinder für den interreligiösen Dialog zu sensibilisieren.
Entwicklung als Ziel der Erziehung: Hier wird dargelegt, dass das Ziel nicht ein starres Endprodukt ist, sondern die Förderung des Individuums zu einem religiösmündigen Mitglied der Gesellschaft.
Schluss: Der Schluss fasst den biographischen Verlauf religiöser Bildung zusammen und betont die Verantwortung der beteiligten Institutionen zur kindgerechten Vermittlung.
Schlüsselwörter
Religiöse Sozialisation, Religionspädagogik, Entwicklung, Kindheit, Elternhaus, Kirche, Kindergarten, Schule, Erziehung, Glaubensvermittlung, Religiösmündigkeit, Interreligiöser Dialog, Identitätsbildung, Wertevermittlung, Gemeinde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der religiösen Sozialisation und Entwicklung von Kindern im Rahmen verschiedener prägender Institutionen wie Familie, Kirche, Kindergarten und Schule.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle des Elternhauses, die gemeindliche Kinderarbeit, die moralische Erziehung in Bildungseinrichtungen und das langfristige Ziel der Erziehung zur religiösen Mündigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder durch das Zusammenspiel verschiedener Akteure in ihrem religiösen Entwicklungsprozess begleitet werden können, um eine eigene Identität und Sinnfindung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Perspektive wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf religionspädagogischen Ansätzen, die den Prozess der religiösen Entwicklung im Kontext biographischer Lernschritte betrachten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die spezifischen Verantwortungsbereiche von Eltern, Kirche, Kindergarten und Schule sowie die didaktische Einordnung dieser Instanzen in den Erziehungsprozess.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Religiöse Sozialisation, Religionspädagogik, Erziehungsaufgabe der Institutionen und die Entwicklung der Religiösmündigkeit sind die prägenden Begriffe.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Elternhaus bei?
Das Elternhaus wird als erste und wichtigste Station für die religiöse Prägung und die Formung eines grundlegenden Gottesbildes angesehen, das durch familiäre Praxis vermittelt wird.
Wie schätzt der Text die Rolle von Kindergarten und Schule ein?
Diese Institutionen werden als wichtige, ergänzende Räume begriffen, die neben der Wertevermittlung auch die Aufgabe haben, Kinder im Kontext einer pluralistischen Gesellschaft für den interreligiösen Dialog zu sensibilisieren.
- Arbeit zitieren
- Marcel Butkus (Autor:in), 2009, Religiöse Sozialisation und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166527