Wer sich mit dem Phänomen Rechtsextremismus auseinandersetzen will, kommt an dessen Grundlagen, also den in dieser Arbeit behandelten Themen, nicht vorbei. Deshalb hat diese Hausarbeit vor allem das Ziel als Überblick über den aktuellen Stand der Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet dienen.
Zu diesem Zweck ist die Arbeit in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil präsentiert die Dimensionen anhand welcher rechtsextreme Einstellungen gemessen werden. Im zweiten Teil wird auf die wichtigsten Erklärungsfaktoren für rechtsextreme Einstellungen eingegangen.
Ein neuerer Bereich aus der Studie: Deutsche Zustände von Wilhelm Heitmeyer findet ebenfalls Erwähnung in dieser Arbeit. Aufgrund der Aktualität des Themas werden die Ergebnisse zur Islamphobie ausführlicher dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Dimensionen
3.1 Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur
3.2 Chauvinismus
3.3 Fremden- und Ausländerfeindlichkeit/Rassismus
3.4 Verharmlosung des Nationalsozialismus
3.5 Sozialdarwinismus
3.6 Antisemitismus
3.7 Islamphobie
3.8 Sexismus
4. Erklärungsfaktoren
4.1 Sozio-demographische Merkmale
4.2 Persönlichkeit und individuelle Situation
4.3 Erziehung
4.4 Deprivation
4.5 Lebenszufriedenheit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland zu geben, anstatt neue Erkenntnisse zu generieren. Dabei wird analysiert, welche Dimensionen zur Messung solcher Einstellungen herangezogen werden und welche Faktoren deren Entstehung begünstigen.
- Systematisierung der zentralen Dimensionen rechtsextremer Einstellungen.
- Analyse sozio-demographischer und psychologischer Erklärungsfaktoren.
- Untersuchung neuer Phänomene wie der Islamphobie im rechtsextremen Kontext.
- Diskussion der Rolle von Deprivation und Lebenszufriedenheit für die Einstellungsbildung.
- Überprüfung der Verbreitung rechtsextremer Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2 Chauvinismus
Chauvinismus meint die Einstellung zum Nationalgefühl, welches mit der Frage nach dem Mut zu starken Nationalgefühl abgedeckt wird. Die beiden anderen Fragen zielen darauf ab inwiefern ein nach Aussen hin offensiv auftretendes Deutschland befürwortet wird. Wichtig hierbei ist, dass Wert gelegt wurde auf die Abgrenzung zu positivem Patriotismus im Sinne einer Unterstützung der BRD und ihrer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ohne Abwertung anderer Gruppen oder Individuen.
Stöss fasst diese Dimension zu folgendem Statement zusammen: „Andere Völker mögen wichtiges vollbracht haben, an deutsche Leistungen reicht das aber nicht heran“ (Stöss 2007, 62). Decker und Brähler legen bei ihrer Studie den Schwerpunkt auf das Nationalgefühl und das Auftreten nach Aussen. Damit erfassen sie meiner Meinung nach leider nur einen Teilbereich. Hinzu kommt, dass sich zwei Fragen im Grunde auf ein und dasselbe Thema beziehen, das Auftreten nach Aussen. Trotzdem werde ich diese Werte benutzen da sie trotz obiger Kritik zwei extrem wichtige Teilbereiche erfassen.
Den Wunsch nach einem wieder verstärkten Nationalgefühl teilen mit 39,5% mehr als ein Drittel aller Deutschen. Die Zustimmungswerte zum Auftreten der deutschen Politik nach Aussen liegen bei knapp 30% positiver Zustimmung zu offensiveren Auftreten. Der obligatorische Vergleich von Ost und West zeigt hier einen leichten Vorsprung für Westdeutschland. Die Zustimmung ist dort um 4 Prozentpunkte höher. Die niedrigeren Werte für Ostdeutschland könnten von der antiimperialistschen und internationalen Solidarität betonenden Propaganda der DDR beeinflusst sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der rechtsextremen Einstellungen ein und legt dar, dass sie als Überblick über den Forschungsstand dient.
2. Definition: Das Kapitel differenziert zwischen rechtsextremen Einstellungen auf der Gedankenebene und tatsächlichem rechtsextremen Verhalten.
3. Dimensionen: Es werden acht verschiedene Dimensionen vorgestellt, darunter Autoritarismus, Chauvinismus und Antisemitismus, anhand derer rechtsextreme Einstellungen messbar gemacht werden.
4. Erklärungsfaktoren: Hier werden sozio-demographische Merkmale sowie psychologische und soziale Faktoren untersucht, die die Entstehung dieser Einstellungen begünstigen können.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Rechtsextremismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt, die über den Rand hinaus bis in die Mitte reicht.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Einstellungsforschung, Dimensionen, Chauvinismus, Antisemitismus, Islamphobie, Sozialdarwinismus, Erklärungsfaktoren, Deprivation, Lebenszufriedenheit, Autoritarismus, Gesellschaft, Deutschland, Ideologie, Rechtspopulismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Merkmale und Entstehungsbedingungen rechtsextremer Einstellungen in Deutschland auf Basis aktueller Studien.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Dimensionen, mit denen rechtsextreme Einstellungen gemessen werden, sowie die sozio-demographischen und psychologischen Faktoren, die deren Entwicklung begünstigen.
Was ist das primäre Ziel dieser Hausarbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zu diesem Phänomen zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Es handelt sich um eine Literatur- und Datenanalyse, die maßgeblich auf empirischen Studien von Forschern wie Heitmeyer sowie Decker und Brähler aufbaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Vorstellung der Mess-Dimensionen (wie Antisemitismus oder Islamphobie) und eine Analyse der Erklärungsfaktoren (wie Erziehung, Deprivation und Persönlichkeitsmerkmale).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rechtsextremismus, Dimensionen, Erklärungsfaktoren, Islamphobie, Antisemitismus und relative Deprivation.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Rechtsextremismus im Osten und Westen?
Die Arbeit zeigt auf, dass es regionale Unterschiede in den Zustimmungswerten gibt, weist jedoch darauf hin, dass rechtsextreme Einstellungen ein gesamtdeutsches Problem sind und nicht auf den Osten reduziert werden können.
Warum wird das Thema Islamphobie in der Arbeit gesondert betrachtet?
Die Autorin nimmt Islamphobie aufgrund ihrer hohen gesellschaftlichen Aktualität auf, obwohl diskutiert wird, ob sie eine eigenständige Dimension oder ein integraler Bestandteil rechtsextremer Einstellungen ist.
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- Wolfgang Woeste (Autor), 2008, Rechtsextreme Einstellungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166249