In der vorliegenden Ausarbeitung bespreche ich die zentralen Themen des Textes „Identität“ des amerikanischen Philosophen und Psychologen George Herbert Mead (1863 – 1931). Der heute als Klassiker angesehene Aufsatz stammt aus Meads Hauptwerk „Geist, Identität und Gesellschaft“, welches erst 1934 aus Vorlesungsmitschriften veröffentlicht wurde und dem Forschungsgebiet der Chicagoer Schule zuzuordnen ist.
Ich werde mich mit der Frage beschäftigen, inwieweit bei Mead das Soziale bei der Entwick-lung von Identität eine Rolle spielt. Hierbei gehe ich in Kapitel 2 zuerst auf die Genese von Identität ein und erkläre, weshalb Sprechen und Denken genauso wie Gesellschaft notwendige Bedingungen für die Entstehung von Identität sind und was den Menschen nach Meads Ansicht hierbei von allen anderen Tieren unterscheidet.
Das darauf folgende Kapitel 3 behandelt die beiden frühesten Stufen der Identitätsentwick-lung beim Kind: das Spiel und das Wettspiel. Ebenso stelle ich den verallgemeinerten Ande-ren (bzw. das verallgemeinerte Andere) vor, welcher bzw. welches während der Phase des Wettspiels erstmals in Form von Spielregeln auftritt und dessen Internalisierung aus einer individuellen Identität eine gesellschaftliche Identität formt. Im Anschluss gehe ich auf den Unterschied zwischen Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein ein und stelle die beiden Phasen des Selbst, das „Ich“ und das „ICH“, welche unterschiedliche Funktionen erfüllen, sowie den Geist vor.
Kapitel 4 beinhaltet die von mir im Vortrag genannten Aspekte der Verwirklichung von Identität. Ich gehe hierbei darauf ein, weshalb nach Mead Gesellschaft notwendig für die Verwirklichung von Identität ist und zeige auf, welcher Techniken sich Individuen bedienen, um sich zu profilieren bzw. von anderen vorteilhaft zu unterscheiden.
Im Schluss (Kapitel 5) beantworte ich die vorangegangene Frage und vergleiche den Aufsatz Meads mit den Erkenntnissen von Emile Durkheim, Erving Goffman und Sigmund Freud.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Voraussetzungen zur Entstehung von Identität
- Die Identitätsentwicklung
- Play und Game
- Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein
- Ich und ICH
- Der Geist
- Die Verwirklichung der Identität
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit der Frage, wie die Identität nach George Herbert Meads Theorie durch soziale Interaktionen geformt wird. Sie untersucht, welche Voraussetzungen für die Entstehung von Identität notwendig sind und wie sich diese im kindlichen Spiel und dem Wettspiel entwickeln.
- Die Rolle des Sprechens und Denkens in der Entwicklung von Identität
- Die Bedeutung des Spiels und Wettspiels für die Identitätsbildung
- Der Einfluss des „verallgemeinerten Anderen“ auf die Identität
- Die Unterscheidung zwischen „Ich“ und „ICH“
- Die Verwirklichung von Identität im gesellschaftlichen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Text „Identität“ von George Herbert Mead. Sie beleuchtet die Rolle des Sozialen bei der Entwicklung von Identität und analysiert die Voraussetzungen und Stadien der Identitätsbildung.
Voraussetzungen zur Entstehung von Identität
Dieses Kapitel stellt die These Meads vor, dass Sprechen und Denken untrennbar miteinander verbunden sind und den Menschen von Tieren unterscheiden. Es erklärt, wie diese Fähigkeiten die Entwicklung von Identität ermöglichen.
Die Identitätsentwicklung
Play und Game
Dieser Abschnitt erörtert die beiden frühesten Stadien der Identitätsentwicklung beim Kind: das Spiel (Play) und das Wettspiel (Game). Es werden die unterschiedlichen Formen des Sich-Hineinversetzens in Rollen und die Bedeutung des „verallgemeinerten Anderen“ im Wettspiel erläutert.
Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein
Das Kapitel untersucht den Unterschied zwischen Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein und die beiden Phasen des Selbst: „Ich“ und „ICH“. Es beschreibt die unterschiedlichen Funktionen dieser beiden Phasen und stellt den Geist im Kontext der Identitätsbildung vor.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Identität, soziale Interaktion, Sprechen, Denken, Spiel, Wettspiel, verallgemeinerter Anderer, Bewusstsein, Selbst-Bewusstsein, Ich, ICH, Geist, Gesellschaft, Verwirklichung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die zentralen Themen von George Herbert Meads Werk?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Identität (Self), Geist (Mind) und Gesellschaft durch soziale Interaktion und Kommunikation.
Was ist der Unterschied zwischen "Play" und "Game"?
"Play" ist das freie Rollenspiel des Kindes (z.B. Mutter-Kind), während "Game" das organisierte Wettspiel ist, bei dem Regeln und die Perspektive aller Mitspieler ("verallgemeinerter Anderer") beachtet werden müssen.
Was bedeuten "Ich" (I) und "ICH" (Me) bei Mead?
Das "Ich" (I) ist die impulsive, schöpferische Seite des Selbst, während das "ICH" (Me) die internalisierte gesellschaftliche Erwartung und die Sicht der anderen darstellt.
Wer ist der "verallgemeinerte Andere"?
Es handelt sich um die organisierten Gemeinschaften oder sozialen Gruppen, deren Haltungen und Regeln das Individuum übernimmt, um eine gesellschaftliche Identität zu bilden.
Warum sind Sprechen und Denken für die Identität wichtig?
Sprechen und Denken ermöglichen es dem Menschen, sich selbst zum Objekt zu werden (Selbst-Bewusstsein), was eine notwendige Bedingung für die Entwicklung von Identität ist.
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- Stefan Kräh (Author), 2009, Mind, Self and Society, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166219