Online-Hauptversammlungen unter Berücksichtigung des ARUG
Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen bei Online-Teilnahme, Online-Stimmabgabe und Briefwahl
Am 28.05.2009 wurde das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie (ARUG ) beschlossen, das für Aktiengesellschaften und deren Anteilseigner insbesondere die Möglichkeiten und Pflichten zur Nutzung elektronischer Medien ausweitet.
Die Master Thesis bietet einen Überblick über die aktuelle Rechtslage der Anfechtbarkeit gemäß § 243 AktG und legt dabei Augenmerk auf die mögliche Virtualisierung der Hauptversammlung.
Dies betrifft vor allem die Online-Teilnahme, die Online-Stimmabgabe sowie die Stimmabgabe per Briefwahl.
Das ARUG setzt mehrere Schwerpunkte, von denen folgende drei Berücksichtigung bei der Betrachtung finden:
· Bekämpfung räuberischer Aktionäre *
· Erleichterung der Stimmabgabe
· Verbesserung der Anwesenheitsquote in der Hauptversammlung
Im Rahmen der Darstellung des Anfechtungsrechts bilden diese zwei Fragen das flankierende Interesse:
· Welche rechtlichen und technischen Fragen stellen sich bei der Einführung der Online-Hauptversammlung nach dem ARUG?
· Welche Fragen könnten sich bei der Beachtung der typischen Anfechtungsfelder ergeben, wenn eine Online-Hauptversammlung durchgeführt wird?
Insbesondere ist von Interesse, wie die Anwendung neuer Technologien gestaltet werden muss, um funktional die bereits ohne die neue Technologie rechtlich gesicherten Tatbestände zu erfüllen.
* „Aktionäre mit kleinstem Aktienbesitz, die regelmäßig Beschlüsse der Hauptversammlungsmehrheit im Klageweg angreifen
(oder dies androhen) und sich dann den sog. Lästigkeitswert ihres Klagerechts vom Unternehmen „abkaufen“ lassen (durch
Gegenleistung gleich welcher Art)“
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Einführung und Fragestellung
- Definition der Online-Hauptversammlung
- Gesetzgeberische Gründe
- Auswirkungen für Online-Hauptversammlungen
- Rechtliche Fragen
- Technische Fragen
- Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen
- Grundlagen
- Hintergrund - das Anfechtungsrecht vor dem ARUG
- Einordnung in das System der Beschlusskontrolle
- Rechtliche Herleitung von Verfahrensfehlern eines Beschlusses
- Kausalität des Verstoßes für die Aktionärsentscheidung
- Der „objektiv urteilende“ Aktionär
- Relevanz des Verstoßes
- Rechtliche Herleitung inhaltlicher Fehler eines Beschlusses
- Konkretisierung der materiellen Beschlusskontrolle
- Kollision mit materiellem Recht
- Anfechtungsklage
- Klageberechtigte
- Gegenstand der Klage
- Zulässigkeit und Begründetheit der Klage
- Rechtsfolgen
- Wegfall der Anfechtbarkeit
- Fristablauf
- Bestätigungsbeschluss
- Zurückweisung der Anfechtung wegen Rechtsmissbrauchs
- Anfechtungsgründe
- Verfahrensfehler
- Technische Störungen
- Vorbereitungs- und Durchführungsmängel
- Verletzung von Informationspflichten
- Klageausschluss zugunsten von Spruchverfahren
- Fehlerhafte Feststellung des Abstimmungsergebnisses
- Inhaltsfehler
- Einzelvorschriften
- Verletzung der Treuepflicht
- Verletzung des Gleichbehandlungsgebots
- Unerlaubte Sondervorteile
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Online-Hauptversammlungen
- Anfechtbarkeit von Beschlüssen bei Online-Teilnahme, Online-Stimmabgabe und Briefwahl
- Auswirkungen des ARUG auf die Anfechtbarkeit von Beschlüssen
- Relevante Anfechtungsgründe
- Möglichkeiten der Anfechtungsklage
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen, die durch Online-Teilnahme, Online-Stimmabgabe oder Briefwahl zustande kommen. Sie analysiert die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für Online-Hauptversammlungen und untersucht die Auswirkungen des ARUG auf die Anfechtbarkeit von Beschlüssen, die auf diese Weise gefasst werden. Die Arbeit befasst sich insbesondere mit den relevanten Anfechtungsgründen, den Möglichkeiten der Anfechtungsklage und den Rechtsfolgen eines erfolgreichen Anfechtungsprozesses.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in die Thematik und definiert den Begriff der Online-Hauptversammlung. Es werden die gesetzlichen Grundlagen und die Auswirkungen der Online-Hauptversammlung auf die Praxis beleuchtet. Das zweite Kapitel befasst sich mit den Grundlagen des Anfechtungsrechts vor dem ARUG und untersucht die verschiedenen Anfechtungsmöglichkeiten im Rahmen der Beschlusskontrolle. Es werden sowohl formelle als auch inhaltliche Fehler bei Beschlüssen betrachtet und die verschiedenen Anfechtungsgründe detailliert analysiert. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Empfehlungen zur Vermeidung von Anfechtungsrisiken bei Online-Hauptversammlungen. Es werden praktische Tipps und Hinweise für die rechtssichere Gestaltung und Durchführung von Online-Hauptversammlungen gegeben. Das vierte Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Online-Hauptversammlungen.
Schlüsselwörter
Online-Hauptversammlung, Anfechtbarkeit, Hauptversammlungsbeschlüsse, ARUG, Aktionärsrechterichtlinie, Online-Teilnahme, Online-Stimmabgabe, Briefwahl, Anfechtungsklage, Verfahrensfehler, Inhaltsfehler, Beschlusskontrolle, Rechtssicherheit, Rechtliche Rahmenbedingungen, Technische Aspekte, Praxisrelevanz.
- Citation du texte
- Tilo Weingardt (Auteur), 2009, Online-Hauptversammlungen unter Berücksichtigung des ARUG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163873