„Es heisst, niemand liebt dich, wenn du dick bist. . . insbesondere, wenn du
eine Frau bist“
(LIGGETT, A. und LIGGETT, J., 1989, S. 14).
In der heutigen Zeit wird man mit dieser Aussage, unabhängig davon auf welchem Teil der Erde man lebt, konfrontiert. Es ist nebensächlich, ob man einen Bestseller oder eine Zeitschrift liest, den Fernseher einschaltet um eine Daily Soap oder einen Spielfilm
anzuschauen, man trifft überall schlanke Frauen an. Es wird mit Schlankheit unbewusst Schönheit, Liebe, Wohlstand, Erfolg, Sexualität und Glück assoziiert (vgl. LIGGETT, A.
und LIGGETT, J., 1989, S. 14). Dies ist ein Grund, weshalb einige Frauen, auch solche, die eine ansehnliche Figur aufweisen, Minderwertigkeitskomplexe entwickeln und überlegen, mittels welcher Diät sie schnell und effektiv abnehmen können, um möglichst bald
die vermeintlichen Erfolge des Schlank-Seins zu erreichen, nämlich erfolgreich, glücklich und in einer festen Beziehung zu sein. Dieser Irrglaube macht den meisten Menschen heutzutage schwer zu schaffen (vgl. FOX, K., 1997).
Ziel dieser Hausarbeit ist es, zu recherchieren, wie die einzelnen Schönheitsideale aus unserem und aus anderen Kulturkreisen, insbesondere aus Afrika und China, aufgebaut sind und wie sie sich entwickelt haben. Des Weiteren wollen wir einen kurzen Überblick
geben, inwiefern sich Schönheitsideale auf den Alltag der einzelnen Individuen ausüben und ausgeübt haben. Die Arbeit soll auf die weibliche Bevölkerung begrenzt werden, da wir der Ansicht sind, dass dieses Phänomen einen stärkeren Einfluss auf Frauen ausübt als auf Männer. Zudem spielt ein persönlicher Effekt eine Rolle, da es uns schwer fallen würde, uns mit der männlichen Denkweise zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
3 Schönheitsideal in der westlichen Welt
3.1 Vorherrschendes Ideal und deren Ursachen
3.2 Entwicklung
4 Schönheitsideal in China
4.1 Vorherrschendes Ideal und deren Ursachen
4.2 Entwicklung
5 Schönheitsideal in Afrika
5.1 Vorherrschendes Ideal und deren Ursachen
5.2 Entwicklung
6 Schlussfolgerung
7 Bewertung der Literaturquellen
8 Literaturverzeichnis
8.1 Bücher
8.2 Internetseiten
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kulturell geprägten Schönheitsideale in der westlichen Welt, in China und in Afrika, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Entstehung und Auswirkung auf die weibliche Bevölkerung aufzuzeigen.
- Analyse des westlichen Schlankheitsideals und dessen historischer Entwicklung.
- Untersuchung traditioneller und moderner Schönheitsnormen in China, inklusive des Füßebindens.
- Betrachtung von Schönheitsidealen in Afrika unter dem Einfluss von Globalisierung und wirtschaftlichen Faktoren.
- Diskussion der Auswirkungen von Schönheitsidealen auf das individuelle Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Frauen.
- Reflektion über den Einfluss von Medien und Werbung auf die Wahrnehmung von Schönheit und Attraktivität.
Auszug aus dem Buch
4.2 Entwicklung
Noch vor rund 90 Jahren war das Füßebinden in China eine selbstverständliche Maßnahme in der Oberschicht, um den Brautpreis zu erhöhen. In jungen Jahren, meist im Alter von fünf bis acht Jahren, begann man, mit meterlangen Stoffbandagen die Füße der Mädchen abzubinden. Dabei wurden die Zehen mithilfe der Bandagen unter die Rist-Innenseite gedrückt, so dass nur der große Zeh stehen blieb. Anschließend wurde die Bandage fest um die Ferse gelegt, damit die Zehen näher zu ihr wuchsen. Durch die große Belastung, die die Bandagen auf die Knochen ausübten, brach der Fuß meist beim Stehen, was ein durchaus erwünschter Effekt war, da man gebrochene Füße besser binden konnte (vgl. LIGGETT, A. und LIGGETT, J., 1989, S. 157).
Durch diese Maßnahmen verringerte sich die Größe des Fußes im Vergleich zu einem nicht gebundenem erheblich ( 4.3 auf der nächsten Seite). So galt ein Fuß, der 7,5 cm lang war, als „goldener Lotus“, ein Fuß mit einer Länge von 10 cm als „silberner Lotus“ und alles darüber hinaus als „eiserner Lotus“(siehe hierzu Abbildung 4.4) (vgl. LIGGETT, A. und LIGGETT, J., 1989, S. 152). “Dieses Maß wurde zu den vorrangigen Vorraussetzungen eines heiratsfähigen Mädchens“ (FU, J., 1998, S.55).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Druck auf Frauen durch Schönheitsideale und definiert das Ziel der Arbeit, diese Phänomene kulturübergreifend zu vergleichen.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Schönheitsideal, Schönheit und Ideal theoretisch definiert.
3 Schönheitsideal in der westlichen Welt: Dieses Kapitel erläutert das westliche Ideal der schlanken Frau und beleuchtet dessen historische Entwicklung unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen.
4 Schönheitsideal in China: Das Kapitel analysiert sowohl aktuelle Schönheitsnormen wie helle Haut und operative Eingriffe als auch den historischen Brauch des Füßebindens.
5 Schönheitsideal in Afrika: Es wird untersucht, wie sich afrikanische Schönheitsideale zwischen traditioneller Bevorzugung üppiger Formen und dem wachsenden westlichen Einfluss wandeln.
6 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Schönheitsideale zusammen und diskutiert den Einfluss von Medien sowie Gegenbewegungen.
7 Bewertung der Literaturquellen: Die Autoren reflektieren kritisch die Schwierigkeiten bei der Recherche und die Qualität der verwendeten Literatur.
8 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Bücher und Internetquellen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Schönheitsideal, Körperbild, Kulturvergleich, Schlankheitswahn, Globalisierung, Weiblichkeit, China, Afrika, Westliche Welt, Körperpflege, Schönheitschirurgie, Medieninfluence, Soziale Normen, Frauenbild, Essstörungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Schönheitsideale in unterschiedlichen Kulturkreisen – der westlichen Welt, China und Afrika – konstruiert sind und wie sie sich im Zeitverlauf verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung von Schönheitsidealen, dem Einfluss von Medien und Globalisierung sowie der Wirkung dieser Ideale auf den Alltag und die Gesundheit von Frauen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schönheitsideale in verschiedenen Kulturen zu recherchieren und aufzuzeigen, wie stark das Phänomen die Lebensweise von Frauen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Autoren nutzen eine literaturgestützte Analyse, um bestehende Definitionen und kulturelle Praktiken hinsichtlich Schönheit zu untersuchen und gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich nach den drei Untersuchungsregionen (Westen, China, Afrika) und betrachtet jeweils das vorherrschende Schönheitsideal sowie dessen historische und soziokulturelle Entwicklung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Schönheitsideal, Globalisierung, Körperzufriedenheit, kulturelle Differenzen und der Einfluss von gesellschaftlichen Normen auf das weibliche Selbstbild.
Welchen Einfluss hatte das Füßebinden auf das Frauenbild in China?
Das Füßebinden diente nicht nur als ästhetisches Schönheitsmerkmal, sondern war eng mit der Einschränkung der weiblichen Mobilität und der Erfüllung gesellschaftlicher Gehorsamkeits-Tugenden verknüpft.
Warum spielt die wirtschaftliche Lage bei Schönheitsidealen eine Rolle?
Die Arbeit stellt fest, dass in Zeiten wirtschaftlicher Not Körperfülle als Statussymbol gilt, während in wohlhabenden Gesellschaften Schlankheit als Zeichen von Disziplin und Erfolg bevorzugt wird.
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- Steffi Gensel (Autor), Barbara Bohn (Autor), 2010, Schönheistideale: Im Vergleich Asien, Afrika und die westliche Welt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160450