Die Theorie der Intertextualität besagt, dass kein Text innerhalb eines kulturellen Umfeldes unabhängig von der Gesamtheit aller Texte betrachtet werden kann – Bedeutung konstituiert sich aus speziellen Bezügen zu literarischen Einzeltexten eines Kulturkreises. Das grundlegende Fundament dieser Theorie bildet Roland Barthes´ Essay Der Tod des Autors, welches zugleich den Übergang von der Hermeneutik zum Strukturalismus darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- Intertextuelle Verfahren der Literatur in Alison Bechdel's Fun Home (Kapitel 1-2)
- Old Father, Old Artificer
- A Happy Death
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay analysiert die intertextuellen Verfahren in Alison Bechdels Graphic Novel „Fun Home“ im Kontext von Roland Barthes' „Der Tod des Autors“. Er untersucht, wie Bechdel die literarischen Einflüsse auf ihr Werk integriert, um die Beziehung zu ihrem Vater und die eigenen Lebenserfahrungen zu erforschen.
- Intertextualität in „Fun Home“
- Bedeutung von Literatur in Bechdels Leben und Werk
- Beziehung zwischen Autor und Leser
- Rezeption von Barthes' „Der Tod des Autors“ im Kontext von Bechdels Graphic Novel
- Die Rolle des Autors in der Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Old Father, Old Artificer
In diesem Kapitel wird der Bezug zu James Joyce' „Portrait of the Artist as a Young Man“ hergestellt, indem die Figur des Vaters als „Wärter des seelischen Gefängnisses“ Alisons dargestellt wird. Bechdels Vater, Bruce, wird mit dem griechischen Mythos von Dädalus in Verbindung gebracht, der den Minotaurus im Labyrinth einsperrte. Diese intertextuelle Verbindung verdeutlicht die doppelte Rolle von Bruce als Schöpfer und Gefangenenhalter.
A Happy Death
Das zweite Kapitel analysiert Bechdels Umgang mit Albert Camus' „A Happy Death“. Bechdels Elternleben wird mit Camus' Romanhelden verglichen, der nach Glück strebt und an der Sinnlosigkeit des Lebens scheitert. Bechdel bezieht sich auch auf den Sisyphos-Mythos, um die Rolle des Vaters als „Held des Absurden“ zu verdeutlichen, der dazu verdammt ist, ein sinnloses Dasein zu führen.
Schlüsselwörter
Dieser Essay fokussiert sich auf die Intertextualität in „Fun Home“ und ihre Bedeutung in der Rezeption von Roland Barthes' „Der Tod des Autors“. Wichtige Begriffe sind: Intertextualität, Autorschaft, Leser, Literatur, Graphic Novel, „Fun Home“, „Der Tod des Autors“, James Joyce, „Portrait of the Artist as a Young Man“, Albert Camus, „A Happy Death“, Sisyphos-Mythos.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Intertextualität in 'Fun Home'?
Intertextualität bedeutet, dass Alison Bechdel in ihrer Graphic Novel bewusst Bezüge zu Werken wie denen von James Joyce oder Albert Camus herstellt, um ihre eigene Geschichte zu deuten.
Wie wird Roland Barthes' Theorie 'Der Tod des Autors' einbezogen?
Die Arbeit untersucht, wie Bechdel die Rolle des Autors auflöst und die Bedeutung des Textes durch die Rezeption des Lesers und intertextuelle Verweise neu konstituiert.
Welche Verbindung besteht zwischen Bruce Bechdel und James Joyce?
Alisons Vater wird mit dem Dädalus-Mythos und Joyce' 'Portrait of the Artist as a Young Man' verknüpft, was seine Rolle als Schöpfer und 'Gefangenenhalter' symbolisiert.
Wie wird Albert Camus in 'Fun Home' rezipiert?
Bechdel nutzt Camus' 'A Happy Death' und den Sisyphos-Mythos, um das Leben ihres Vaters als Kampf mit dem Absurden und der Sinnlosigkeit darzustellen.
Warum ist die Graphic Novel ein Medium für diese literarische Analyse?
Die Kombination aus Bild und Text ermöglicht es Bechdel, komplexe intertextuelle Referenzen visuell und erzählerisch auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu verarbeiten.
- Quote paper
- Lena Kleinschmidt (Author), 2010, Intertextuelle Verfahren der Literatur in Alison Bechdel´s Fun Home (Kapitel 1-2) in Bezug auf Roland Barthes´ Der Tod des Autors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157350