In dieser Arbeit werde ich versuchen herauszuarbeiten, wie Justiz und Psychoanalyse sich zueinander verhalten. Um die Schwierigkeiten einer Zusammenarbeit dieser beiden Disziplinen darzustellen, wird es nötig sein, kurz in die grundlegenden Konzepte der Psychoanalyse nach Freud einzuführen. Am Beispiel der antisozialen Tendenz nach Winnicott werde ich dann Grundlagen für die Entstehung antisozialen bzw. kriminellen Verhaltens anführen. Kern dieser Arbeit wird es sein, den Zusammenhang zwischen unbewusster Motivation und der daraus resultierenden bewussten strafbaren Handlung aufzuzeigen. Welche Möglichkeiten oder Verpflichtungen ergeben sich daraus für eine gerechtere Jurisdiktion?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Objekt
- Internalisierung
- Das Ich, das Selbst und die Repräsentanzen
- Introjektion, Identifikation und Inkorporation
- Eros und Todestrieb
- Die Objektbeziehungstheorie
- Repräsentanzenbildung jenseits des Ödipuskomplexes
- Affekt und Emotion
- Affekt und Trieb
- Affekt und Objekt
- Die Psychopathologie des Hasses
- Die Wut
- Der Hass
- Zur Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen
- Schwere Persönlichkeitsstörungen und klassisches Strukturmodell
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung der klassischen Freud’schen Trieb- und Strukturtheorie im Kontext der Objektbeziehungstheorie. Das Ziel ist, den Zusammenhang zwischen Affekten, Objektbeziehungen und Trieben bei der Bildung unbewusster Motivationen zu untersuchen. Insbesondere wird die Rolle des Affekts der Wut und des Hasses in der Entwicklung schwerer Persönlichkeitsstörungen beleuchtet.
- Die Bedeutung der Objektbeziehungstheorie für die psychoanalytische Theoriebildung
- Die Rolle von Affekten und Trieben in der Entstehung unbewusster Motivationen
- Die psychopathologischen Auswirkungen von Wut und Hass im Kontext schwerer Persönlichkeitsstörungen
- Die Verbindung der Objektbeziehungstheorie mit dem klassischen Strukturmodell der Psychoanalyse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung bietet einen Überblick über die Entwicklung der psychoanalytischen Theorie und führt die wichtigsten Themen der Arbeit ein. Das erste Kapitel beleuchtet den Begriff des „Objekts“ in der Psychoanalyse und stellt die Konzepte der Internalisierung, der Selbst- und Objektrepräsentanzen sowie der Introjektion und Identifikation vor. Das zweite Kapitel widmet sich der Objektbeziehungstheorie und erläutert den Zusammenhang zwischen Affekten, Trieben und Objektrepräsentanzen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Psychopathologie des Hasses und untersucht die Bedeutung von Wut und Aggression in der Organisation schwerer Persönlichkeitsstörungen.
Schlüsselwörter
Objektbeziehungstheorie, Affekt, Aggression, schwere Persönlichkeitsstörungen, Wut, Hass, Trieb, Internalisierung, Repräsentanzen, Introjektion, Identifikation, Ödipuskomplex, Strukturmodell.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Objektbeziehungstheorie?
Es ist eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse, die sich darauf konzentriert, wie frühe Beziehungen zu Bezugspersonen (Objekten) verinnerlicht werden und die spätere Persönlichkeitsstruktur sowie das Verhalten prägen.
Wie hängen Affekte und schwere Persönlichkeitsstörungen zusammen?
Bei schweren Persönlichkeitsstörungen sind Affekte wie Wut und Hass oft extrem intensiv und unzureichend integriert. Dies führt zu Instabilität in den Selbst- und Objektrepräsentanzen.
Was bedeutet "Internalisierung" in der Psychoanalyse?
Internalisierung beschreibt den Prozess, durch den äußere Interaktionen und Beziehungsmerkmale in psychische Strukturen (Introjektionen und Identifikationen) umgewandelt werden.
Welche Rolle spielt der Hass in der Psychopathologie?
Hass wird als pathologische Organisation von Aggression gesehen, die darauf abzielt, das "böse Objekt" zu zerstören. Bei schweren Störungen kann dies das gesamte Erleben dominieren.
Wie verhalten sich Justiz und Psychoanalyse zueinander?
Die Arbeit untersucht, wie psychoanalytisches Wissen über unbewusste Motivationen zu einer gerechteren Jurisdiktion beitragen kann, indem strafbare Handlungen im Kontext der psychischen Entwicklung verstanden werden.
Was ist der Unterschied zwischen Ich, Selbst und Repräsentanzen?
Das Ich ist die ausführende Instanz, das Selbst die Gesamtheit der Person und Repräsentanzen sind die inneren Abbilder von sich selbst und anderen Personen, die durch Erfahrung entstehen.
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- Dipl.-Psych. Lars Tischler (Author), 2010, Objektbeziehungstheorie, Affekt, Aggression und schwere Persönlichkeitsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156450