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Moral als Antrieb einer Lebenseinstellung?

Oder: Die Humanität der Iphigenie auf Tauris

Titel: Moral als Antrieb einer Lebenseinstellung?

Seminararbeit , 2008 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: B.A. Marco Schindler (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das von Johann Wolfgang von Goethe um 1787 geschaffene Schauspiel um Iphigenie gilt bei Literaturwissenschaftlern als Leitbild des Humanitätsgedankens der Klassik, da ihr Handeln in den problematischen Situationen stets als konsequent zu bezeichnen ist und sie durch ihren Mut und den Glauben an eine Zukunft in der Heimat die Menschlichkeit vorzuleben scheint. So wird thematisiert werden, dass sie beispielsweise Hinrichtungen auch nach Weisung des Königs nicht durchführt, welche dazu dienen sollten, der Göttin Diana ein Opfer darzubieten. Ihre moralische Identität verweigert der Iphigenie ein derartiges Vorgehen und hätte zu physischen Konsequenzen führen können, wäre ihr nicht die tiefe Zuneigung des Königs gewiss. Somit soll als das Ziel dieser Ausarbeitung die Darstellung des Humanitätsgedankens innerhalb des Schauspiels im Kontext zu der als durchaus gefährlichen eigenen Lebenssituation der Priesterin auf Tauris aufgezeigt werden. Wodurch wird die Iphigenie angetrieben, den Humanitätsgedanken sukzessive zu verfolgen und dem Druck des Königs zur Ehebindung nicht zu erliegen? Spezifische Merkmale der Humanität sollen betrachtet und anschließend mit dem Schauspiel verglichen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Vorgehensweise

2. Moralischer Mythos der Iphigenie

2.1 Definition und Entstehung des Mythos

2.2 Iphigenie als Mythos?

3 Stetigkeit des Handlungsaufbaus im Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“

4 „Iphigenie ist auch nur ein Mensch …“

4.1 Der Begriff der Humanität

4.2 Wahrheit und Menschlichkeit im Schauspiel

4.3 „Iphigenie auf Tauris“ als Vorbild – Abbild – Gegenbild

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Humanitätsgedanken in Goethes „Iphigenie auf Tauris“ vor dem Hintergrund der existenziellen Bedrohung der Protagonistin auf Tauris. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Iphigenie durch moralisches Handeln und den Mut zu unpopulären Entscheidungen der Gewalt entgegnet und somit eine Vorbildfunktion einnimmt.

  • Analyse des Mythenverständnisses und dessen Bezug zur Figur der Iphigenie.
  • Untersuchung der strukturellen Stetigkeit des Handlungsaufbaus im Schauspiel.
  • Definition und Interpretation des Begriffs der Humanität im Kontext der Weimarer Klassik.
  • Reflektion über Wahrheit und Menschlichkeit als zentrale Motive der Konfliktlösung.
  • Betrachtung des Werkes als Vorbild, Abbild und Gegenbild der Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition und Entstehung des Mythos

Innerhalb des ersten Abschnittes sollen einige definitorische Ansätze zur Thematik aufgegriffen werden, damit im Anschluss mit den Begrifflichkeiten verständlich argumentiert werden kann. Der Begriff Mythos stammt aus dem griechischen Sprachgebrauch und umfasst sagenhafte Geschichten und Erzählungen, die sich vermehrt auf Götter und Helden beziehen. Weiter lassen sich fünf Bereiche innerhalb des Mythos unterscheiden, in denen davon gesprochen werden kann. Demnach befasst sich ein Mythos mit Fragen des Ursprungs der Welt oder dessen Ende, mit der Entstehung der Götter, der Menschen oder aber mit rätselhaften Naturphänomenen. „Der Mythos lässt sich auch als Versuch erklären, Moralisches, Existenzielles oder Mystisches in Symbolen zu gestalten.“ Auf diese angeführten Begriffe (Moral, Existenz, Mystik) wird diese Ausarbeitung im weiteren Verlauf explizit eingehen. Doch zunächst soll der Fokus auf die nähere Betrachtung der Entstehung eines Mythos gelegt werden.

„Mythenerzählungen sind oder erscheinen willkürlich, sinnlos, absurd; dennoch tauchen sie überall in der Welt immer wieder auf.“ Wie bereits erwähnt wurde, werden innerhalb eines Mythos Götter und Helden verehrt. Dies geschieht zum einen durch Personifikationen. Hierbei werden dem Helden ganz menschliche Eigenschaften zugeschrieben, mit denen auch schwierigste Situationen bewältigt werden können. Die Bedrohung des eigenen sowie der Leben ganzer Völker nehmen thematisch eine zentrale Position in den Mythensagen ein. Zum anderen werden, um die Geschehnisse weitaus dramatischer auf die Rezipienten wirken zu lassen, die Handlungsabfolgen dramatisiert und ausgeschmückt. Nach Levi-Strauss existiert bei einem Mythos ein spezifisches Denkmuster beim Rezipienten, wonach explizit Botschaften über Lebenshaltungen durch den Mythos übermittelt werden. So überdauern die Sagen um diverse Helden, zeitlich gesehen, durch Hyperbeln aber auch durch `versteckte Tipps zum Leben´, mit denen die Fantasien der Rezipienten angeregt und verstärkt werden sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die missliche Lage der Iphigenie auf Tauris ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihres moralischen Antriebs und Humanitätsverständnisses.

2. Moralischer Mythos der Iphigenie: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Mythos und untersucht, inwieweit Iphigenie selbst mythische Züge trägt oder diese durch ihre moralischen Entscheidungen überwindet.

3 Stetigkeit des Handlungsaufbaus im Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“: Hier werden formale Baugesetze des Dramas analysiert, wie etwa die Struktur der Anreden und die Linderung des Seelenzustandes zum Ende jedes Aufzuges.

4 „Iphigenie ist auch nur ein Mensch …“: Dieser Abschnitt beleuchtet den Begriff der Humanität, die Rolle von Wahrheit und Menschlichkeit im Stück sowie die Rezeption des Werkes als Vorbild, Abbild oder Gegenbild.

5 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von Iphigenies Handeln als aufklärerisches Vorbild für ein friedliches Miteinander.

Schlüsselwörter

Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, Humanität, Mythos, Weimarer Klassik, Moral, Handlungsmotiv, Menschlichkeit, Wahrheit, Aufklärung, Figurenkonstellation, Vorbildfunktion, Konfliktlösung, Ethik, Drama.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ unter dem speziellen Fokus, wie moralische Prinzipien und der Humanitätsgedanke das Handeln der Hauptfigur bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Mythenverständnis, der Handlungsaufbau des Dramas, die Definition von Humanität sowie die ethischen Konflikte zwischen den Akteuren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, was Iphigenie dazu antreibt, den Humanitätsgedanken konsequent zu verfolgen und dem Druck von außen – insbesondere durch den König Thoas – nicht nachzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung von Textstellen, der Figurenkonstellation und der Einordnung in den Kontext der Weimarer Klassik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mythos-Begriffs, eine strukturelle Analyse des Handlungsaufbaus und eine detaillierte Betrachtung des Humanitätsideals anhand von Vorbild-, Abbild- und Gegenbild-Funktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Iphigenie, Humanität, Moral, Wahrheit, Aufklärung, Mythos und die Weimarer Klassik.

Welche Rolle spielt die Figur des Königs Thoas für Iphigenie?

Thoas stellt den Gegenpol dar; er verkörpert eine autokratische, an Götter-Vorgaben gebundene Moral, während Iphigenie für eine selbstbestimmte, menschliche Ethik eintritt.

Warum wird Iphigenie im Text als „Vorreiterin der Aufklärung“ bezeichnet?

Weil sie bestehende, unmenschliche religiöse Strukturen hinterfragt und sich durch ihr Handeln aus der eigenen Unmündigkeit befreit, um verantwortungsvoll zu handeln.

Wie bewertet die Arbeit das „friedliche Ende“ des Schauspiels?

Das Ende wird als Ergebnis von Iphigenies konsequentem Wagnis der Wahrheit gewertet, durch das sie eine Transformation der Gefühlswelt des Königs und eine unblutige Lösung erreicht.

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Details

Titel
Moral als Antrieb einer Lebenseinstellung?
Untertitel
Oder: Die Humanität der Iphigenie auf Tauris
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
B.A. Marco Schindler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V153758
ISBN (eBook)
9783640662210
ISBN (Buch)
9783640662494
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Iphigenie Tauris Moral
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Marco Schindler (Autor:in), 2008, Moral als Antrieb einer Lebenseinstellung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153758
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Leseprobe aus  20  Seiten
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