Schlagzeilen wie "Autozulieferer kippen wie Dominosteine" und weitere Meldungen der bekannten Tageszeitungen weisen auf die aktuell schwierige Lage bei den Autozulieferern hin. Die Krise an den Finanzmärkten, hat besonders in der Automobilbranche zu stark rückläufigen Absatzzahlen geführt. In der Automobilbranche hat die Währungsabsicherung einen hohen Stellenwert und Währungsmanagement wird bereits aktiv betrieben.
Angesichts der hohen Volatilität der letzten Monate gewinnt die Thematik der Wechselkursrisiken und deren Sicherung an Aktualität. Es ist daher für Unternehmen, die einen Großteil der Umsätze in Nicht-Euro Ländern erwirtschaften, sinnvoll dieses Wechselkursrisiko aktiv zu managen. Deswegen ist das Risikomanagement vor allem in Zeiten volatiler Kapitalmärkte von strategischer Bedeutung. So ist bei der Erschließung internationaler Märkte auch das damit
einhergehende Wechselkursrisiko zu berücksichtigen.
Durch die momentane Finanzkrise entsteht jedoch gerade bei bestehenden
Sicherungsgeschäften verstärkt Handlungsbedarf, wenn Veränderungen im
Grundgeschäft eintreten es vollständig entfällt.
Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser ein Verständnis für diese Problematik zu vermitteln und aufzuzeigen, wie die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (HVB) in der aktuellen Krisensituation ihre mittelständischen Firmenkunden bei aktivem Währungsmanagement unterstützt.
Einführend soll ein kurzer Überblick über Währungen sowie deren Risiken und die Anforderungen an ein Währungsmanagement in Krisenzeiten gegeben werden. Zudem wird die Übersicherungsproblematik anhand eines kurzen fiktiven Beispiels erläutert. Anschließend werden einige klassische Strategien zur Risikominimierung und Chancenoptimierung erklärt. Die theoretischen Ansätze werden im vierten Kapitel auf einen Praxisfall angewendet. An dieser Stelle wird zunächst das Unternehmen vorgestellt. Es werden der Einfluss der aktuellen Krise auf das Währungsmanagement des Unternehmens und ein sich daraus veränderter Handlungsbedarf thematisiert. Im Vordergrund steht die Problematik der Übersicherung, dargestellt anhand einer Chancen-Risiken Analyse.
Den Abschluss bilden im 4. Kapitel eine Handlungsempfehlung, wie es möglich ist, der Übersicherungsproblematik ex Ante optimaler begegnen zu können. Die Arbeit endet mit einem kurzen Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen und Begriffsdefinitionen für ein Währungsmanagement in Krisenzeiten
2.1. Wechselkursrisiko
2.2. Management von Wechselkursrisiken
2.3. Besondere Anforderungen an Währungsmanagement in Krisenzeiten
3. Instrumente für das Management von Währungsrisiken
3.1. Grundlagen
3.2. Absicherungsinstrumente
3.2.1. Devisentermingeschäft
3.2.2. Devisenoption
3.3. Optimierungsstrategien
3.3.1. Participation Forward
3.3.2. Option mit Chance
4. Praktische Anwendung am Beispiel der Autozulieferer AG
4.1. Ausgangssituation
4.2. Chancen und Risiken Analyse
4.3. Besondere Auswirkungen auf Sicherungsgeschäfte in der Finanzkrise
4.4. Herausforderungen an das Währungsmanagement in der Krise
4.4.1. Absicherung mit DTG
4.4.2. Optimierungsmöglichkeiten bestehender Sicherungsgeschäfte
4.5. Handlungsempfehlung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Problematik der Übersicherung von Wechselkursrisiken in Krisenzeiten zu beleuchten und Strategien aufzuzeigen, wie Unternehmen mittels eines aktiven Währungsmanagements – unterstützt durch Banken wie die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG – flexibel auf unvorhergesehene Auftragseinbrüche reagieren können.
- Grundlagen des Währungsrisikomanagements in volatilen Märkten
- Analyse der Übersicherungsproblematik durch unerwarteten Wegfall von Grundgeschäften
- Einsatz und Vergleich verschiedener Sicherungsinstrumente (DTG, Devisenoptionen)
- Praxisnahe Modellierung von Chancen-Risiko-Profilen bei Autozulieferern
- Entwicklung flexibler Handlungsempfehlungen zur Risikominimierung
Auszug aus dem Buch
4.4.2. Optimierungsmöglichkeiten bestehender Sicherungsgeschäfte
In erster Linie sollte versucht werden die Erfüllung aus den Grundgeschäften sicherzustellen. Bestehen bereits übersicherte Positionen, besteht ex Post kaum Handlungsspielraum mehr.
Die sich bietenden Möglichkeiten wären für das Unternehmen, einerseits das DTG planmäßig zu erfüllen, wobei sich die bereits beschriebenen Chancen & Risiken von schwankenden Wechselkursen ergeben, oder andererseits ein Gegengeschäft abzuschließen und die Position glattzustellen. Hierbei einen „geeigneten“ Kurs abzuwarten kann sich nicht jede Treasury Abteilung im Sinne ihrer Vorgaben „zugestehen“.
Folglich müssen Lösungen erarbeitet werden, mit denen sich diese Übersicherungsproblematik, im Sinne einer besseren Planungssicherheit, bestmöglich ex Ante managen lässt.
Da die Übersicherungsproblematik in erster Linie aus der starren Absicherung mittels DTG’s entsteht, ist der „sorgfältige Einsatz von Derivaten … unverzichtbar.“
Wichtig ist es zudem Lösungen zu finden, die individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten werden. Kalkulationssicherheit für den wirtschaftlichen Ernstfall lässt sich durchaus mit einer Teilhabe an sinkenden Preisen kombinieren und das Unternehmen bleibt, bei gleichzeitiger Absicherung von Worstcasekursen, flexibel. Für die Optionsprämie (ähnlich einer Versicherung) gilt: Tritt der Schadensfall nicht ein, ist die Prämie verloren. Doch gerade in volatilen Marktphasen, in denen keine klaren Trends ableitbar sind, sollten sich Unternehmer nicht ausschließlich auf Analystenmeinungen verlassen müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit thematisiert die aktuell schwierige Lage der Autozulieferer aufgrund der Finanzkrise und die damit verbundene Notwendigkeit eines aktiven Währungsmanagements.
2. Grundlagen und Begriffsdefinitionen für ein Währungsmanagement in Krisenzeiten: Es werden die zentralen Begriffe rund um Wechselkursrisiken und die besonderen Anforderungen an das Risikomanagement in instabilen Marktphasen definiert.
3. Instrumente für das Management von Währungsrisiken: Dieses Kapitel stellt klassische Sicherungsinstrumente wie Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen sowie optimierte Strategien zur Risikominimierung vor.
4. Praktische Anwendung am Beispiel der Autozulieferer AG: Anhand einer Fallstudie werden die theoretischen Ansätze angewendet, um die Problematik der Übersicherung bei auftretenden Auftragseinbrüchen zu analysieren.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, von starren Absicherungsstrategien Abstand zu nehmen und zugunsten höherer Flexibilität derivative Finanzinstrumente in das Währungsmanagement einzubinden.
Schlüsselwörter
Wechselkursrisiko, Währungsmanagement, Übersicherung, Finanzkrise, Autozulieferer, Devisentermingeschäft, Devisenoption, Risikomanagement, Kursvolatilität, Absicherungsstrategie, Hedging, Value-at-Risk, Treasury, Planungssicherheit, Derivate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen des Währungsmanagements für Unternehmen in Krisenzeiten, speziell im Hinblick auf das Risiko der Übersicherung durch den Wegfall von Grundgeschäften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Wechselkursrisiko, die Anwendung von Absicherungsinstrumenten wie Devisentermingeschäften und Optionen sowie die Strategieoptimierung bei unerwarteten Auftragseinbrüchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Problematik der Übersicherung zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie Unternehmen mittels flexibler Strategien ihre Risikoprofile auch in Krisenzeiten optimal steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung nutzt eine Kombination aus theoretischen Grundlagen der Finanzwirtschaft und einer praktischen Fallstudie, die statistische Value-at-Risk-Methoden zur Chancen-Risiko-Analyse einsetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Instrumente zur Risikominimierung erklärt und anschließend auf den Praxisfall einer Autozulieferer AG angewendet, um die Auswirkungen von Auftragseinbrüchen auf bestehende Absicherungen zu simulieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Wechselkursrisiko, Übersicherung, Währungsmanagement, Devisentermingeschäft, Finanzkrise und flexible Hedging-Strategien.
Wie führt ein Auftragseinbruch konkret zur Übersicherung?
Wenn ein Unternehmen den Währungsbedarf für geplante Aufträge bereits durch ein Devisentermingeschäft abgesichert hat, aber diese Aufträge wegfallen, bleibt die Absicherung bestehen. Das Unternehmen ist somit in einer Währungsposition „übersichert“, was zu einem ungewollten, meist riskanten, Chancen-Risiko-Profil führt.
Warum wird im Fazit von „starren“ Strategien abgeraten?
Starre Strategien (wie eine 100-prozentige Absicherung via Devisentermingeschäft) funktionieren nur bei stabilen Grundgeschäften. In Krisenzeiten führen sie bei Auftragsschwund jedoch zu einer unflexiblen Kosten- und Risikofalle, weshalb ein Mix aus verschiedenen Derivaten empfohlen wird.
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- Alexandra Weck (Autor), 2009, Management von Wechselkursrisiken in Krisenzeiten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153105