Im Jugendstrafrecht dominiert der Erziehungsgedanke, was jedoch nicht
heißt, dass sich das Jugendstrafrecht ausschließlich auf das ,,Erziehen" konzentriert
und die generalpräventive, repressive Funktion unberücksichtigt lässt, die in der
öffentlichen Diskussion immer wieder zyklisch aufflammt. Es ist unbestritten, dass
dem ,,Jugend-strafrecht als echtem Strafrecht ganz wesentlich die Funktion
zukommt, die Werte und Normen der Gesellschaft zu bestätigen und derart den
Rechtsfrieden zu verteidigen" (Streng 2008: 9).
Darüber hinaus räumt das Jugendstrafrecht Spielräume für positive,
spezialpräventive Strategien ein, die es vor allen Dingen bei jungen und jüngeren
Straftätern zu nutzen gilt.
Inhaltsverzeichnis
- Impuls: Aus dem Führungsbericht eines Straftäters
- Allgemeine Angaben
- Zum Erziehungsgedanken im heutigen Jugendstrafrecht
- Leitprinzip: Verantwortung
- Anliegen
- Problemstellung
- Theoretische Grundlagen
- Kriminelles Handeln verstehen
- Devianz als Ergebnis von Sozialisation?
- Moralische Urteilskompetenz jugendlicher Straftäter
- Erziehungsmaßnahme: Kompetenztraining
- Resumé
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die kriminellen Verhaltensweisen von Jugendlichen und Heranwachsenden aus einer mikro- und makrosozialen Perspektive. Ziel ist es, auf Grundlage einschlägiger Theorien der Kriminologie Erkenntnisse für einen Lernprozess zu gewinnen, der es delinquenten Jugendlichen ermöglicht, neue, pro-soziale Verhaltensweisen zu erwerben und alte, anti-soziale Verhaltensweisen zu verändern.
- Der Erziehungsgedanke im heutigen Jugendstrafrecht
- Die Bedeutung von Verantwortung für delinquenten Jugendliche
- Die Rolle von Sozialisation und Lernen im Kontext kriminellen Verhaltens
- Die Bedeutung von Peergroups und Kontrollinstanzen für die Entwicklung von Verhaltensweisen
- Männlichkeitsvorstellungen als Einflussfaktor auf kriminelles Verhalten
Zusammenfassung der Kapitel
- Impuls: Aus dem Führungsbericht eines Straftäters: Dieser Abschnitt stellt den Ausgangspunkt der Arbeit dar und zeigt anhand eines konkreten Beispiels die Problematik delinquenten Verhaltens auf. Der Führungsbericht eines 17-jährigen Strafgefangenen verdeutlicht die Komplexität der Situation und die Schwierigkeiten, Jugendliche mit kriminellen Verhaltensweisen zu stabilisieren.
- Allgemeine Angaben: In diesem Kapitel wird der Erziehungsgedanke des Jugendstrafrechts näher beleuchtet. Es wird betont, dass das Jugendstrafrecht nicht nur auf „Erziehen“ ausgerichtet ist, sondern auch eine generalpräventive, repressive Funktion erfüllt. Weiterhin wird das Leitprinzip „Verantwortung“ betrachtet und die Bedeutung von Vertrauen für die Rehabilitation von Jugendlichen hervorgehoben. Die Arbeit formuliert zudem ihr Anliegen, nämlich Erkenntnisse für einen Lernprozess zu gewinnen, der es Jugendlichen ermöglicht, neue, pro-soziale Verhaltensweisen zu erlernen.
- Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit verschiedenen Theorien, die kriminelles Handeln erklären. Sutherland's „Theory of differential association“ wird erläutert, die besagt, dass kriminelles Verhalten in einem Lernprozess erworben wird und durch Kontakte mit kriminellen Gruppen beeinflusst wird. Die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen, die den Einfluss von delinquenten Freunden auf Gewaltbereitschaft belegt, wird ebenfalls diskutiert. Weiterhin werden die Erkenntnisse von Cohen zur Bandendelinquenz dargestellt, die die Bandenkultur als Reaktion auf Versagens- und Frustrationssituationen interpretiert.
- Erziehungsmaßnahme: Kompetenztraining: Dieser Abschnitt behandelt eine konkrete Erziehungsmaßnahme, das Kompetenztraining. Es wird nicht näher erläutert, welche Art von Kompetenztraining im Fokus steht, sondern es wird lediglich erwähnt, dass diese Maßnahme eine Möglichkeit zur Förderung von pro-sozialem Verhalten bei Jugendlichen darstellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themenbereiche Jugendstrafrecht, Erziehungsgedanke, Verantwortung, Devianz, Sozialisation, kriminelles Handeln, differentielles Lernen, Bandendelinquenz, Männlichkeitsvorstellungen und Kompetenztraining.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt der Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht?
Er ist das dominierende Prinzip, um junge Straftäter zu resozialisieren, wobei auch generalpräventive und repressive Funktionen gewahrt bleiben.
Was besagt Sutherlands "Theory of differential association"?
Sie besagt, dass kriminelles Verhalten in einem sozialen Lernprozess durch den Kontakt mit kriminellen Gruppen und deren Normen erworben wird.
Wie beeinflussen Peergroups die Jugendkriminalität?
Studien belegen, dass delinquente Freunde die eigene Gewaltbereitschaft massiv erhöhen können (Bandenkultur als Reaktion auf Frustration).
Was ist das Ziel von Kompetenztrainings für jugendliche Straftäter?
Ziel ist der Erwerb neuer pro-sozialer Verhaltensweisen und die Veränderung alter, anti-sozialer Muster durch gezielte Lernprozesse.
Welchen Einfluss haben Männlichkeitsvorstellungen?
Bestimmte Männlichkeitsbilder gelten als Risikofaktor, der kriminelles Handeln als Mittel zur Statusgewinnung innerhalb einer Gruppe fördern kann.
- Citation du texte
- Ellen M. Zitzmann (Auteur), 2010, Lernprozesse und Devianz bei jugendlichen Straftätern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152051