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Das Konzept des Körpers bei modernen japanischen Schriftstellerinnen am Beispiel von Kôno Taekos „Knabenjagd“

Título: Das Konzept des Körpers bei modernen japanischen Schriftstellerinnen am Beispiel von Kôno Taekos „Knabenjagd“

Trabajo Escrito , 2008 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Julia Leser (Autor)

Literatura - Asia
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So vielfältig die Erfahrungen sind, mit denen unser Körper jeden Tag aufs Neue konfrontiert wird, so sind es auch die feministischen Theorien, die sich mit den Aspekten des Körpers auseinandersetzen. Der Körper kann zu einem Schlachtfeld werden, auf dem Natur und Kultur aufeinander treffen. Wer „Körper“ sagt, spricht auch immer von Fleisch und Blut, und deutet auf unser Innigstes und Persönlichstes hin. Was in dieser Bedeutungsvielfalt unser Körper eigentlich ist und wie er zum Körper wurde, kann allerdings nur aus einer genealogischen Perspektive sichtbar gemacht werden.
In dieser Arbeit möchte ich zeigen, wie moderne japanische Schriftstellerinnen das Motiv des Körpers in ihren Werken nutzen, um die diskursiven Herrschaftsstrukturen ihres Heimatlandes zu kritisieren.
Dabei soll zunächst im ersten Teil dieser Arbeit auf genau diese Herrschaftsstrukturen Japans eingegangen werden, unter denen bis heute die Frauen im Allgemeinen und die Schriftstellerinnen im Besonderen zu leiden haben. Wie es die japanischen Autorinnen jedoch schaffen, Kritik am patriarchal-kapitalistischen System zu äußern, und in welcher Art und Weise sich dieser Widerstand auf die dekonstruktivistisch-theoretischen Überlegungen Judith Butlers stützen kann, versuche ich am Beispiel der Autorin Kôno Taeko und ihrem Werk „Knabenjagd“ zu analysieren. Auch bei Kôno ist der Körper ein zentrales Motiv, welches in ihren Darstellungen von Sexualität und Gewalt einen schockierenden Ausdruck findet und konventionelle Rollenvorstellungen vollkommen auf den Kopf stellt.
Neben Judith Butler möchte ich mich vor allem auf die Ausführungen der Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit stützen, die sich seit den siebziger Jahren mit zeitgenössischer japanischer Literatur, vor allem weiblicher Literatur, auseinandersetzt und beispielsweise auch dafür verantwortlich ist, dass man die Werke großer japanischer Schriftstellerinnen in einer deutschen Übersetzung lesen kann.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Frauenliteratur“ in Japan

2.1 Einführende Betrachtungen zur Stellung der japanischen Frau und ihrem Selbstverständnis

2.2 Ursprünge und Entwicklung des Genres „Frauenliteratur“ in Japan

2.3 Stellung der Autorinnen im modernen Japan

3. Das Zentralmotiv des Körpers in Kôno Taekos Werk „Knabenjagd“

4. Der Körperdiskurs bei zeitgenössischen japanischen Schriftstellerinnen

4.1 Körper, gender und Identität bei Judith Butler

4.2 Anwendung des Körperdiskurses in der modernen „Frauenliteratur“ Japans und Schlussfolgerungen für den politischen Wert der Diskurse

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie moderne japanische Schriftstellerinnen das Motiv des Körpers in ihren Werken nutzen, um diskursive Herrschaftsstrukturen zu kritisieren und patriarchale Rollenbilder zu dekonstruieren, wobei am Beispiel von Kôno Taekos „Knabenjagd“ und unter Rückgriff auf die Diskurstheorien von Judith Butler analysiert wird, wie durch die Subversion dieser Motive neue Identitätsentwürfe geschaffen werden.

  • Die gesellschaftliche Stellung und das Selbstverständnis japanischer Frauen
  • Die historische Genese und Kritik des Genres „Frauenliteratur“ in Japan
  • Die Analyse des weiblichen Körpers als zentrales literarisches Motiv in Kôno Taekos „Knabenjagd“
  • Die Anwendung dekonstruktivistischer Theorien von Judith Butler auf japanische Literatur
  • Der politische Wert körperzentrierter Diskurse als Widerstandsform gegen patriarchale Strukturen

Auszug aus dem Buch

Das Zentralmotiv des Körpers in Kôno Taekos Werk „Knabenjagd“

Kôno Taeko, die 1926 in Ôsaka in Japan geboren wurde, begann ihre schriftstellerische Laufbahn erst sehr spät. Zögerlich fanden ihre Texte erst bei Kritikern, mit der Veröffentlichung von „Knabenjagd“ dann auch bei einer breiteren Leserschaft Anerkennung. Heute gilt sie in ihrem Heimatland als eine der wichtigsten Autorinnen und wurde mit zahlreichen Preisen für ihr literarisches Werk ausgezeichnet.

„Knabenjagd“, mit der ihr im Jahre 1961 ihr kommerzieller Durchbruch gelang, enthielt bereits damals die für Kôno charakteristischen Konstellationen und Motive: „Akiko Hayashi verabscheute nichts so sehr wie kleine Mädchen im Alter zwischen drei und etwa zehn Jahren. Wenn sie wie üblich geheiratet hätte, so besäße sie jetzt wohl ein Kind in jenem Alter. Oft musste sie darüber nachdenken, was sie wohl täte, wenn es ein Mädchen geworden wäre.“ (Kôno, 1996: 5)

Mit diesen ersten Sätzen legt die Autorin nicht nur eine spezifische Stimmung fest, sondern charakterisiert zudem eine Frauengestalt, die sehr häufig in ihren Erzählungen anzutreffen ist: Akiko, eine etwa dreißigjährige Frau, die das als verbindlich geltende Heiratsalter bereits überschritten hat, hegt eine große Neigung gegenüber kleinen Knaben und lebt mit dem etwas groben Firmenangestellten Sasaki zusammen. Mit ihm wiederum teilt sie die Vorliebe für sadomasochistische Praktiken, wobei Akiko zwar die Bestrafte, Sasaki jedoch der herrisch Herumkommandierte ist. Grausame Bestrafungen und brutale Züchtigungen sind auch Gegenstand von Akikos Träumen, wo sie sich als Zeugin einer Szene erlebt, in der ein Mann und eine nicht sichtbare Frau einen Knaben, den Sohn des Mannes, zu Tode quälen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die feministische Auseinandersetzung mit dem Körper als Schlachtfeld zwischen Natur und Kultur ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Nutzung des Körpermotivs zur Kritik an japanischen Herrschaftsstrukturen.

2. „Frauenliteratur“ in Japan: Dieses Kapitel beleuchtet die sexistische Prägung der japanischen Gesellschaft sowie die historische Entwicklung und problematische Kategorisierung der sogenannten „Frauenliteratur“.

3. Das Zentralmotiv des Körpers in Kôno Taekos Werk „Knabenjagd“: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Erzählung „Knabenjagd“, wobei der Körper der Protagonistin Akiko als Ort für Identitätsstärkung und als subversives Element gegen tradierte Mutterschaftsmythen untersucht wird.

4. Der Körperdiskurs bei zeitgenössischen japanischen Schriftstellerinnen: In diesem Teil werden Judith Butlers Theorien zu Performativität und Identität erläutert und anschließend auf das Werk zeitgenössischer Autorinnen angewandt, um die politische Relevanz der Körperdiskurse aufzuzeigen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass moderne japanische Schriftstellerinnen durch antikonventionelle Körperdarstellungen patriarchale Diskurse überwinden und eine neue Form der literarischen Ausdrucksfreiheit und Lebensfreude etablieren.

Schlüsselwörter

Körperdiskurs, Kôno Taeko, Knabenjagd, japanische Literatur, Judith Butler, Performativität, Geschlechterdichotomie, Sadomasochismus, Identität, Patriarchat, Frauenliteratur, Subjektivation, Feminismus, japanische Gesellschaft, Körper.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie moderne japanische Schriftstellerinnen das Motiv des weiblichen Körpers in ihrer Literatur verwenden, um die patriarchalen Machtverhältnisse und starren Rollenbilder in der japanischen Gesellschaft kritisch zu hinterfragen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der japanischen „Frauenliteratur“, die Konstruktion von Geschlechtsidentität im Kontext der japanischen Kultur sowie die theoretische Fundierung durch poststrukturalistische Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie japanische Autorinnen durch die literarische Darstellung des Physischen und Subversiven dekonstruktivistische Strategien anwenden, um sich aus den traditionellen, konfuzianisch geprägten Identitätsvorgaben zu befreien.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich primär auf diskurstheoretische Ansätze und dekonstruktivistische Verfahren, insbesondere auf die Theorie von Judith Butler, sowie auf die literaturwissenschaftliche Expertise der Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der gesellschaftlichen Hintergründe Japans, eine tiefgehende Analyse von Kôno Taekos Werk „Knabenjagd“ und eine theoretische Reflexion über die politische Bedeutung von Körperdiskursen in der Literatur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Körperdiskurs, Frauenliteratur, Identität, Patriarchat, Performativität, Subversion und japanische Gegenwartsliteratur.

Warum spielt der Sadomasochismus in der Analyse von Kôno Taekos Werk eine Rolle?

Der Sadomasochismus dient in der Erzählung als physische Entsprechung einer geistigen Haltung, die es der Protagonistin ermöglicht, soziale Zwänge als freiwillige Selbstbeschränkung umzudeuten und so ihre eigene Autonomie zu erfahren.

Inwiefern unterscheidet sich Kônos Protagonistin Akiko von traditionellen japanischen Rollenbildern?

Akiko bricht radikal mit dem Ideal der „guten Ehefrau und Mutter“, indem sie Mutterschaft ablehnt, eigene obsessionelle Neigungen auslebt und ihren Körper zur Dekonstruktion starrer Geschlechterrollen einsetzt.

Welche Bedeutung hat die „Rückkehr zum Körper“ in der Arbeit?

Die Rückkehr zum Körper wird als eine der wichtigsten politischen Strategien des modernen Feminismus interpretiert, da sie den Körper aus einer rein natürlichen oder ontologischen Betrachtungsweise befreit und als einen Ort für vielfältige, kulturelle Möglichkeiten neu definiert.

Was ist das Fazit der Verfasserin bezüglich der japanischen Literatur?

Die Verfasserin schließt, dass die zeitgenössische japanische Literatur durch ihre Kreativität und den Mut zu irritierenden, körperzentrierten Darstellungen einen wesentlichen Erkenntnisgewinn über die Konflikte der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft liefert.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Konzept des Körpers bei modernen japanischen Schriftstellerinnen am Beispiel von Kôno Taekos „Knabenjagd“
Universidad
University of Leipzig  (Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung)
Curso
Genderkompetenzen
Calificación
1,0
Autor
Julia Leser (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
18
No. de catálogo
V151533
ISBN (Ebook)
9783640632374
ISBN (Libro)
9783640632701
Idioma
Alemán
Etiqueta
Japan Körper Geschlecht Sexualität Gender Literatur Diskurs Autor Herrschaft Gewalt Sadomasochismus Dekonstruktivismus Patriarchat Identität Performativität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Leser (Autor), 2008, Das Konzept des Körpers bei modernen japanischen Schriftstellerinnen am Beispiel von Kôno Taekos „Knabenjagd“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151533
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