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Analyse von Unterrichtskommunikation unter linguistischen Gesichtspunkten der Gesprächsanalyse anhand einer Transkription

Titel: Analyse von Unterrichtskommunikation unter linguistischen Gesichtspunkten der Gesprächsanalyse anhand einer Transkription

Hausarbeit , 2009 , 56 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Kim Jasmin Gamlien (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Unterrichtskommunikation wird durch die gegenseitige Turn- Vergabe der Schüler untereinander verfahrensgeregelt organisiert. Durch dieses, von der Lehrerin überwiegend ausgehende Verfahren, wird die kommunikative und thematische Ordnung aufrecht erhalten.
In dieser Hausarbeit zum Modul „Orientierung auf Sprache: Sprachliches Handeln“ werden wir uns der oben genannten These zum Thema Unterrichtskommunikation widmen. Die Unterrichtskommunikation wird dabei unter linguistischen Gesichtspunkten der Gesprächsanalyse analysiert und interpretiert.
Hierzu dient uns als empirisches Datenmaterial die eigens angefertigte Videoaufnahme aus einer dritten Klasse einer Grundschule. Die Gesamtlänge der Aufnahme der Unterrichtsstunde im Schulfach Mathematik beträgt ca. 45 Minuten. Für die Transkription wurde aus diesem Abschnitt eine Sequenz von 13 Minuten ausgewählt, die sich von Minute 8 bis Minute 21 erstreckt.
Es wurde eine offene Aufnahme mit Einwilligung der Erziehungsberechtigen und der Lehrperson durchgeführt, d.h. die Aufzeichnung der Unterrichtsstunde wurde vorher angekündigt. Dabei ist zu erwähnen, dass die Namen aller Kassenmitglieder aus Datenschutzgründen anonymisiert wurden.
Die realen Gespräche der gefilmten Unterrichtsstunde mussten in mehreren Schritten aufbereitet werden. Den Primärdaten der realen Gespräche folgten die Sekundärdaten der Videoaufnahme und anschließend die schriftlich-graphische Fixierung der Tertiärdaten in Form einer Transkription. Es ist darauf hinzuweisen, dass dieser Prozess der Datenerhebung eine modellspezifische Reduktion der Wirklichkeit darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Kooperationsprinzip als Voraussetzung für (Unterrichts-) Kommunikation

3 Die Sprechakttheorie in Anwendung auf den Mathematikunterricht

3.1 Der Sprechakt

3.2 Sprechaktklassifikation

3.3 Deixis

4 Das Gespräch: Kommunikation in der Schule vs. Alltagskommunikation

5 Wie vollzieht sich der Sprecherwechsel in einem Unterrichtsgespräch?

5.1 Formen des Sprecherwechsels im Mathematikunterricht

5.2 Ein Blick auf die Sprecheraktivität im Unterricht

5.3 Ein Blick auf die Höreraktivität im Unterricht

6 Kommunikationsprobleme während der Stunde und deren Lösung

7 Wie verhält es sich mit dem nonverbalen Verhalten im Schulunterricht?

8 Das Verhältnis benachbarter Gesprächsbeiträge im Mathematikunterricht

8.1 Initiierende vs. respondierende Akte und ihre inhaltlichen Zusammenhänge

8.2 Textuelle Verknüpfungen durch die Gesprächsteilnehmer

8.3 Paarigkeit der Gesprächsbeiträge

9 Die Teile des Gesprächs in der Unterrichtsstunde

9.1 Öffnungsphase

9.2 Instruktionsphase

9.3 Beendigungsphase

10 Die Rollen der Gesprächsteilnehmer

11 Schluss

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Unterrichtskommunikation in einer dritten Grundschulklasse während einer Mathematikstunde mittels gesprächsanalytischer Methoden zu untersuchen und linguistisch zu interpretieren, wobei insbesondere die verfahrensgeregelte turn-Vergabe und deren tatsächliche Umsetzung im Unterrichtsverlauf analysiert werden.

  • Analyse der Unterrichtskommunikation als sprachliches Handeln
  • Untersuchung von Sprecherwechseln und der Steuerung durch die Lehrkraft
  • Einsatz von Sprechakttheorie und Deixis im schulischen Kontext
  • Vergleich von Unterrichtskommunikation und Alltagskommunikation
  • Rolle von nonverbalem Verhalten und Reparaturmechanismen in der Klasse

Auszug aus dem Buch

3.3 Deixis

Deiktische Ausdrücke (Zeig(e)wörter) gewinnen ihre Bedeutung nur durch den Bezug auf die Sprechsituation, in der sie geäußert werden“ (vgl. Uni Bremen 2009). Deiktische Ausdrücke müssen also erst ersetzt werden, um den geäußerten Inhalt richtig verstehen zu können.

„Mit Hilfe deiktischer Ausdrücke bewirkt ein Sprecher in seiner Sprechhandlung eine Fokussierung der Aufmerksamkeit des Hörers auf einzelne Aspekte eines für den Sprecher und Hörer gemeinsamen Bezugsraums […]. Im elementaren Fall ist dies der ihnen gemeinsame Wahrnehmungsraum, in dem die Sprechhandlung geschieht und der sinnlich zugänglich ist“ (ebd.). Arten deiktischer Ausdrücke sind zum Beispiel Personal- Deixis (ich, du, er, sie, es), Lokal- Deixis (hier, dort, da), Temporal- Deixis (gestern, jetzt, heute, morgen) oder Objekt- Deixis (das, dieses).

Deiktische Ausdrücke lassen sich in der transkribierten Unterrichtssequenz zahlreich finden. SchülerInnen und Lehrerin befinden sich in einem gemeinsamen Wahrnehmungsraum, dem Mathematikunterreicht in der Grundschule, innerhalb dessen die Sprechhandlung geschieht. Sie haben also das gleiche Hintergrundwissen und können somit auf den gleichen Verweisraum zurückgreifen, welcher die „Entschlüsselung“ der Deixis erst möglich macht.

Ein geeignetes Beispiel befindet sich in PF 82-83. In diesem Partiturabschnitt befindet sich der Schüler Tom an der Tafel und präsentiert sein Ergebnis der Mathematikaufgabe. Die Lehrerin kommentiert seine Erklärung mit folgendem Kommentar „Er hat die jetzt alle zusammengenommen. Die im Schrank und die im Regal“ (PF 82- 83). In diesem Kommentar lassen sich also die deiktischen Ausdrücke er, die, jetzt finden. Diese deiktischen Ausdrücke verweisen auf nicht explizite Personen-, Objekt- und Temporalangaben. Die SchülerInnen versehen diese Variablen völlig automatisch mit den richtigen Bedeutungen. Personen, die sich nicht im gleichen Wahrnehmungsraum befinden, könnten diese Bedeutungen nicht automatisch „entschlüsseln“. Die GrundschülerInnen wissen jedoch, dass mit er der Schüler Tom gemeint ist, mit die die Teller im Schrank und im Regal und mit jetzt der Zeitraum der Unterrichtsstunde in der Grundschule.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die auf einer Videoanalyse einer Mathematikstunde in einer dritten Grundschulklasse basiert.

2 Das Kooperationsprinzip als Voraussetzung für (Unterrichts-) Kommunikation: In diesem Kapitel wird das Kooperationsprinzip nach Grice als Basis für den wechselseitigen Austausch zwischen Lehrerin und Schülern definiert.

3 Die Sprechakttheorie in Anwendung auf den Mathematikunterricht: Hier wird die Sprechakttheorie anhand von Teilakten erläutert und auf die konkreten Interaktionen im Unterricht angewendet.

4 Das Gespräch: Kommunikation in der Schule vs. Alltagskommunikation: Dieses Kapitel stellt die Unterschiede zwischen freier Alltagskommunikation und dem hierarchisch strukturierten Unterrichtsgespräch heraus.

5 Wie vollzieht sich der Sprecherwechsel in einem Unterrichtsgespräch?: Es wird analysiert, wie die turn-Zuteilung im Unterricht geregelt ist und welche Formen des Sprecherwechsels auftreten.

6 Kommunikationsprobleme während der Stunde und deren Lösung: Dieses Kapitel untersucht Reparaturmechanismen bei auftretenden Organisationspannen während der Unterrichtsstunde.

7 Wie verhält es sich mit dem nonverbalen Verhalten im Schulunterricht?: Die Rolle von Gestik, Mimik und Blickkontakt als unterstützende Elemente verbaler Kommunikation steht hier im Fokus.

8 Das Verhältnis benachbarter Gesprächsbeiträge im Mathematikunterricht: Hier werden die Zusammenhänge zwischen Initiierung und Respondierung sowie textuelle Verknüpfungen betrachtet.

9 Die Teile des Gesprächs in der Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel widmet sich der Makrostruktur des Unterrichtsgesprächs, unterteilt in Anfang, Mitte und Ende.

10 Die Rollen der Gesprächsteilnehmer: Hier werden die institutionellen und sozialen Rollenkonstellationen zwischen Lehrkraft und Schülern beleuchtet.

11 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass das festgelegte Verfahren der turn-Vergabe in der Realität oft durch die Lehrperson flexibel gehandhabt wird.

Schlüsselwörter

Unterrichtskommunikation, Sprechakt, Deixis, Kooperationsprinzip, Gesprächsanalyse, Mathematikunterricht, Sprecherwechsel, Turn-Vergabe, nonverbales Verhalten, Reparaturmechanismen, Grundschule, Interaktion, Lehrkraft, Transkription, soziale Rollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kommunikativen Abläufe in einer dritten Grundschulklasse während des Mathematikunterrichts auf Basis einer transkribierten Videoaufnahme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Steuerung von Unterrichtsgesprächen, die Anwendung linguistischer Theorien wie die Sprechakttheorie sowie die Analyse von Sprecherwechseln und nonverbalem Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die linguistische Analyse und Interpretation der Kommunikation, um zu zeigen, wie Ordnung im Unterrichtsgespräch aufrechterhalten und gesteuert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Gesprächsanalyse angewandt, basierend auf der Transkription einer 13-minütigen Sequenz aus einer 45-minütigen Unterrichtsstunde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit theoretischen Grundlagen (Kooperationsprinzip, Sprechakte), verschiedenen Formen des Sprecherwechsels, Reparaturmechanismen und der Rolle des nonverbalen Verhaltens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Unterrichtskommunikation, Gesprächsanalyse, Sprecherwechsel, Sprechakt, Deixis, Kooperationsprinzip, Interaktion, Lehrkraft, nonverbales Verhalten.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Steuerung des Gesprächs?

Die Lehrkraft nimmt eine hierarchisch übergeordnete Rolle ein, steuert den Sprecherwechsel, korrigiert Beiträge und interveniert, um die thematische und kommunikative Ordnung zu wahren.

Wie gehen die Schüler mit der turn-Vergabe um?

Obwohl ein Verfahren zur gegenseitigen turn-Vergabe eingeführt wurde, weicht die Lehrkraft häufig davon ab, und einzelne Schüler versuchen gelegentlich durch Selbstwahl oder Unterbrechungen einzugreifen.

Welche Funktion hat das nonverbale Verhalten der Lehrerin?

Nonverbales Verhalten dient der Unterstützung verbaler Äußerungen, der Korrektur von Schülern ohne Störung des Gesprächsflusses und der Wiederherstellung der Ordnung durch Signale.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse von Unterrichtskommunikation unter linguistischen Gesichtspunkten der Gesprächsanalyse anhand einer Transkription
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Orientierung auf Sprache
Note
2,0
Autor
Kim Jasmin Gamlien (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
56
Katalognummer
V151384
ISBN (eBook)
9783640629732
ISBN (Buch)
9783640630004
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtskommunikation Linguistische Gesprächsanalyse Transkription
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Jasmin Gamlien (Autor:in), 2009, Analyse von Unterrichtskommunikation unter linguistischen Gesichtspunkten der Gesprächsanalyse anhand einer Transkription, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151384
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Leseprobe aus  56  Seiten
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