Der Sportunterricht nimmt im Stundenplan einer jeden Klasse seinen festen Platz ein – zumindest im Idealfall. Im Sportunterricht werden geschlechtsspezifische Unterschiede besonders deutlich, Leistungen werden differenziert und neue Erkenntnisse berücksichtigt.
Wie kann heutzutage in Einstimmung mit den curricularen Vorgaben ein geschlechtssensibler Unterricht gestaltet werden? Sollte man überhaupt auf das Geschlecht Rücksicht nehmen? Die Frage nach Doing / Undoing Gender wird auch in dieser Hausarbeit gestellt.
Wird vor allem den Mädchen und Frauen adäquate Partizipation im Sportunterricht eingeräumt? Oder beziehen sich die neuen Studien nur auf die Jungenförderung? Wenn ja, was stellt sich hierbei als Problem heraus?
In dieser Hausarbeit soll besprochen werden, inwiefern das Geschlecht eine Rolle im schulischen Sportunterricht spielt, welche Vorgaben es für die Bewertung gibt, inwiefern Lehrer die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema fortzubilden, und was noch getan werden muss, damit Jungen und Mädchen gleichberechtigt behandelt werden können. Oder sollen sie das gar nicht?
Wie kann man die Vielfalt von Gender in den Gruppen der Schulen wahrnehmen und im Sportunterricht pädagogisch mit diesen umgehen?
Antworten auf diese Fragen werden im Folgenden gesucht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einführung
- 1.1 Ein kurzer Überblick über das Thema
- 2 Gender und Unterricht
- 3 Eine geschlechtertheoretische Perspektive auf den (Schul)Sport
- 3.1 Die geschlechtertheoretische Perspektive
- 3.2 Schuladministrative Rahmenbedingungen für den Schulsport
- 3.3 Gender und schulinterne Schulsportentwicklung – eine Bestandsaufnahme
- 4 Reflexive Koedukation vs. geschlechtshomogenes Unterrichten im Schulsport
- 5 Interviews mit Experten zum Thema
- 5.1 Gender und Gender Mainstreaming im Schulsport – eine Studie
- 6 Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Frage, welche Rolle das Geschlecht im schulischen Sportunterricht spielt. Sie analysiert die geschlechtsspezifischen Konnotationen im Fach Sport und untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen eines gendersensiblen Sportunterrichts.
- Die geschlechtertheoretische Perspektive auf den Sport
- Die Bedeutung von Gender Mainstreaming im Schulsport
- Die Rolle der Schuladministration und der schulinternen Schulsportentwicklung
- Die Möglichkeiten und Grenzen der Koedukation im Sportunterricht
- Die Wahrnehmung und pädagogische Behandlung von Gender-Diversität im Sportunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung
Dieses Kapitel liefert einen einleitenden Überblick über das Thema "Doing/Undoing Gender" im Kontext des Sportunterrichts. Es beleuchtet die Bedeutung des Geschlechts als "Kategorie sozialer Ordnung" und diskutiert die Notwendigkeit eines gendersensiblen Unterrichts.
2 Gender und Unterricht
Das Kapitel erörtert die Bedeutung von Gender Mainstreaming im Bildungssystem und analysiert die Herausforderungen, die sich aus der (Re)produktion von Gender und Machtstrukturen im Schulkontext ergeben. Es beleuchtet die Bedeutung des heimlichen Lehrplans und die Rolle von Lehrer*innen in der Förderung eines gendersensiblen Unterrichts.
3 Eine geschlechtertheoretische Perspektive auf den (Schul)Sport
Dieses Kapitel beleuchtet die geschlechtertheoretische Perspektive auf den Sport und die Auswirkungen auf den Sportunterricht. Es analysiert die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Sport und die damit verbundenen Werte und Körperideale.
4 Reflexive Koedukation vs. geschlechtshomogenes Unterrichten im Schulsport
Das Kapitel diskutiert die verschiedenen Modelle des Sportunterrichts, die sich aus der Frage nach der Berücksichtigung des Geschlechts ergeben. Es analysiert die Vor- und Nachteile der Koedukation und des geschlechtshomogenen Unterrichts.
5 Interviews mit Experten zum Thema
Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse von Interviews mit Expert*innen zum Thema Gender und Gender Mainstreaming im Schulsport. Es beleuchtet die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich des gendersensiblen Sportunterrichts.
Schlüsselwörter
Gender, Sportunterricht, Koedukation, Gender Mainstreaming, geschlechtertheoretische Perspektive, Doing/Undoing Gender, Chancengleichheit, Körperideal, Schuladministration, schulinterne Schulsportentwicklung, pädagogische Handlungskompetenz, Vielfalt, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Doing Gender“ im Sportunterricht?
Es beschreibt die aktive (Re-)Produktion von Geschlechterrollen und Unterschieden durch das Verhalten von Lehrern und Schülern sowie durch die Gestaltung des Unterrichts.
Was ist der Unterschied zwischen Koedukation und geschlechtshomogenem Unterricht?
Koedukation bedeutet gemeinsames Unterrichten von Jungen und Mädchen, während geschlechtshomogener Unterricht getrennte Gruppen vorsieht, um spezifische Förderbedarfe oder Schamgrenzen zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielt Gender Mainstreaming im Schulsport?
Gender Mainstreaming zielt darauf ab, die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen administrativen und pädagogischen Prozessen der Schulsportentwicklung zu verankern.
Was versteht man unter dem „heimlichen Lehrplan“ im Sport?
Dies sind implizite Botschaften und Werte, die über das Geschlecht vermittelt werden, wie z.B. unterschiedliche Erwartungen an Kraft, Anmut oder Durchsetzungsvermögen.
Wie kann ein geschlechtssensibler Sportunterricht gestaltet werden?
Durch reflexive Koedukation, bei der Lehrer die Vielfalt von Gender wahrnehmen und pädagogisch so agieren, dass keine Benachteiligungen aufgrund von Körperidealen oder Rollenstereotypen entstehen.
- Arbeit zitieren
- Svenja Strohmeier (Autor:in), 2010, Geschlechtsspezifische Konnotationen im Fach Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150304