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Umweltbelastungen durch Bergbau und Hüttenwesen in vorindustrieller Zeit

Título: Umweltbelastungen durch Bergbau und Hüttenwesen in vorindustrieller Zeit

Trabajo de Seminario , 2002 , 14 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Simon Gonser (Autor)

Economía de las empresas - Historia económica y social
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Bergbau und Hüttenwesen haben in den letzten Jahrzehnten gewaltigen Einfluss auf Natur und Umwelt genommen, wie etwa durch den großflächigen Tagebau in den Braunkohlerevieren am Niederrhein und im Raum Halle/Leipzig oder durch die Versalzung von Werra und Weser als Folge der Kalisalzgewinnung in Thüringen und Hessen. Doch bereits das Montanwesen in vorindustrieller Zeit brachte nicht unerhebliche Umweltbelastungen mit sich, deren Folgen z.T. bis in unsere Zeit hinein reichen. Damals wie heute waren Streitschriften und Beschwerden der umliegenden Bevölkerung die Indikatoren dieser Belastungen durch das Montanwesen. So entstanden bereits im 15. und 16. Jahrhundert Schriften, die das Verhältnis zwischen Nutzen des Bergbaus und den Umweltschädigungen in seinem Gefolge diskutieren. Die in dieser Zeit entstandenen Umweltschäden können dabei keineswegs als flächendeckend betrachtet werden. Vielmehr lagen Belastungen nur in kleinen Bergbauregionen vor (z.B. Mittelgebirgen wie Schwarzwald, Harz oder Erzgebirge). In welcher Form belasteten nun die Berg- und Hüttenwerke ihre umliegende Natur? Dieser Frage wird in dieser Hausarbeit nachzugehen sein, wobei vor allem Georg Agricolas (1494–1555) berühmte Darstellung des Bergbaus und der Hüttenkunde als Quellen herangezogen werden soll. Sein 1556 erschienenes Werk „De re metallica libri XII“ war die erste systematische Abhandlung über das Montanwesen und zugleich eines der ersten technologischen Bücher der Neuzeit. Agricola, dessen Werk in Chemnitz erschien, beschrieb vor allem die Bergbau- und Verhüttungsmethoden des Erzgebirges, die jedoch auch im übrigen Miteleuropa angewandt wurden. Die Quelle liefert somit einen wertvollen Gesamtüberblick über das Montanwesen jener Zeit. Neben hauptsächlich technischen Beschreibungen werden Probleme und Gefahren des Bergbaus nur beiläufig oder indirekt gennannt. Agricola nennt jedoch keine Lösungsansätze zu bestehenden Problemen, da vorindustrielle Umweltprobleme herkömmlicherweise durch städtische und landesherrliche Verordnungen sowie einzelne Rechtsinstitute wie Nachbarschaftsrecht, Fluss- oder Holzordnungen geregelt wurden. Mit der Intensivierung des Bergbaus wurden jedoch zunhemend nur noch die Symptome von Umweltverschmutzung und nicht die Ursachen bekämpft. Ziel dieser Hausarbeit soll aber nicht die Diskussion um Formen der Bekämpfung der Umweltverschmutzung sein, sondern vielmehr die Darstellung einzelner, vom Montanwesen belasteter Teile der Natur in vorindustrieller Zeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und Quellen

2. Veränderungen des Landschaftsbilds

3. Wasser

3.1 Eingriffe in den Wasserhaushalt

3.2 Wasserverschmutzung: Das Beispiel der Erft und ihrer Nebenflüsse

4. Luftverunreiningung

5. Waldrodung und Holznot

6. Schwermetalle im Boden

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökologischen Auswirkungen des vorindustriellen Montanwesens auf die Natur und analysiert, wie Bergbau und Hüttenwesen bereits vor dem Industriezeitalter die umliegende Umwelt nachhaltig belasteten. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die spezifischen Formen der Naturbeeinträchtigung durch diese Aktivitäten.

  • Regionale Auswirkungen auf das Landschaftsbild durch den Bergbau.
  • Eingriffe in den Wasserhaushalt und gewässerschädigende Prozesse.
  • Die gesundheitlichen und ökologischen Folgen von Luftverunreinigungen.
  • Holzbedarf des Montanwesens als treibende Kraft für Waldrodungen.
  • Archäometallurgische Nachweise von Bodenbelastungen durch Schwermetalle.

Auszug aus dem Buch

3.2. Wasserverschmutzung: Das Beispiel der Erft und ihrer Nebenflüsse

Die eigentliche Wasserverschmutzung entstand jedoch durch Waschabgänge bei der mechanischen Erzaufbereitung. Aus den geförderten Erzen mussten Konzentrate gewonnen werden. Dazu wurden sie in den sog. Pochwerken gewaschen, gepocht und gemahlen, was große Mengen an Wasser benötigte. Vielfach waren die Erze aber nur schwer von Nebengestein zu trennen und wurden mitsamt ihren Schwermetallen sand oder schlammförmig auf Halden gekippt oder direkt in die umliegenden Gewässer eingeleitet. So entsorgten 1792 die 14 Hüttenwerke am Bleiberg in der Eifel jeweils 4 Karren bleihaltigen Sand pro Tag in die umliegenden Gewässer. Aufgrund der Ablagerung von Bleisand flussabwärts stellten sich hier zwangsläufig Auseinandersetzungen zwischen Bergleuten und der übrigen Bevölkerung ein.

So etwa 1667 im Streit zwischen dem Jülicher Landtag und dem Grafen von Manderscheid-Blankenheim, dessen Pochwerk am Veybach Verendungeb bei Rindern und Fischen verursachte. Außerhalb von Bergbaugebieten führten Hochwasser der Flüsse aus Bergbaugebieten zu Bleivergiftungen von Wiesen und damit zum Tod von Kühen und Kleinvieh. Um weitere Hochwasser zu verhindern ließ der Herzog von Arenberg nach einer Klage der Einwohner Kommerns 1720 Gewässer begradigen, verbreitern und vertiefen. Aufgrund der nun höheren Fließgeschwindigkeit sollte der Bleisand weitergeschwemmt werden und sich nicht mehr ablagern können. Gleichzeitig wurde auf die Grundsteuer der verdorbenen Äcker und Wiesen verzichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Umweltbelastungen durch vorindustrielles Montanwesen unter Verwendung von Georg Agricolas Werk als Hauptquelle.

1.1 Fragestellung und Quellen: Definition des Forschungsfokus auf die ökologischen Auswirkungen des Montanwesens und Vorstellung der methodischen Herangehensweise.

2. Veränderungen des Landschaftsbilds: Analyse der massiven landschaftlichen Umgestaltung durch Schächte, Tagebaue und die ökologischen Folgen der großflächigen Waldabholzung.

3. Wasser: Untersuchung der Abhängigkeit des Bergbaus vom Wasser und der daraus resultierenden Eingriffe in den Wasserhaushalt.

3.1 Eingriffe in den Wasserhaushalt: Darstellung der Notwendigkeit von Wasserlösungsstollen und der damit verbundenen Beeinflussung von Grundwasser und oberirdischen Gewässern.

3.2 Wasserverschmutzung: Das Beispiel der Erft und ihrer Nebenflüsse: Detaillierte Untersuchung der Bleibelastung durch Erzaufbereitungsprozesse und deren Auswirkungen auf die lokale Landwirtschaft.

4. Luftverunreiningung: Analyse der schädlichen Hüttenemissionen wie Schwefeldioxid und Schwermetalle und deren Wirkung auf Mensch und Vegetation.

5. Waldrodung und Holznot: Erörterung der zentralen Rolle von Holz als Energieträger und der daraus resultierenden Überbeanspruchung der Wälder.

6. Schwermetalle im Boden: Erläuterung der langfristigen Bodenbelastungen durch Hüttenabfälle und deren archäometallurgische Nachweisbarkeit.

Schlussbetrachtungen: Resümee über die regional begrenzte, aber folgenschwere ökologische Wirkung des Montanwesens und Ausblick auf die Bedeutung interdisziplinärer Forschung.

Schlüsselwörter

Montanwesen, Umweltgeschichte, Bergbau, Hüttenwesen, Wasserverschmutzung, Luftverunreinigung, Waldrodung, Holznot, Bleivergiftung, Schwermetalle, Archäometallurgie, Georg Agricola, vorindustrielle Zeit, ökologische Folgen, Landschaftsveränderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die negativen Auswirkungen des Bergbaus und der Verhüttung auf die Natur und Umwelt in der vorindustriellen Epoche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Veränderungen des Landschaftsbildes, der Wasserhaushalt, die Luftbelastung durch Hüttenemissionen, die Abholzung der Wälder und die Bodenkontamination durch Schwermetalle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin bzw. der Autor untersucht, in welcher konkreten Form der historische Bergbau und die dazugehörige Hüttenkunde ihre umliegende Natur belasteten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer historischen Quellenauswertung – insbesondere des Standardwerks „De re metallica libri XII“ von Georg Agricola – sowie der Einbeziehung archäometallurgischer Befunde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Sektoren der Umweltbeeinträchtigung, wobei für spezifische Aspekte Fallbeispiele wie die Erft oder das Hüttenwerk Eberfingen herangezogen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Montanwesen, Umweltgeschichte, Wasserverschmutzung, Schwermetallbelastung und Waldnutzung.

Warum wird Georg Agricola als zentrale Quelle herangezogen?

Agricolas Werk von 1556 war die erste systematische Abhandlung über das Montanwesen und liefert einen wertvollen technologischen Gesamtüberblick, der als Basis für die Analyse der damaligen Methoden dient.

Welche Bedeutung spielt die Wasserverschmutzung im Kontext des historischen Bergbaus?

Die Wasserverschmutzung war insbesondere durch die mechanische Erzaufbereitung in Pochwerken ein massives Problem, das zu einer hohen Belastung mit bleihaltigen Sanden und zu schweren Konflikten mit der lokalen Bevölkerung führte.

Wie wirkte sich der Holzbedarf auf die Umwelt aus?

Der massive Bedarf an Holzkohle führte zur großflächigen Entwaldung und einer ökologischen Krise, die teils zur Einstellung von Hüttenbetrieben führte, da die nachhaltige Regenerationsfähigkeit der Wälder überschritten wurde.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Umweltbelastungen durch Bergbau und Hüttenwesen in vorindustrieller Zeit
Universidad
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Curso
Natur, Mensch, Umwelt. Einführung in die Umweltgeschichte der Neuzeit 1500-2000
Calificación
2,0
Autor
Simon Gonser (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
14
No. de catálogo
V149122
ISBN (Ebook)
9783640594580
ISBN (Libro)
9783640594610
Idioma
Alemán
Etiqueta
Umweltverschmutzung Bergbau Umweltschäden Verhüttung Industrie Harz Umweltbelastung Mittelgebirge Umweltschutz Frühe Neuzeit Mittelalter Rauchschäden Luftverschmutzung Schwarzwald Erzgebirge Bergwerk Hüttenwerk Georg Agricola Montanwesen Bodenbelastung Archäometallurgie Tagebau Erz Abholzung Kahlschlag Wasserverschmutzung Pochwerk Erzaufbereitung Schwermetall Luftverunreinigung Waldrodung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Simon Gonser (Autor), 2002, Umweltbelastungen durch Bergbau und Hüttenwesen in vorindustrieller Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149122
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