Angesichts der sozialen, ökonomischen und technischen Relevanz des User Generated Content (UGC) haben sich zahlreiche Forscher aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen mit dieser Thematik befasst. Unter anderem werden neben sozialwissenschaftlichen Fragestellungen (z. B.: Was motiviert den Konsumenten, UGC zu erstellen? Welche Auswirkungen hat die Social Network Seite „Facebook“ auf die Eifersucht in Liebesbeziehungen?) auch technische Aspekte des UGC untersucht. Jedoch ist User Generated Content vor allem für die Wirtschaftswissenschaft ein interessantes Forschungsgebiet. Denn mit dem Web 2.0 hat sich zum Beispiel das Konsumentenverhalten grundlegend geändert. Preise, Produkte, Qualität oder Service lassen sich über Internetportale wie guenstiger.de, holidaycheck.de, etc. vergleichen und Erfahrungsberichte anderer Konsumenten spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle.
Wie unschwer zu erkennen ist, ist UGC ein vielschichtiges Forschungsfeld, zu dem viele Forschungsarbeiten aus unterschiedlichen Fachbereichen angefertigt wurden. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über den Stand der bisherigen Forschung zu User Generated Content zu geben. Hierzu wird im zweiten Abschnitt der Begriff User Generated Content definiert und die verschiedenen Arten von Inhalten und UGCPlattformen vorgestellt. Anschließend werden im dritten Abschnitt die möglichen Kategorien und Unterkategorien für eine Klassifikation der bisherigen Forschung definiert. Zuletzt folgt die Übersicht der bisherigen Forschungsarbeiten über UGC, eingeordnet nach den zuvor festgelegten Kategorien.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. User Generated Content
2. 1 Definition
2. 2 Arten von User Generated Content
2. 3 UGC-Plattformen
3. Erstellen einer Klassifikation
3. 1 Technologiebezogene Forschung
3. 2 Nutzerbezogene Forschung
3. 3 Unternehmensbezogene Forschung
3. 4 Sonstige Forschungsarbeiten
4. Übersicht über die bisherige Forschung
4. 1 Übersicht über die Technologiebezogene Forschung
4. 2 Übersicht über die Nutzerbezogene Forschung
4. 2. 1 Nutzermotivationen
4. 2. 2 Nutzerpartizipation
4. 2. 3 Nutzerverhalten
4. 2. 4 Nutzervertrauen
4. 2. 5 Strukturen von Sozialen Netzwerken
4. 3 Übersicht über die Unternehmensbezogene Forschung
4. 3. 1 Implementierung von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen
4. 3. 2 Electonic Word-of-Mouth
4. 3. 3 Advertising
4. 3. 4 Markenpositionierung
4. 3. 5 Collective Innovation
4. 3. 6 Analyse einer UGC-Plattform
4. 3. 7 Trendforschung
4. 4 Übersicht über die sonstigen Forschungsarbeiten
5. Implikationen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit hat zum Ziel, einen strukturierten Überblick über den Stand der bisherigen wissenschaftlichen Forschung zu User Generated Content (UGC) zu geben. Dabei wird das Forschungsfeld systematisch in technologische, nutzerbezogene und unternehmensbezogene Perspektiven unterteilt und klassifiziert, um die Vielfalt der existierenden wissenschaftlichen Arbeiten greifbar zu machen.
- Definition und Systematisierung von User Generated Content
- Klassifikation aktueller Forschungsschwerpunkte (technologie-, nutzer- und unternehmensbezogen)
- Analyse von Nutzermotivationen und Online-Verhaltensweisen
- Untersuchung der Auswirkungen von UGC auf Unternehmensstrategien und Marketing
- Diskussion über elektronische Mundpropaganda (eWOM) und Markenführung
Auszug aus dem Buch
2. 1 Definition
User Generated Content (auch User Driven Content oder Consumer Created Media genannt) bedeutet übersetzt „Nutzergenerierte Inhalte“. Dieser Begriff liefert jedoch keine exakte Umschreibung, da demnach auch von Lesern verfasste Leserbriefe oder Kleinanzeigen in Zeitungen ebenfalls als User Generated Content gelten würden. Zur inhaltlichen Definition von User Generated Content gibt es bisweilen allerdings verschiedene Ansichten. Eine unumstrittene und allgemeingültige Defintition von UGC existiert (noch) nicht.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definiert UGC in ihrer umfangreichen Studie über die Entwicklung des partizipativen Webs über drei zentrale Merkmale:
1) Veröffentlichung
Der Inhalt muss veröffentlicht worden sein, sei es auf einer der Öffentlichkeit zugänglichen Website oder in einem Profil einer Social Network Seite, das nur von ausgewählten Nutzern einsehbar ist (zum Beispiel können Profilseiten des Studentennetzwerkes StudiVZ so konfiguriert werden, dass nur bestimmte Community-Mitglieder diese aufrufen dürfen).
2) Kreative Eigenleistung
Es muss ein gewisses Maß an kreativer Eigenleistung erbracht worden sein. Das bedeutet, dass der Nutzer einen Inhalt entweder selbst gestaltet oder ein bereits vorhandenes Werk bearbeitet und verändert haben muss. Das bloße Veröffentlichen von Teilen einer TV-Sendung auf einem Videoportal wie Youtube.com reicht nicht aus, um als UGC angesehen zu werden.
3) Kreation außerhalb professioneller Routinen
In den meisten Fällen wird UGC ohne kommerziellen Hintergrund erzeugt. Das heißt, dass eine Aussicht auf Profit nicht vorhanden und der Nutzer in der Regel kein professioneller Autor / Regisseur / Musiker etc. ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert den technologischen und gesellschaftlichen Wandel hin zum Web 2.0 sowie die zunehmende Relevanz von nutzergenerierten Inhalten für die Praxis.
2. User Generated Content: Hier werden Definitionen sowie verschiedene Arten von Inhalten und Plattformen, wie Blogs oder Wikis, detailliert vorgestellt.
3. Erstellen einer Klassifikation: Das Kapitel begründet die Einteilung der Forschungsarbeiten in die drei Kategorien technologie-, nutzer- und unternehmensbezogene Forschung.
4. Übersicht über die bisherige Forschung: In diesem zentralen Teil werden die gesammelten wissenschaftlichen Publikationen tabellarisch den zuvor definierten Kategorien zugeordnet.
5. Implikationen: Hier werden die Ergebnisse der Literaturübersicht interpretiert und der Forschungsbedarf in verschiedenen Bereichen des UGC aufgezeigt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von UGC für Nutzer und Unternehmen zusammen und unterstreicht den Paradigmenwechsel im Internetzeitalter.
Schlüsselwörter
User Generated Content, Web 2.0, Online Communities, Klassifikation, electronic Word-of-Mouth, eWOM, Nutzermotivation, Social Networks, Markenführung, kollektive Intelligenz, Online-Konsumenten, Internet-Forschung, Netnographie, Wissensmanagement, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Strukturierung und Klassifizierung der wissenschaftlichen Forschung im Bereich User Generated Content, um einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die Arbeit gliedert sich in technologische Aspekte, das Verhalten und die Motivation von Nutzern sowie die Auswirkungen von UGC auf Unternehmen und deren Marketingstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, ein übersichtliches Klassifikationsmodell zu erstellen, das eine systematische Einordnung der bisher erschienenen wissenschaftlichen Fachartikel zu UGC ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse, bei der in Fachzeitschriften publizierte Artikel gesammelt und anhand definierter Kategorien strukturiert dargestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition des Begriffs UGC, der Vorstellung gängiger Plattformen sowie der anschließenden tabellarischen Aufbereitung der Forschungsergebnisse in den verschiedenen Kategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Web 2.0, User Generated Content, Online-Communities, eWOM und Internet-Konsumentenverhalten charakterisieren.
Warum existiert laut Arbeit keine allgemeingültige Definition von UGC?
Der Begriff ist sehr weit gefasst; eine zu enge Definition würde wichtige Phänomene ausschließen, während eine zu breite Definition (wie z.B. Leserbriefe) kaum abgrenzbar wäre.
Welchen Stellenwert nimmt die elektronische Mundpropaganda (eWOM) ein?
eWOM wird als eines der zentralen Themenfelder der unternehmensbezogenen Forschung identifiziert, da es direkte Auswirkungen auf Absatz, Reputation und Kundenbindung hat.
Warum unterscheidet der Autor zwischen Forschungskonferenzen und Fachzeitschriften?
Der Autor konzentriert sich auf Fachzeitschriften, da diese wissenschaftliche Arbeiten einer qualitativen Begutachtung durch Experten unterziehen, was die Qualität der Ergebnisse sichert.
Gibt es laut Fazit noch Forschungsbedarf zum Thema UGC?
Ja, insbesondere hinsichtlich der effektiven Nutzung der kollektiven Intelligenz sowie für neue Werbeplatzierungsmöglichkeiten auf UGC-Webseiten besteht noch erheblicher Forschungsbedarf.
- Quote paper
- Alexandre Nguyen Manh (Author), 2009, User Generated Content , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149112