Ziel dieser Arbeit ist es, dem geneigten Leser einen kurzen und zugleich prägnanten Überblick über die Beziehung der DDR-Führung, sprich der SED, zur Kommunistischen Partei Israels, der MAKI, zu gewähren. Um ein umfassendes Verständnis dieses Verhältnisses zu gewährleisten, ist es jedoch notwendig, zunächst dessen Rahmenbedingungen näher zu erläutern. Hierzu zählen die generellen außenpolitischen Interessen der SED-Spitze, insbesondere deren Interessenlage im arabischen Raum, die Beziehung zwischen der DDR und Israel auf staatlicher Ebene sowie die allgemeine Beschaffenheit der Zusammenarbeit der SED mit kommunistischen Parteien außerhalb des Ostblocks. Im Hauptteil dieser Arbeit soll dann die Entwicklung der Beziehung zwischen SED und MAKI in ihren Grundzügen nachgezeichnet werden. Dabei sollen insbesondere die Spaltung der MAKI Mitte der 1960er und die hierauf folgenden Reaktionen der SED in den Fokus des Interesses gerückt werden. In einem abschließenden Fazit werden die zentralen Erkenntnisse dieser Arbeit noch einmal komprimiert zusammengefasst, wobei auch die im Laufe der folgenden Ausführungen auftauchenden Leitfragen geklärt werden sollen, warum sich die Beziehung zwischen den beiden Bruderparteien so schwierig gestalteten, aus welchen Gründen sich die ostdeutsche KP von den israelischen Genossen abwandte und welche Rolle die SED bei der internationalen Isolierung der MAKI gespielt hat.
Inhaltsverzeichnis
A: Einleitung
B: Die Beziehung der SED zur MAKI
1. Rahmenbedingungen
1.1 Die Interessenlage der DDR im arabischen Raum
1.2 Das Verhältnis der DDR zum Staat Israel
1.3 Die SED und die kommunistischen Parteien in der nicht-sozialistischen Welt
2. Charakteristika und Entwicklung der Beziehung zwischen SED und MAKI
2.1 Grundzüge des Verhältnisses SED – MAKI bis 1965
2.2 Die Spaltung der MAKI 1965 und die Reaktionen der SED
2.3 Das Zerwürfnis zwischen SED und MAKI nach dem Sechstagekrieg
C: Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die konfliktreiche und historisch einzigartige Beziehung zwischen der SED und der Kommunistischen Partei Israels (MAKI) im Kontext der außenpolitischen Strategien der DDR, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer Interessen im arabischen Raum und der parteiinternen Entwicklungen der MAKI in den 1960er Jahren.
- Außenpolitische Interessen der DDR im arabischen Raum
- Das spannungsgeladene Verhältnis zwischen der DDR und dem Staat Israel
- Die SED-Strategie gegenüber kommunistischen Parteien außerhalb des Ostblocks
- Die Entwicklung und der Bruch der bilateralen Beziehungen zwischen SED und MAKI
- Die Auswirkungen des Sechstagekrieges auf die kommunistische Bewegung in Israel
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Spaltung der MAKI 1965 und die Reaktionen der SED
Im Juni 1965 reisten zwei SED-Funktionäre nach Israel, um am XV. Parteitag der MAKI teilzunehmen. Sie mussten jedoch unverrichteter Dinge wieder umkehren: Der Parteitag war abgesagt worden; die israelische KP war zutiefst zerstritten.43 Schon lange hatten zahlreiche latente Konflikte innerhalb der MAKI bestanden, welche aus dem Gegensatz zwischen jüdischen und arabischen Mitgliedern resultierten und nun offen zu Tage traten. Dieser Gegensatz war dafür verantwortlich, dass sich bereits 1952 zwei Lager innerhalb der KP Israels herauszubilden begannen: Die eine Gruppierung, welcher ausschließlich jüdische Mitglieder angehörten, lehnte die von der KPdSU und anderen Staaten des Ostblocks getroffene Einschätzung des Nahostkonfliktes entschieden ab, welche Israel als den alleinigen Aggressor verurteilte und war zudem offen für eine Zusammenarbeit mit linkszionistischen Kräften wie z. B. der israelischen Partei MAPAM. Die Gegenfraktion hingegen bestand hauptsächlich aus israelischen Arabern, teilte die sowjetische Position in der Nahostproblematik und lehnte jegliche Zusammenarbeit mit zionistischen Kräften vehement ab.44 Zu einer endgültigen Spaltung der MAKI kam es jedoch erst 1965, wobei der im selben Jahr stattgefundene Besuch Ulbrichts in Ägypten und das von den beiden Staatschefs verabschiedete Abschlusskommuniqué eine wichtige Rolle gespielt haben.
Zusammenfassung der Kapitel
A: Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zum schwierigen DDR-Israel-Verhältnis und steckt den Zielrahmen der Arbeit ab, der die Analyse der SED-Beziehungen zur israelischen MAKI umfasst.
B: Die Beziehung der SED zur MAKI: Dieser Hauptteil analysiert die außenpolitischen Rahmenbedingungen der DDR sowie die detaillierte Entwicklung der parteiinternen Kontakte zwischen der SED und der MAKI, inklusive der Spaltung 1965 und des Bruchs nach dem Sechstagekrieg.
C: Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Vorreiterrolle der SED bei der internationalen Isolierung der MAKI aufgrund ideologischer Differenzen.
Schlüsselwörter
SED, MAKI, RAKACH, DDR, Israel, Außenpolitik, Nahostkonflikt, Kommunismus, SED-Diplomatie, internationale Anerkennung, Antizionismus, Sechstagekrieg, Palästina, Klassenkampf, Parteibeziehungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der historisch komplexen und spannungsreichen Beziehung zwischen der SED der DDR und der Kommunistischen Partei Israels (MAKI).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Außenpolitik der DDR im Nahen Osten, das Verhältnis zur Sowjetunion, die SED-Ideologie und den Einfluss der DDR auf innerparteiliche Prozesse in Israel.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Parteibeziehung nachzuzeichnen und zu erklären, warum diese Beziehung trotz anfänglicher Annäherungen in einem endgültigen Bruch endete.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur Außenpolitik der DDR basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Im Hauptteil werden die Rahmenbedingungen der DDR-Außenpolitik, die Faktoren der Parteispaltung der MAKI 1965 und die politischen Reaktionen der SED während und nach dem Sechstagekrieg untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie SED, MAKI, DDR-Außenpolitik, Naher Osten, Kommunismus und internationale Anerkennung definiert.
Warum war die SED-Führung gegenüber der MAKI so reserviert eingestellt?
Die SED befürchtete, dass ein zu enges Verhältnis zur MAKI ihre diplomatischen Bemühungen um die Gunst arabischer Staaten sowie ihr Streben nach internationaler Anerkennung gefährden könnte.
Welche Rolle spielte der Sechstagekrieg 1967 für die SED-MAKI-Beziehung?
Der Sechstagekrieg war der Auslöser für den endgültigen Bruch, da die MAKI den Kriegskurs Israels unterstützte, während die SED die RAKACH als einzige legitime Partei anerkannte und die MAKI als nationalistisch verurteilte.
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- Michael Neureiter (Author), 2010, Die Beziehung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zur Kommunistischen Partei Israels (MAKI), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148991