„Männer sind anders. Frauen auch“, „Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.“ Literatur über geschlechtstypische Unterschiede ist ein lukrativer Markt geworden. Diese Arbeit möchte sich nicht in die Produktion von Rollenklischees einreihen. Ihr Anliegen ist es vielmehr, zu einem besseren Verständnis der Geschlechter zu gelangen. Es soll untersucht werden, inwiefern Frauen und Männer in westlichen Kulturkreisen unterschiedlich höflich sprechen. Beleuchtet werden Ursachen des zwischen den Geschlechtern variierenden Gebrauchs der höflichen Sprachmittel und seine spezifischen Merkmale. Die Grundannahme soll sein, dass geschlechtsspezifische Unterschiede zu einem großen Teil das Ergebnis sozialer Konstruktionen sind und daher durch einen dynamischen Charakter gekennzeichnet sind. Die Untersuchung soll sich aber nur teilweise in die Logik der Gender Studies einordnen – es soll nicht negiert werden, dass geschlechtsspezifische Merkmale auch biologisch bedingt sind. Von besonderem Interesse soll jedoch die gesellschaftliche Dimension des unterschiedlichen Gebrauchs sprachlicher Höflichkeit, deren Ursachen und Merkmale im ersten Teil dargestellt werden, sein. Anschließend soll zudem veranschaulicht werden in welcher Art und Weise sich das Sprechverhalten von Männern und Frauen mit dem Wandel der Geschlechterrollen in westlichen Gesellschaften verändert. Um diese Veränderungen zu erörtern, wird im zweiten Teil untersucht, ob Frauen in Machtpositionen weniger höflich werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Geschlechterrollen und Höflichkeit – Frauen, das höflichere Geschlecht
- 2.1 Ursachen
- 2.2 Merkmale
- 2.2.1 Hyperkorrektes Sprechen
- 2.2.2 Unterbrechungen
- 2.2.3 Sprachliche Elemente der Abschwächung
- 3 Höflichkeit bei Frauen in Machtpositionen
- 3.1 Höflichkeitsgebrauch im Wandel?
- 3.2 Mit Höflichkeit zum Erfolg
- 3.3 Höflichkeitsstrategien bei Männern und Frauen in Machtpositionen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem unterschiedlichen Gebrauch sprachlicher Höflichkeit bei Frauen und Männern in westlichen Kulturkreisen. Sie untersucht die Ursachen dieses Phänomens und analysiert die spezifischen Merkmale der weiblichen und männlichen Sprachformen. Die Arbeit geht davon aus, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Sprache zum großen Teil sozial konstruiert sind und daher einem dynamischen Wandel unterliegen. Im Fokus stehen die Erwartungen und Rollenbilder, die an Frauen und Männer in der Gesellschaft gestellt werden und wie sich diese auf den Sprachgebrauch auswirken.
- Untersuchung der Ursachen für den unterschiedlichen Sprachgebrauch von Frauen und Männern
- Analyse der spezifischen Merkmale der weiblichen und männlichen Sprachformen
- Bedeutung von Macht und Status für den Gebrauch von Höflichkeit
- Die Rolle der Sozialisierung in der Entwicklung von geschlechtsspezifischen Sprachformen
- Die Auswirkungen von Geschlechterrollen auf den Sprachgebrauch in unterschiedlichen Kontexten
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Thematik ein und beleuchtet den Unterschied zwischen Frauen und Männern im Gebrauch von Höflichkeit anhand von Beispielen aus der Politik. Es wird die Frage aufgeworfen, ob Frauen aufgrund ihrer Höflichkeit unterschätzt werden und ob es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausübung von Macht gibt. Kapitel 2 behandelt die Ursachen für den unterschiedlichen Sprachgebrauch von Frauen und Männern. Es wird argumentiert, dass die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zu unterschiedlichen Sprachformen führte, die durch die jeweiligen Diskurstypen geprägt sind. Kapitel 3 analysiert die Veränderung des Höflichkeitsgebrauchs bei Frauen in Machtpositionen. Es wird untersucht, ob Frauen in Führungspositionen weniger höflich werden und welche Strategien Männer und Frauen in Machtpositionen anwenden, um ihre Ziele zu erreichen.
Schlüsselwörter
Sprachliche Höflichkeit, Geschlechterrollen, Frauensprache, Männersprache, Macht, Status, Sozialisierung, Face-Konzept, Face-Threatening Acts, Gender Studies, Sprachwandel, Höflichkeitsstrategien, Machtpositionen.
- Quote paper
- B.A. Nadja Glanze (Author), 2007, Sprachliche Höflichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148540