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Die Loslösung Irlands vom britischen Empire unter Berücksichtigung der Frage, ob Irland eine Kolonie war

Titel: Die Loslösung Irlands vom britischen Empire unter Berücksichtigung der Frage, ob Irland eine Kolonie war

Hausarbeit , 2006 , 31 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Wilfried Pott (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Loslösung Irlands vom britischen Empire. Meine Themenwahl setzt die Annahme voraus, dass Irland, obwohl mit Großbritannien in einer Union verbunden, nicht gleichberechtigter Teil dieser Union war. Spricht man vom britischen Empire so meint man das britische Weltreich. Löst sich Irland also vom Britischen Empire, so müsste es zuvor einen Koloniestatus gehabt haben. Zunächst werde ich deshalb den Begriff „Kolonie“ bzw. „Kolonialismus“ näher erläutern. Hierzu dienen die Definitionen von Osterhammel und Förster. Ergänzend werde ich auch die Definition von Hechter zum internen Kolonialismus heranziehen.
Die Frage, ob Irland eine Kolonie war, wird im englischsprachigen Raum unter Historikern verstärkt diskutiert. Die Frage ist auch deswegen von Bedeutung, weil sie in die aktuelle Nordirland-Problematik und die britisch-irische Tagespolitik hineinspielt und eventuell der Provisonal IRA Unterstützung in ihrem gewaltsamen Kampf für die irische Einheit liefern könnte. Laut McDonough können aktuell in Nordirland keine kolonialen Zustände gesehen werden, wenn es sie nicht bereits im 19. Jahrhundert in Irland gab. Die oben genannte Fragestellung ist damit zumindest auf der irischen Insel aktuell, während der von Hechter aufgegriffene Begriff des internen Kolonialismus von Osterhammel eher angezweifelt wird. Förster weist zudem darauf hin, dass die Entwicklung einer Theorie des internen Kolonialismus noch in den Kinderschuhen steckt.
Im Rahmen dieser Hausarbeit ist deshalb ausgehend von den Definitionen des Begriffs „Kolonialismus“ insbesondere zu klären, ob es Ansatzpunkte gibt, die die Behauptung, Irland sei eine Kolonie gewesen, untermauern können.
Hierzu könnten aus meiner Sicht zahlreiche Ereignisse und Maßnahmen einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Ich werde deshalb eine Eingrenzung auf das Verhalten der Briten während der großen Hungersnot und die Haltung der Gegner der drei Home Rule-Gesetze vornehmen. Unabhängig von möglichen Anhaltspunkten für einen Kolonialstatus werde ich zudem in einem Ausblick die Staatswerdung, die weitere Bindung an Großbritannien und die Mitgliedschaft im Commonwealth bis zur völligen Unabhängigkeit darstellen.
Eine abschließende Beantwortung der Frage, ob Irland tatsächlich eine Kolonie war, kann allerdings mit dieser Hausarbeit nicht geleistet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition „Kolonie“ und „Kolonialismus“

3 Das Verhalten der Briten während der Großen Hungersnot 1845 - 1849

4 Die Haltung der Gesetzesgegner in der Home Rule-Frage

5 Ausblick: Die Lösung vom Empire, die weitere Bindung an Großbritannien und die Mitgliedschaft im Commonwealth

6 Zusammenfassung und Fazit

7 Anhang

Zeittafel

Derzeitige Mitgliedsländer des Commonwealth

8 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Loslösung Irlands vom britischen Empire und analysiert dabei kritisch, ob Irland im Kontext der unionsrechtlichen Verbindung mit Großbritannien als Kolonie klassifiziert werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich auf die Vereinbarkeit des Status Irlands innerhalb des Vereinigten Königreichs mit gängigen Definitionen von Kolonialismus und internem Kolonialismus, unter besonderer Berücksichtigung signifikanter Krisenereignisse.

  • Historische Einordnung des Act of Union und dessen Folgen für die irische Souveränität.
  • Analyse des britischen Krisenmanagements während der Großen Hungersnot (1845–1849).
  • Untersuchung der politischen Widerstände gegen die Home Rule-Gesetzgebung.
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Kolonialismus-Begriffen nach Osterhammel und Hechter.
  • Betrachtung der Entwicklung zum irischen Freistaat und der Mitgliedschaft im Commonwealth.

Auszug aus dem Buch

Das Verhalten der Briten während der Großen Hungersnot 1845 - 1849

Neuere Untersuchungen haben die Ansicht verneint, bei der Großen Hungersnot handele es sich um eine Naturkatastrophe. Wenn dies so ist, muss die Frage erlaubt sein, was Westminster gegen diese „hausgemachte Katastrophe“ unternommen hat. Nach dem Act of Union und der Gründung des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland im Jahre 1801 hätte es also ein gemeinsames Vorgehen in einem „vereinigten Königreich“ geben sollen. War dem aber so?

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts galt die irische Landwirtschaft bei etlichen britischen Politikern und Ökonomen als rückständig und unterentwickelt. Den irischen Landlords sowie den Bauern wurde die fehlende Modernisierung angelastet. Mit zunehmendem Anstieg der Bevölkerung stieg auch die Abhängigkeit von der Kartoffel als Hauptnahrungsmittel. Die fruchtbaren Böden wurden von den Landlords für Getreide- und Viehwirtschaft verpachtet.

Nach 1780 gab es einen sprunghaften Anstieg der Exporte von Getreide, Vieh und Milchprodukten nach England. Irland diente damit im Wesentlichen als „Brotkorb Englands“.

1845 wurde auf Grund einer Pflanzenkrankheit 50 Prozent der irischen Kartoffelernte vernichtet. Die britische Regierung versuchte der bevorstehenden Knappheit durch Getreideimporte aus den USA zu begegnen. Premierminister Peel war der Ansicht, dass durch die Krise auch die Rücknahme der Corn Laws möglich war. Damit wurde die Protektion der Getreideimporte beendet. In Irland führte dies zu einer Verlagerung von der Getreide- zur Milchwirtschaft. Innenpolitisch führte diese Politik zu Problemen innerhalb der Konservativen Partei. Es gab eine Spaltung in zwei Teile und später folgte ein Regierungswechsel zu den Whigs, unter Führung Premierminister Russells.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Union zwischen Irland und Großbritannien ein und formuliert die Forschungsfrage zur möglichen Kolonialstatus Irlands.

2 Definition „Kolonie“ und „Kolonialismus“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Kolonialismus anhand der Definitionen von Osterhammel und Förster sowie des Konzepts des internen Kolonialismus nach Hechter.

3 Das Verhalten der Briten während der Großen Hungersnot 1845 - 1849: Dieser Abschnitt analysiert das staatliche Handeln während der großen Hungerkrise und hinterfragt, ob die Maßnahmen den Charakter einer Verwaltung eines gleichberechtigten Landesteils widerspiegeln.

4 Die Haltung der Gesetzesgegner in der Home Rule-Frage: Hier wird der politische Widerstand gegen eine irische Selbstverwaltung untersucht und mit den Interessen britischer Unionisten sowie konservativer Politik in Verbindung gebracht.

5 Ausblick: Die Lösung vom Empire, die weitere Bindung an Großbritannien und die Mitgliedschaft im Commonwealth: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung zur Unabhängigkeit ab 1919, den Anglo-Irish Treaty und den Weg der Republik Irland in die vollständige Souveränität.

6 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der Kolonialismus-Theorien auf die irische Geschichte.

7 Anhang: Der Anhang bietet eine detaillierte Zeittafel der Ereignisse von 1801 bis 1949 sowie eine Übersicht der Mitgliedsländer des Commonwealth.

8 Literaturverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Irland, Großbritannien, Britisches Empire, Kolonialismus, Große Hungersnot, Home Rule, Union, interner Kolonialismus, Westminster, Dominion-Status, Unabhängigkeit, Commonwealth, Act of Union, Protestant Ascendancy, irische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Beziehung zwischen Irland und Großbritannien sowie den Prozess der Loslösung Irlands vom britischen Empire unter der Fragestellung, ob Irland als Kolonie betrachtet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der britischen Politik während der Großen Hungersnot, den Widerständen gegen das Home Rule-Gesetz und dem Prozess der irischen Staatswerdung bis zur vollständigen Souveränität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die Behauptung, Irland sei eine britische Kolonie gewesen, durch historische Ereignisse und politikwissenschaftliche Definitionen untermauert werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen basierend auf Definitionen von Kolonialismus (Osterhammel, Förster) und internem Kolonialismus (Hechter), um historische Ereignisse kritisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das krisenhafte Verhalten der britischen Regierung während der Hungerkatastrophe und die politischen Auseinandersetzungen um die irische Autonomie (Home Rule) im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Kolonialismus, Union, Home Rule, interner Kolonialismus, Dominion-Status und irische Souveränität.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Großen Hungersnot auf den Kolonialstatus Irlands?

Der Autor führt aus, dass die britische Reaktion auf die Hungersnot – insbesondere durch das Festhalten an Exporten trotz massiver Not – den Eindruck der Iren verfestigte, von einer gleichberechtigten partnerschaftlichen Union könne keine Rede sein.

Warum war der Dominion-Status für Irland umstritten?

Irland strebte ursprünglich nach einer anderen Form der Unabhängigkeit, akzeptierte den Dominion-Status jedoch unter politischem Druck Großbritanniens, um den Weg in die staatliche Freiheit einzuleiten.

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Details

Titel
Die Loslösung Irlands vom britischen Empire unter Berücksichtigung der Frage, ob Irland eine Kolonie war
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
3,0
Autor
Wilfried Pott (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V148247
ISBN (eBook)
9783640593354
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland Britisches Empire Kolonialismus Unabhängigkeit McDonough Osterhammel Irische Unabhängigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wilfried Pott (Autor:in), 2006, Die Loslösung Irlands vom britischen Empire unter Berücksichtigung der Frage, ob Irland eine Kolonie war, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148247
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Leseprobe aus  31  Seiten
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