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Die Bezugnahmen von Bildern - Eine Kritik an der Ähnlichkeitsrelation

Titel: Die Bezugnahmen von Bildern - Eine Kritik an der Ähnlichkeitsrelation

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Daniel Brockmeier (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Hausarbeit wird die Ähnlichkeitstheorie des Bildes einer kritischen Prüfung unterzogen. Zunächst wird untersucht, auf welche Art von Bildern sich der Ähnlichkeitsbegriff sinnvoll anwenden läßt. Daran anschließend werden die drei folgenden Fragen diskutiert:
Was macht ein Bild zum Bild? Wie wird der Referent eines Bildes festgelegt? Und worin besteht der Unterschied zwischen pikturaler Repräsentation und verbaler Beschreibung?
Ich beginne mit einer Untersuchung, ob Ähnlichkeit etwas dazu beitragen kann, bildliche von sprachlichen Zeichen zu unterscheiden, indem ich das Argument der semantischen Anomalie des Bildes prüfe. Im nächsten Schritt wird analysiert, ob Ähnlichkeit ein Kriterium an die Hand gibt, zu entscheiden, was ein Bild zum Bild macht, ob sie dafür notwendige oder hinreichende Bedingung sein kann. Als letzte der oben genannten Fragen wird aufgegriffen, ob Ähnlichkeit dazu beiträgt, den Referenten eines Bildes festzulegen. Am Ende dieser Hausarbeit wird dann im Fazit kurz Nelson Goodmans alternative Theorie der Bezugnahme vor- und der Ähnlichkeitstheorie gegenübergestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrenzung des Untersuchungsgegenstandes

3. Die Ähnlichkeitstheorie

4. Muß Bilderlesen gelernt werden?

5. Das logische Argument

5.1 Ähnlichkeit als notwendige Bedingung

5.2 Ähnlichkeit als hinreichende Bedingung

6. Das transzendentale Argument

6.1 Die Welt kopieren, wie sie ist

6.2 Das unschuldige Auge

6.3 Einhörner und Käfer in Schachteln

7. Fazit

8. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der pikturalen Bezugnahme und kritisiert dabei insbesondere die weit verbreitete Ähnlichkeitstheorie. Ziel der Untersuchung ist es, auf Basis der Argumentation von Nelson Goodman zu prüfen, ob die Ähnlichkeitsrelation als tragfähiges Kriterium zur Unterscheidung von bildlichen und sprachlichen Symbolen sowie zur Festlegung des Referenten eines Bildes dienen kann.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der Ähnlichkeitstheorie als Bilddefinition.
  • Gegenüberstellung von bildlicher Repräsentation und verbaler Beschreibung.
  • Untersuchung der Rolle des Erlernens von Bildkompetenz vs. Spracherwerb.
  • Logische und transzendentale Argumente gegen die Ähnlichkeitsrelation.
  • Diskussion der Bedeutung von Null-Denotation bei fiktionalen Bildern.

Auszug aus dem Buch

6.2 Das unschuldige Auge

Doch Sachs-Hombach wendet ein, daß die Art des Kopierens nicht darauf abziele, wie ein Gegenstand ist, sondern wie er uns erscheint: „Dieser erkenntnistheoretische Antirealismus ließe sich aber durchaus akzeptieren, ohne dass damit eine Ähnlichkeitstheorie unmöglich wird, denn Ähnlichkeit muss nicht als erkenntnistheoretische Kategorie aufgefasst werden. Ähnlichkeit kann vielmehr als Relation zwischen der Wahrnehmung eines Bildes und der Wahrnehmung des abgebildeten Gegenstandes bestimmt werden.“50 Doch Goodman ist sich dieses Einwands bewußt und treibt ihn sogleich auf die Spitze: „Was ich kopieren soll, scheint einer dieser Aspekte zu sein, eine dieser Weisen, wie der Gegenstand ist oder aussieht. Aber natürlich nicht irgendeine beliebige […]. Vermutlich eher die Weise, wie der Gegenstand sich für den Normalsichtigen aus angemessener Entfernung, günstigem Blickwinkel, bei gutem Licht, ohne Hilfsmittel darbietet, nicht beeinflußt durch Gefühle, Abneigungen und Interessen und nicht gedanklich und interpretativ ausgeschmückt. Kurz, der Gegenstand soll so kopiert werden, wie man ihn unter aseptischen Bedingungen mit dem freien und unschuldigen Auge sieht.“51

Goodman wendet dagegen ein, daß es das „unschuldige Auge“ nicht gebe. Dabei bezieht er sich auf Ernst Gombrich und implizit auf Kants „Kritik der reinen Vernunft“.52 Das Auge beginne seine Arbeit immer schon erfahren: „Nicht nur wie, sondern auch was es sieht, wird durch Bedürfnis und Vorurteil reguliert. Es wählt aus, verwirft, organisiert, unterscheidet, assoziiert, klassifiziert, konstruiert. Eher erfaßt und erzeugt es, als daß es etwas widerspiegelt; und was es erfaßt und erzeugt, sieht es nicht entblößt, als etwas ohne Attribute, sondern als Dinge, als Nahrung, als Leute, als Feinde, als Sterne, als Waffen. Nichts wird entblößt gesehen oder bloß gesehen.“53

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der bildlichen Repräsentation und Abgrenzung zur Ähnlichkeitstheorie.

2. Begrenzung des Untersuchungsgegenstandes: Definition des relevanten Bildbegriffs und Ausschluss von Phänomenen wie Vorstellungsbildern oder Spiegelungen.

3. Die Ähnlichkeitstheorie: Darstellung der klassischen Auffassung von Bildern als ikonische Zeichen.

4. Muß Bilderlesen gelernt werden?: Untersuchung des Arguments, ob das Verstehen von Bildern im Gegensatz zur Sprache keinen Lernprozess erfordert.

5. Das logische Argument: Widerlegung der Ähnlichkeit als notwendige oder hinreichende Bedingung für Repräsentation.

5.1 Ähnlichkeit als notwendige Bedingung: Prüfung der These, ob Bilder zwingend dem Gegenstand ähneln müssen, den sie repräsentieren.

5.2 Ähnlichkeit als hinreichende Bedingung: Analyse der Schwächen der Ähnlichkeitsrelation im Hinblick auf Reflexivität und Symmetrie.

6. Das transzendentale Argument: Diskussion der Erkenntnistheorie hinter der Bildtheorie und der Frage, wie wir die Welt wahrnehmen.

6.1 Die Welt kopieren, wie sie ist: Kritik an der realistischen Forderung, die Natur unmittelbar und wahrheitsgetreu abzubilden.

6.2 Das unschuldige Auge: Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines neutralen, vorurteilsfreien Blicks auf die Welt.

6.3 Einhörner und Käfer in Schachteln: Analyse der Probleme, die bei der Repräsentation nicht-existenter oder fiktiver Gegenstände auftreten.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ähnlichkeitstheorie und Ausblick auf Goodmans alternative Theorie der Symbolsysteme.

8. Anhang: Auflistung der verwendeten Literatur und des Abbildungsverzeichnisses.

Schlüsselwörter

Ähnlichkeitstheorie, Nelson Goodman, Bildtheorie, Pikturale Repräsentation, Klaus Sachs-Hombach, Symbolsysteme, Null-Denotation, Semantische Anomalie, Bildkompetenz, Referenz, Konstruktivismus, Unschuldiges Auge, Repräsentation, Zeichen, Abbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Kritik an der Ähnlichkeitstheorie, die besagt, dass Bilder durch Ähnlichkeit mit ihrem Referenten auf diesen Bezug nehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Bildtheorie, die Abgrenzung pikturaler von sprachlichen Symbolen sowie die Frage nach der Identifikation des Bildreferenten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Ähnlichkeit zwischen Bild und Abgebildetem ein hinreichendes oder notwendiges Kriterium für eine erfolgreiche bildliche Repräsentation darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine analytische, begriffskritische Methode verwendet, die insbesondere die Argumente von Nelson Goodman gegen die Ähnlichkeitstheorie aufgreift und mit Positionen von Klaus Sachs-Hombach vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert logische Einwände gegen Ähnlichkeit, untersucht, ob "Bilderlesen" gelernt werden muss, und diskutiert das "unschuldige Auge" sowie Probleme bei der Abbildung fiktiver Inhalte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ähnlichkeitstheorie, Bildreferenz, Nelson Goodman, Symbolsysteme und pikturale Repräsentation.

Warum ist die Abbildung von "Fountain" von Marcel Duchamp für die Arbeit relevant?

Das Beispiel dient dazu, die These zu widerlegen, dass Ähnlichkeit eine notwendige Bedingung für Repräsentation ist, da das Kunstwerk als Brunnen bezeichnet wird, obwohl es einem Urinal ähnelt.

Was meint der Autor mit "Käfern in Schachteln" in Bezug auf die Ähnlichkeitstheorie?

Dies bezieht sich auf Wittgensteins Metapher und verdeutlicht die Unzugänglichkeit privater mentaler Repräsentationen bei der theoretischen Begründung von Ähnlichkeit.

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Details

Titel
Die Bezugnahmen von Bildern - Eine Kritik an der Ähnlichkeitsrelation
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Nelson Goodmans Symboltheorie
Note
1,7
Autor
Daniel Brockmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
28
Katalognummer
V146504
ISBN (eBook)
9783640574322
ISBN (Buch)
9783640574056
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildtheorie Symboltheorie Ähnlichkeitstheorie Nelson Goodman Goodman Klaus Sachs-Hombach Sachs-Hombach Philosophie theoretische Philosophie Ähnlichkeit Bildwissenschaft Bild Bilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Brockmeier (Autor:in), 2006, Die Bezugnahmen von Bildern - Eine Kritik an der Ähnlichkeitsrelation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146504
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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