Dieser Sammelband enthält vier Hausarbeiten.
Die erste Arbeit versucht, den Einfluss Goethes, des Dichters der Natur, auf Schiller, den Dichter der Freiheit, mit Blick auf Schillers Entwicklung vom Stürmer und Dränger zum Klassiker, vom radikalen Freiheitsenthusiasten zum Dichter eines ausgewogeneren Verhältnisses zwischen Freiheit und Natur aufzuzeigen. Dazu sollen zunächst die unterschiedlichen Denk- und Sehweisen der beiden Dichter herausgearbeitet werden, bevor anhand der exemplarischen Analyse zweier Schillerscher Freiheitsdramen die besagte Entwicklung dargestellt werden kann.
Entstammt schon der Ursprung des Tell-Stoffes einer Sage, so hat sich über die Jahrhunderte ein wahrer Mythos um den furchtlosen Mann gebildet, der mit einem Meisterschuss das Leben seines Sohnes und durch die Tötung des Gewaltherrschers Geßler die Eidgenossenschaft rettete. Eine Tat mit patriotischem Hintergrund? Was die wahren Beweggründe für Tells Befreiungstat sind, und ob er tatsächlich der verehrte Volksheld mit den patriotischen Motiven ist, gilt es in der zweiten Arbeit zu untersuchen.
"Durch diese hohle Gasse muss er kommen, / Es führt kein andrer Weg nach Küßnacht - Hier / Vollend ich’s - Die Gelegenheit ist günstig". Diese Worte gehören wohl mit zu den bekanntesten Sätzen Schillers: Sie sind aus dem Drama "Wilhelm Tell" entnommen, in dem sich der gleichnamige Held zum Zeitpunkt, als er diese Worte sagt, in einer Gasse befindet und dort auf seinen Feind Gessler wartet. Im Anschluss an sie beginnt sein bekannter Mordmonolog, in welchem er sein weiteres Vorhaben genau reflektiert. Wie dieser Monolog aufgebaut und zu verstehen ist, warum Tell schließlich so handelt und in welcher Weise er den Tyrannenmord vor sich selbst rechtfertigt, wird Bestandteil der dritten Arbeit sein.
Die letzte Arbeit setzt sich mit den Autoren Friedrich Schiller und Max Frisch auseinander und vergleicht die Apfelschussszene in den beiden Werken "Wilhelm Tell" und "Wilhelm Tell für die Schule". Das Apfelschussmotiv, das den Schuss eines Apfels vom Kopf des Sohnes eines Schützen beschreibt, findet sich in zahlreichen Sagen. In diesem Text werden drei potenzielle Quellen vorgestellt, aus denen dieses Motiv stammen könnte und welche Variationen es im Laufe der Jahrhunderte erfahren hat. Woher haben Schiller und Frisch das Apfelschussmotiv entnommen und wie haben sie es in ihren eigenen Werken dargestellt? Warum findet der Apfelschuss in Frischs Werk nicht statt?
Inhaltsverzeichnis
- Das Verhältnis von Natur und Freiheit in Schillers "Wilhelm Tell". Schillers Ausgestaltung der Freiheitsidee vor dem Hintergrund seiner geistigen Kontroverse mit Johann Wolfgang von Goethe
- Einleitung
- Goethe und Schiller in der geistigen Kontroverse
- Die Ausgestaltung der Freiheitsidee. Exemplarische Analysen
- Freiheit und Unnatur in den Räubern
- Freiheit in Wilhelm Tell
- Fazit
- Wilhelm Tell - Selbsthelfer oder politischer Befreier der Schweiz?
- Einleitung
- Das Fremdbild des Wilhelm Tell
- Tells Selbstbildnis
- Jäger Tell
- Das unermüdliche Vertrauen in Gott und die Natur
- Die Folgen für Tells Handeln
- Die Apfelschuss-Szene und ihre Folgen
- Der innere Bruch und die Auferstehung Wilhelm Tells
- Der Bruch in der Handlung: Wie das Private öffentlich wird
- Der Tod Geßlers
- Private oder politische Beweggründe?
- Wird Tell seiner Rolle als Befreier des Landes gerecht? (Fazit)
- Schiller: Wilhelm Tell - Mordmonolog in der hohlen Gasse
- Einleitung
- Hauptteil
- Schluss
- Die Apfelschussszene. Ein Vergleich von Schillers "Wilhelm Tell" und Frischs "Wilhelm Tell für die Schule"
- Einleitung
- Biografie
- Friedrich Schiller
- Max Frisch
- Inhaltsangabe
- "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller
- "Wilhelm Tell für die Schule" von Max Frisch
- Die Apfelschussszene
- Vergleich der Apfelschussszenen
- Das Apfelschussmotiv
- Schillers Quellen
- Frischs Quellen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Natur und Freiheit in Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“, indem sie die Ausgestaltung der Freiheitsidee vor dem Hintergrund der geistigen Kontroverse zwischen Schiller und Johann Wolfgang von Goethe analysiert.
- Die Entwicklung von Schillers Freiheitsbegriff
- Der Einfluss Goethes auf Schillers Werk
- Die Rolle der Natur in Schillers Dramen
- Die Analyse exemplarischer Szenen aus „Wilhelm Tell“
- Die Bedeutung der Freiheitsidee für die deutsche Literatur und Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Kontext der geistigen Kontroverse zwischen Goethe und Schiller sowie Schillers Entwicklung vom „Stürmer und Dränger“ zum Klassiker beleuchtet. Anschließend wird die Ausgestaltung der Freiheitsidee in den Räubern und Wilhelm Tell analysiert, wobei der Schwerpunkt auf Schillers klassischem Werk liegt. Dabei wird die Rolle der Natur in Schillers Dramen und der Einfluss von Goethe auf Schillers Werk im Detail betrachtet. Die Arbeit zeigt auf, wie Schiller die Freiheitsidee in seinen Dramen ausformt und wie sie sich in den unterschiedlichen Werken widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Freiheit, Natur, „Wilhelm Tell“, „Die Räuber“, klassische Literatur, geistige Kontroverse, Dramatik, Freiheitsidee, Kunst, Literatur, Philosophie
- Citar trabajo
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Michael Kepling (Autor), Philipp Gaier (Autor), Manuela Kistner (Autor), 2024, Interpretationsansätze für Schillers "Wilhelm Tell". Eine Analyse der Freiheitsidee, der Apfelschussszene und des Mordmonologs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1464596