In dieser Arbeit soll sich mit der visuellen Wahrnehmung beschäftigt werden und damit, wie bestimmte neuronale Prozesse die Verarbeitung visueller Eindrücke und deren Wirkung auf Körper und Geist des Menschen beeinflussen. Die Erkenntnis der Neurowissenschaftler, dass uns das, was wir sehen unmittelbar körperlich betrifft, macht eine genaue Beschäftigung mit den visuellen Reizen, die uns in manchen Fällen täglich durch Medien penetrieren, notwendig.
Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Wirkung des Visuellen auf den Körper zu untersuchen, rückgreifend auf die Erkenntnisse der Neurowissenschaft und bereichert durch bestehende Theorien etablierter Philosophen, Medien- und Kulturwissenschaftler.
In den letzten Jahrzehnten hat die klassische kognitive Neurowissenschaft unser Verständnis des Gehirns und dessen Verarbeitung von sensorischen Informationen wie Gerüchen, Farben, Formen, Bewegungen und Geräuschen in großem Maße erweitert. Neuartige bildgebende Verfahren und Methoden ermöglichen heute einen Einblick in die Funktionsweise des Gehirns und damit neue Ansatzpunkte, die Wahrnehmung des Menschen zu erforschen.
Selbst komplexe Prozesse der sozialen Kognition wurden zum Untersuchungsgegenstand der Hirnforscher. Insbesondere die Entdeckung einer neuen Klasse von Motorneuronen, den Spiegelneuronen, warf dabei neues Licht auf die Art und Weise wie neuronale Prozesse und psychologische Phänomene miteinander verwoben sind.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Neurologische Grundlagen: Architektur des Gehirns
- Das motorische System
- Monkey See Monkey Do- Die Entdeckung der Spiegelneuronen
- Das Unsichtbare sichtbar machen- Methoden zur Kartographierung von Spiegelneuronen
- Andere Verstehen
- Theory of Mind
- Theory Theory (TT)
- Simulation Theory (ST)
- Embodied Simulation
- Drei Formen des Verstehens
- Verstehen der motorischen Intention- Aus den Augen aus dem Sinn?
- Mindreading
- Empathie
- Angewidert in der Insel
- The Shared Manifold of Intersubjectivity
- Theory of Mind
- Die Sichtbarmachung der Welt - Visuelle Medienkultur
- Das Sehen
- Visual Culture- Problematik eines Begriffs
- Der Pictorial Turn
- Tanz
- Bewegt sein
- Kinästhetische Empathie und ästhetische Einfühlung
- Der motorische Wortschatz
- Ästhetische Erfahrung, Neuroästhetik und Spiegelneurone
- Der Begriff der Ästhetik
- Das künstlerische Gehirn- Neuroästhetik
- Ästhetik der Empathie
- Jenseits des Objekts – Bewegung in Form und Linie
- Cross modale Abstraktion
- Emotionsprojektionen - Spiegelneuronen und Film
- Die Illusion des Films
- Der Film als Subjekt
- Das Gesicht des Films
- Filmkörper - Körperfilm
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der visuellen Wahrnehmung und untersucht, wie neuronale Prozesse die Verarbeitung visueller Eindrücke und deren Wirkung auf Körper und Geist des Menschen beeinflussen. Im Zentrum steht dabei die Entdeckung der Spiegelneuronen und deren Rolle in der kognitiven und emotionalen Verarbeitung visueller Reize.
- Neurologische Grundlagen der visuellen Wahrnehmung
- Funktion und Bedeutung der Spiegelneuronen
- Die Rolle der Spiegelneuronen im Prozess des Verstehens und der Empathie
- Der Einfluss visueller Medien auf die menschliche Wahrnehmung
- Ästhetische Erfahrungen und die Aktivierung von Spiegelneuronen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und beleuchtet die wachsende Bedeutung der kognitiven Neurowissenschaften und ihre Rolle im Verständnis des menschlichen Gehirns. Besonderes Augenmerk liegt auf der Entdeckung der Spiegelneuronen und deren Potenzial, die Beziehung zwischen neuronalen Prozessen und psychologischen Phänomenen zu erklären.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der neurologischen Architektur des Gehirns, insbesondere mit dem motorischen System, um die Verarbeitung visueller Informationen im Gehirn zu erläutern. Es beschreibt die Entdeckung der Spiegelneuronen und ihre Funktionsweise, die durch die Beobachtung von Handlungen die gleichen Neuronen aktiviert wie bei der tatsächlichen Ausführung der Handlung.
Im dritten Kapitel werden verschiedene Theorien des Verstehens vorgestellt, darunter die Theory of Mind, die Embodied Simulation und die verschiedenen Formen des Verstehens wie motorische Intention, Mindreading und Empathie. Diese Kapitel beleuchten, wie Spiegelneuronen eine wichtige Rolle beim Verstehen und der emotionalen Reaktion auf das Verhalten anderer spielen.
Das vierte Kapitel befasst sich mit der visuellen Medienkultur und beleuchtet die Problematik des Begriffs "Visual Culture" und den Einfluss des "Pictorial Turn" auf die Wahrnehmung und Interpretation visueller Reize.
Kapitel fünf untersucht den Tanz als eine besondere Form der Bewegung, die durch die Aktivierung von Spiegelneuronen die kinästhetische Empathie und ästhetische Einfühlung fördert.
Das sechste Kapitel widmet sich dem Zusammenhang zwischen ästhetischen Erfahrungen, Neuroästhetik und Spiegelneuronen. Es beleuchtet die neurologischen Prozesse, die bei der Wahrnehmung von Kunst und Schönheit aktiv sind und die Rolle der Spiegelneuronen in der ästhetischen Empathie.
Kapitel sieben untersucht die Wirkung von Filmen auf die Emotionen des Zuschauers und die Rolle der Spiegelneuronen in der Projektion von Emotionen. Es analysiert den Film als ein Medium, das durch die Aktivierung von Spiegelneuronen beim Zuschauer emotionale Reaktionen hervorruft.
Schlüsselwörter
Spiegelneuronen, visuelle Medienkultur, neuronale Prozesse, kognitive Neurowissenschaften, Empathie, ästhetische Erfahrung, Neuroästhetik, Film, Visual Culture, Pictorial Turn, motorisches System, Theory of Mind, Embodied Simulation.
- Citation du texte
- Alexandra Führ Benlifer (Auteur), 2013, Spiegelneuronen und visuelle Medienkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463610