„Erzähle mir und ich vergesse,
zeige mir und ich erinnere,
lass es mich tun und ich verstehe.“
(Konfuzius)
Seit gut zwanzig Jahren gehört der Begriff der Identitätsfindung zu den wichtigsten
Leitbegriffen der Deutschdidaktik. Den Heranwachsenden sollen Hilfen gegeben werden,
sich ihrer selbst bewusst und gewiss zu werden und so eine selbstverantwortete
Lebensorientierung zu finden (vgl. Spinner 2008, S. 97). Im Literaturunterricht führte dieses
Anliegen dazu, dass die persönlichen Verstehensweisen ernster genommen und
immer häufiger zum Ausgangspunkt für Interpretationsgespräche wurden. Die Übertragung
auf die eigene Lebenssituation gehörte zur Methode.
Mit dem Aufkommen der produktiven Verfahren in den 80erJahren kam das eigene
literarische Schreiben der Schüler und Schülerinnen1 hinzu (vgl. Spinner 2008, S.98). „Im
Produzieren sollen sie Gelegenheit erhalten, der Bedeutung, die ein Text für sie selbst
hat, Ausdruck zu geben“ (Spinner 2008, S.98). Anstoß für die Entwicklung des handlungs-
und produktionsorientierten Unterrichts war die Beobachtung, dass ein passiver
Unterricht vielen Schülern nicht gerecht wird. Es muss allen Kindern Gelegenheit
gegeben werde, die eigenen Interessen, Phantasien und Emotionen einzubringen.
Gerhard Haas weist darauf hin, dass ein nur interpretierender und analytischer Unterricht
vielen Schülern die Lust am Lesen nehmen kann. Reine Interpretationsgespräche
bergen die Gefahr, die Mehrheit der Schüler von aktiver Teilnahme auszuschließen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Problemstellung
- 1.1 Einleitung
- 1.2 Modulbezug
- 1.3 Persönliches Interesse
- 1.4 Bezug zu den Ausbildungsstandards
- 1.5 Leitfragen und Zielvorstellungen
- 2. Planungskonzept
- 2.1 Bezug zum Lernplan und zu den Bildungsstandards
- 2.2 Sachanalyse
- 2.3 Kompetenzen
- 2.4 Lernvoraussetzungen
- 2.5 Methodisch-didaktische Überlegungen
- 2.5.1 Einführung in das Thema - Inhaltliche Erarbeitung der Minilektüre
- 2.5.2 Arbeiten mit handlungs- und produktionsorientierten Verfahren - Übergabe der Aufgaben an die Schüler
- 2.5.3 Optimierung der Arbeitsergebnisse mit erster Präsentation
- 2.5.4 Abschluss der Einheit und Vorbereitungen für das Lesecafé
- 3. Unterricht
- 3.1 Tabellarischer Überblick über die Unterrichtseinheit
- 3.2 Darstellung einer Unterrichtsstunde
- 4. Evaluation
- 4.1 Schülerbefragung
- 4.2 Schülerreflexion
- 4.3 Persönliche Beobachtungen
- 4.4 Evaluation im Bezug auf die Leitfragen und Zielvorstellungen
- 5. Resümee und Ausblick
- 5.1 Persönliches Resümee
- 5.2 Ausblick
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit präsentiert einen Unterrichtsversuch, der die Motivation und das Literaturverständnis von Schülern mithilfe handlungs- und produktionsorientierter Verfahren im Kontext einer „Lesecafé“-Einheit steigern möchte. Der Fokus liegt dabei auf der Umsetzung dieser Methoden im Rahmen der Minilektüre „Der Fall Samson“.
- Steigerung der Schülermotivation im Literaturunterricht
- Anwendung handlungs- und produktionsorientierter Verfahren zur Texterschließung
- Integration von Schüleraktivitäten und -beiträgen in das „Lesecafé“-Konzept
- Analyse der Wirksamkeit der gewählten Methoden anhand von Schülerbefragungen, -reflexionen und persönlichen Beobachtungen
- Reflexion der Ergebnisse im Kontext relevanter Ausbildungsstandards
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Problemstellung, wobei die Bedeutung von Identitätsfindung im Literaturunterricht und die Notwendigkeit handlungs- und produktionsorientierter Verfahren beleuchtet werden. Anschließend wird das Planungskonzept der Unterrichtseinheit vorgestellt, einschließlich Bezug zum Lehrplan, Sachanalyse, Kompetenzen, Lernvoraussetzungen und methodisch-didaktischen Überlegungen.
Im dritten Kapitel erfolgt eine detaillierte Darstellung des Unterrichtsverlaufs, wobei ein tabellarischer Überblick über die gesamte Einheit und eine Beschreibung einer einzelnen Unterrichtsstunde gegeben werden. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Evaluation der Unterrichtseinheit, die auf Schülerbefragungen, -reflexionen und persönlichen Beobachtungen basiert. Abschließend wird ein Resümee gezogen und ein Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen gegeben.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit handlungs- und produktionsorientierten Verfahren im Literaturunterricht, der Steigerung der Schülermotivation, dem „Lesecafé“-Konzept, der Minilektüre „Der Fall Samson“, der Evaluation von Unterrichtseinheiten und den entsprechenden Ausbildungsstandards.
- Quote paper
- Susanne Stuhl (Author), 2009, „Lesecafé“ - Ein Unterrichtsversuch zur Umsetzung handlungs- und produktionsorientierter Verfahrensweisen am Beispiel der Minilektüre: Der Fall Samson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145897