Diese Umrissplanung basiert auf dem Hamburger Modell von Wolfgang Schulz (1981). Die¬ses allgemeindidaktische Modell wurde entsprechend neueren Entwicklungen für die berufliche Bil-dung geringfügig modifiziert. Im Bereich der Unterrichtsziele wird die überarbeitete Taxonomie für Lernziele im kognitiven Bereich (Anderson & Krathwohl 2001) sowie die Taxonomie für affek¬tive (Krathwohl, Bloom & Masia 1975) und psychomotorische Lernziele (Dave 1968 zit. n. Meyer 1991), berücksichtigt. Bei den methodischen Modellen werden komplexe Lehr-Lern-Arrange¬ments und die schüler-zentrierte Schulung als moderner Frontalunterricht mit Lern¬auf-gaben (Aschersleben 1999; Grell & Grell 1999) als methodische Großformen zusätzlich aufge-nommen. Die hier vorgelegte Umriss¬planung ist in den Bereichen „Unterrichtsziele“ bezüglich der thematischen Struktur und der Intentionalität sowie bei der „Erfolgskontrolle“ exemplarisch. Auf die Präzisierung der selbst erstellten Medien (Fallschilderungen, Informationstexte, Merk¬blätter, Lern- und Übungsaufgaben, Arbeitsblätter u. Ä.) wird verzichtet. Die Präzisierung der einzelnen Aktionsweisen (Handlungsmuster) in den einzelnen Lernphasen ist Gegenstand der Prozessplanung (Verlaufsplanung), die eine Präparation für die an einem Schultag durchzu¬füh¬ren-den Unterrichtsstunden darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Didaktisches Modell
2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen
3. Unterrichtsziele
3.1 Thematik
3.1.1 Auswahl, Strukturierung und Aufbereitung der Inhalte
3.1.2 Legitimation der ausgewählten Inhalte
3.2 Intentionalität
3.2.1 Grundsätze der Lernzielformulierung
3.2.2 Kognitive Lernziele
3.2.3 Affektive Lernziele
4. Spezifische Ausgangslage
4.1 Vorerfahrung, Vorwissen und Fehlvorstellungen
4.2 Themenspezifisches Interesse, Einstellungen und Emotionalität
5. Erfolgskontrolle
5.1 Vollständige Lernziel-Operationalisierung
5.2 Selbst- und Fremdkontrolle im formativen Assessment
6. Vermittlungsvariablen
6.1 Methoden
6.1.1 Methodisches Modell (Großform)
6.1.2 Phasierung mit Sozialformen und Aktionsweisen (Handlungsmuster)
6.2 Mediale Aspekte der Vermittlung
6.2.1 Medien zur Objektivierung von Lehrfunktionen
6.2.2 Medien als Hilfsmittel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Umrissplanung einer 10-stündigen Unterrichtseinheit zum Thema „Rechnerische Grundlagen der Preisplanung“ für den Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel. Das Ziel ist es, die Schüler durch schülerzentrierte Methoden und Fallstudien in die Lage zu versetzen, Einkaufspreise zu kalkulieren und mathematische Methoden sicher auf betriebliche Sachverhalte anzuwenden.
- Didaktische Modellierung basierend auf dem Hamburger Modell.
- Strukturierung der mathematischen Grundlagen (Verteilungs- und Prozentrechnung).
- Integration der Bezugskalkulation und Währungsrechnung im internationalen Kontext.
- Operationalisierung von kognitiven und affektiven Lernzielen.
- Methodische Gestaltung durch Fallstudien und formative Assessments.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Legitimation der ausgewählten Inhalte
Der Alltag eines Groß- und Außenhandelskaufmanns besteht aus vielen unterschiedlichen Tätigkeiten. Sie kommunizieren mit Lieferanten, Kunden, Partnern, Speditionen und Fuhrunternehmen, sowie mit Kollegen und Vorgesetzten. Grob gesehen ist jedoch Ziel, dem Unternehmen zu dienen, Waren zu möglichst günstigen Konditionen einzukaufen und mit entsprechendem Gewinn an Kunden zu veräußern. Groß- und Außenkaufleute treiben also Handel mit Gütern im nationalen oder auch im internationalen Geschäftsfeld. Sie müssen in der Lage sein, selbständig Einkaufspreise zu verhandeln und Bezugspreise zu kalkulieren. Ebenso sind Verkaufspreise mit entsprechender Marge und Spanne zu errechnen. Im Umgang mit dem Kunden müssen sie ihren Handlungsspielraum sicher einschätzen können, was bedeutet, Kalkulationen schnell durchführen zu können oder durch Erfahrungswerte handlungsfähig zu bleiben.
Dies erfordert Kenntnisse der mathematischen Berechnung von Einkaufspreisen durch den Einsatz der Verteilungsrechnung, sowie der Prozentrechnung. Dadurch dass Bezugspreise u. A. aus Einkaufskosten, verteilten Lieferkosten und Abschlägen sowie Skonto errechnet werden, erfordert die Kalkulation Methoden der Verteilungs- und Prozentrechnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Didaktisches Modell: Vorstellung der theoretischen Basis der Unterrichtsplanung unter Verwendung des Hamburger Modells und verschiedener Taxonomien für Lernziele.
2. Themenspezifische institutionelle Bedingungen: Einordnung der Unterrichtseinheit in den Rahmenlehrplan und den betrieblichen Ausbildungskontext.
3. Unterrichtsziele: Detaillierte Darstellung der thematischen Struktur sowie Definition von kognitiven und affektiven Lernzielen.
4. Spezifische Ausgangslage: Analyse des Vorwissens und der Motivation der Schüler sowie deren Einstellung zu mathematischen Inhalten.
5. Erfolgskontrolle: Beschreibung der Operationalisierung von Lernzielen und der Methoden zur Selbst- und Fremdkontrolle.
6. Vermittlungsvariablen: Erläuterung der methodischen Großform (Fallstudie) und des Einsatzes von Medien im Unterricht.
Schlüsselwörter
Preisplanung, Groß- und Außenhandel, Prozentrechnung, Verteilungsrechnung, Bezugskalkulation, Währungsrechnung, Fallstudie, Lernzieloperationalisierung, Didaktisches Modell, Ausbildungsrahmenplan, Betriebswirtschaft, Kompetenzerwerb, Formative Assessment, Lernfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Umrissplanung für eine Unterrichtseinheit zur „Preisplanung“ im Rahmen der Ausbildung zum Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Verteilungsrechnung, Prozentrechnung, Bezugskalkulation sowie Währungsrechnung in nationalen und internationalen Handelsgeschäften.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Vorbereitung der Auszubildenden auf die Anforderungen im betrieblichen Alltag, insbesondere die selbständige Kalkulation von Bezugs- und Verkaufspreisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Planung stützt sich auf das „Hamburger Modell“ und integriert moderne didaktische Ansätze sowie die Fallstudienmethode zur schülerzentrierten Vermittlung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Unterrichtsstruktur, den Lernzielen (kognitiv/affektiv), der Ausgangslage der Schüler und den Vermittlungsstrategien durch Fallstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Preisplanung, Kalkulation, Ausbildung, Lernfelder, Kompetenzorientierung und mathematische Methoden.
Warum spielt die internationale Ebene eine wichtige Rolle?
Da der Groß- und Außenhandel grenzüberschreitend agiert, ist die Fähigkeit zur Umrechnung von Fremdwährungen für die Preisermittlung essenziell.
Wie werden die Lernziele operationalisiert?
Die Lernziele werden nach den Kriterien von Mager (1994) in beobachtbares Verhalten, Lernbedingungen und Bewertungsmaßstäbe unterteilt.
Welche Rolle spielt das Schulbuch in dieser Planung?
Das Schulbuch dient als zentrales Medium zur Objektivierung von Lehrfunktionen und stellt eine einheitliche Informationsgrundlage für die Schüler bereit.
- Citation du texte
- Martin Zelazny (Auteur), 2009, Umrissplanung der Unterrichtseinheit „Rechnerische Grundlagen der Preisplanung" im Lernfeld 3 des Ausbildungsberufs Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144237