Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist tiefgreifenden Regelungen unterworfen. Zu Beginn der achtziger Jahre entstand das duale Rundfunksystem, das sich seitdem ständigen Wandlungen unterziehen musste. Diskutiert werden soll die aktuelle Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, basierend auf der Rundfunkrechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, welches grundlegende und detailierte Ausführungen zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gemacht hat. Des Weiteren wird das Verfahren zur Erhebung von Rundfunkgebühren mittels der Bedarfsanmeldung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Kontrolle der Bedarfsanmeldung durch die KEF und die abschließende Gebührenfestsetzung der Länder beschrieben werden. Diesbezüglich wird ein kurzer Überblick auf das vor kurzem entschiedene Verfahren der Verfassungsbeschwerde der Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Rundfunkstaatsvertrag
- 3. Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
- 3.1 Verfahren zur Rundfunkgebühr
- 3.1.1 Die erste Stufe: Bedarfsanmeldungen der Rundfunkanstalten
- 3.1.2 Die zweite Stufe: Kontrolle der Bedarfsanmeldung durch ein Sachverständigengremium
- 3.1.3 Die dritte Stufe: Gebührenfestsetzung durch die Länder
- 4. Zusammenfassung und Fazit.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Im Fokus steht die aktuelle Ausgestaltung des Systems, wobei insbesondere die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks berücksichtigt wird. Darüber hinaus wird das Verfahren zur Erhebung von Rundfunkgebühren anhand der Bedarfsanmeldung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, der Kontrolle durch die KEF und der abschließenden Gebührenfestsetzung durch die Länder erläutert. Abschließend wird ein kurzer Überblick über das Verfahren der Verfassungsbeschwerde der Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio gegeben.
- Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Kontext des dualen Rundfunksystems
- Die Rolle des Bundesverfassungsgerichts in der Rundfunkrechtsprechung
- Das Verfahren zur Erhebung von Rundfunkgebühren
- Die Bedeutung der Bedarfsanmeldung der Rundfunkanstalten
- Die Verfassungsbeschwerde der Rundfunkanstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird die Einleitung zur Thematik der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegeben. Es wird auf die Entwicklung des dualen Rundfunksystems und die Bedeutung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hingewiesen.
Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Rundfunkstaatsvertrag, der die Grundlage für das duale Rundfunksystem in Deutschland bildet. Es wird die Entwicklung des Staatsvertrags von 1987 bis 2006 dargestellt und die wichtigsten Regelungen in Bezug auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beleuchtet.
Kapitel 3 geht auf die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein. Es wird die historische Entwicklung der Rundfunkgebühr erläutert und die verfassungsrechtliche Grundlage der Finanzierung anhand von Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG erläutert.
Im Unterkapitel 3.1 wird das Verfahren zur Rundfunkgebühr im Detail dargestellt. Es werden die drei Stufen der Bedarfsanmeldung, der Kontrolle durch die KEF und der abschließenden Gebührenfestsetzung durch die Länder beschrieben.
Schlüsselwörter
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Finanzierung, Rundfunkgebühr, Rundfunkstaatsvertrag, Bundesverfassungsgericht, KEF, Bedarfsanmeldung, Gebührenfestsetzung, duales Rundfunksystem, Verfassungsbeschwerde, ARD, ZDF, Deutschlandradio.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird die Höhe des Rundfunkbeitrags in Deutschland festgelegt?
Das Verfahren ist dreistufig: Zuerst melden die Rundfunkanstalten ihren Bedarf an. Dann prüft die KEF (Kommission zur Überprüfung und Ermittlung des Finanzbedarfs) diesen Bedarf. Schließlich setzen die Landesparlamente die Gebühr per Staatsvertrag fest.
Was ist die Aufgabe der KEF?
Die KEF ist ein unabhängiges Sachverständigengremium. Sie prüft die Bedarfsanmeldungen von ARD, ZDF und Deutschlandradio auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, um die Beitragszahler vor unangemessenen Erhöhungen zu schützen.
Was besagt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rundfunkfinanzierung?
Das Gericht betont die staatliche Verpflichtung, die Funktionsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finanziell zu garantieren, um dessen Unabhängigkeit und Vielfalt im dualen System zu sichern.
Warum klagten ARD und ZDF vor dem Bundesverfassungsgericht?
Die Rundfunkanstalten legten Verfassungsbeschwerde ein, weil einige Bundesländer die von der KEF empfohlene Beitragsanpassung blockierten, was die Anstalten als Eingriff in die Rundfunkfreiheit und Verletzung der Finanzierungsgarantie sahen.
Was ist das „duale Rundfunksystem“?
Es bezeichnet das Nebeneinander von öffentlich-rechtlichem Rundfunk (finanziert durch Beiträge) und privatem Rundfunk (finanziert durch Werbung), das seit den 1980er Jahren in Deutschland besteht.
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- Benedikt Breitenbach (Author), 2007, Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143576