Der Preußenkönig Friedrich II. oder „Friedrich der Große“, wie er auch häufig genannt wird, ist wohl eine der schillerndsten und populärsten Persönlichkeiten in der Geschichte Preußens und wenn man es weiter fassen will, sogar in der Geschichte Deutschlands.
Fast jedem ist der „Alte Fritz“ ein Begriff, fast jeder hat schon einmal eine Anekdote über ihn gehört, er ist beinahe das personifizierte Preußen, sein Schloss Sanssouci in Potsdam gehört zu den einzigartigen Sehenswürdig-keiten der Stadt. So wie man eben dieses Schloss mit Friedrich II. verbindet, so wird er selbst oft genug in einem Atemzug mit der Epoche der Aufklärung und dem Begriff des Aufgeklärten Absolutismus genannt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 FRIEDRICH II.
2.1 KRONPRINZ FRIEDRICH
2.2 KÖNIG FRIEDRICH II.
2.3 FRIEDRICH II. ALS PHILOSOPH UND KÜNSTLER
3 DER BEGRIFF DES AUFGEKLÄRTEN ABSOLUTISMUS
3.1 ABSOLUTISMUS
3.2 AUFKLÄRUNG
3.3 AUFGEKLÄRTER ABSOLUTISMUS
3.4 DER AUFGEKLÄRTE ABSOLUTISMUS IM PREUßEN FRIEDRICHS II.
3.4.1 Friedrich II. und die Aufklärung
3.4.2 Die Rechtsauffassung Friedrichs II.
3.4.3 Friedrich II. und die Religionsfreiheit
4 DIE STAATSAUFFASSUNG FRIEDRICHS II.
4.1 DIE VERTRAGSTHEORIE
4.2 FRIEDRICHS II. SELBSTVERSTÄNDNIS ALS KÖNIG
4.3 FRIEDRICHS II. VERSTÄNDNIS DER BÜRGERPFLICHTEN
5 BEWERTUNG DER STAATSAUFFASSUNG FRIEDRICHS II. UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES EINFLUSSES DES AUFGEKLÄRTEN ABSOLUTISMUS AUF SEINE STAATSAUFFASSUNG UND SEIN HANDELN
6 ZUSAMMENFASSUNG/SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Staatsverständnis von Friedrich II. unter besonderer Berücksichtigung seines Selbstbildnisses als „erster Diener des Staates“ und der Anwendung der Vertragstheorie. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwieweit Friedrich II. als Vertreter des aufgeklärten Absolutismus gelten kann und wie er den vermeintlichen Widerspruch zwischen der Ideologie der Aufklärung und seiner realpolitischen Herrschaftspraxis auflöste.
- Analyse der Kindheit und Jugend als prägende Faktoren für die Herrschaftsauffassung.
- Untersuchung der Rezeption und Anwendung der Vertragstheorie im preußischen Staatswesen.
- Bewertung des Einflusses von Philosophie und Literatur auf das Regierungshandeln.
- Kritische Reflexion der Justizreformen und des Verhältnisses zu den Untertanen.
- Einordnung des preußischen Absolutismus im europäischen Vergleich.
Auszug aus dem Buch
3.1 Absolutismus
Obwohl der Begriff „Absolutismus“ ein viel gebrauchter ist, gibt es kaum einen anderen historischen Begriff, dessen Definition so sehr unterschiedlichen Interpretationen unterliegt. Zum einen bezeichnet er eine Epoche in der europäischen Geschichte, zum anderen ein politisches System, das, in vielen europäischen Ländern vorkommend, dieser Epoche ihren Namen gab.
Merkmal dieses politischen Systems war, dass ein König in seinem Land, im Laufe der Zeit - diese Entwicklung hatte im Mittelalter begonnen und sich langsam entwickelt - alle Macht in seinen Händen vereinigte und andere, bis dahin traditionell an der Machtausübung beteiligte Gruppierungen, von dieser ausschloss.
Ein Herrscher in solch einem absolutistischen Staat unterstand keiner anderen Autorität außer Gott. Dennoch regierte ein absoluter Monarch nicht zwingend allein, das Delegieren der Regierungsgeschäfte an einen Untergebenen war durchaus üblich. Das eigentliche absolutistische Element ist, dass der Herrscher die Vertretungen der Stände eben nicht mehr einberuft und so sein Wort allein aussagekräftig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation sowie der Fragestellung zur Einordnung Friedrichs II. als aufgeklärter Absolutist.
2 FRIEDRICH II.: Biografischer Überblick mit Fokus auf die Jugend, den Konflikt mit dem Vater und die Rolle als Schriftsteller und Philosoph.
3 DER BEGRIFF DES AUFGEKLÄRTEN ABSOLUTISMUS: Definition der Epochenbegriffe und Analyse der ideengeschichtlichen Grundlagen des aufgeklärten Absolutismus in Preußen.
4 DIE STAATSAUFFASSUNG FRIEDRICHS II.: Analyse der Vertragstheorie und des Selbstverständnisses als „erster Diener des Staates“ sowie der Pflichten der Bürger.
5 BEWERTUNG DER STAATSAUFFASSUNG FRIEDRICHS II. UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES EINFLUSSES DES AUFGEKLÄRTEN ABSOLUTISMUS AUF SEINE STAATSAUFFASSUNG UND SEIN HANDELN: Kritische Synthese der gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Ambivalenz zwischen Aufklärung und Machtpolitik.
6 ZUSAMMENFASSUNG/SCHLUSS: Abschließende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Bedeutung der preußischen Staatsauffassung.
Schlüsselwörter
Friedrich II., Aufgeklärter Absolutismus, Vertragstheorie, Preußen, Aufklärung, Staatsauffassung, Herrscherpflichten, Rechtswesen, Religionstoleranz, Machtpolitik, Reformabsolutismus, Immanuel Kant, Antimachiavell, Souveränität, Bürgerpflichten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Staatsverständnis Friedrichs II. und prüft, inwiefern er den Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus entsprach.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Vertragstheorie, dem Selbstbild des Königs, der Justizreform, der Religionspolitik und dem Konflikt zwischen philosophischem Idealismus und realpolitischer Notwendigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob und wie Friedrich II. die Ideen der Aufklärung auf sein Handeln als absolutistischer Herrscher übertragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine historische Analyse von Primärquellen (Testamente, eigene Schriften) und Fachliteratur, um das Herrschaftsmodell zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, eine biografische Kontextualisierung und eine detaillierte Untersuchung der staatsrechtlichen und sozialen Grundsätze des preußischen Staates.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Friedrich II., aufgeklärter Absolutismus, Vertragstheorie, Preußen und Rechtsstaatlichkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Antimachiavell"?
Das Werk wird als ein bedeutender Ausdruck aufgeklärten Denkens gewertet, der jedoch im direkten Konflikt mit der realpolitischen Praxis des Königs stand.
Welche Bedeutung hatte die "Müller-Arnold-Affäre" für die Justiz?
Sie wird als Auslöser für eine weitreichende Justizreform identifiziert, die letztlich in das Allgemeine Landrecht mündete.
Warum war der Begriff "Reformabsolutismus" laut Autor treffender?
Der Autor argumentiert, dass der Begriff des aufgeklärten Absolutismus zu weitreichend ist, da die tatsächlichen Reformen oft hinter dem theoretischen Anspruch zurückblieben.
Wie sah Friedrich II. das Verhältnis zwischen König und Volk?
Er sah sich als „erster Diener des Staates“, dessen Legitimation aus einem vertraglichen Verhältnis stammt, in dem er für Ordnung und das Wohl des Staates zu sorgen hatte.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Brüninghaus (Autor:in), 2007, Vertraglicher Dienst? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140013