Mit der vorliegenden Arbeit wird beispielhaft an Kleists "Der zerbrochne Krug" diskutiert, ob sich sexualisierte Gewalt (noch) als thematisches Element für ein Lustspiel eignet. Berufsperspektivisch wird das Ziel verfolgt, integrierende Möglichkeiten zu erarbeiten, dieses bedeutende Stück klassischer Literatur als Lehrer:in im Deutschunterricht an den weiterführenden Schulen behandeln zu können, ohne sexualisierte Gewalt gleichzeitig zu relativieren oder zu verherrlichen.
Zur Beantwortung der Fragestellung erfolgt im ersten Kapitel zunächst die gattungsspezifische Zuordnung des "Zerbrochenen Krugs" zur Komödie. Kapitel 2 führt in die Kampagne "#MeToo" ein und untersucht die machtstrukturellen Bedingungen für den vermeintlichen sexuellen Übergriff auf Eve durch Adam. Das dritte Kapitel widmet sich der Witztheorie Freuds im Kontext des "Zerbrochnen Krugs". Kapitel 4 umfasst eine Diskussion der zeitgenössischen Verortung der Gattungsfrage, bevor die Arbeit mit dem Fazit im fünften Kapitel beschlossen wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Gattung des Lustspiels am Beispiel des Zerbrochnen Krugs
- Fiktion vs. Realität - sexuelle Gewalt im Lustspiel und als gesellschaftliches Phänomen
- Verortung vor dem Hintergrund von Freuds Witztheorie
- Diskussion oder: Verlangt jeder Witz sein eigenes Publikum?
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, ob sexualisierte Gewalt in Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ im Kontext der #MeToo-Bewegung noch als komödiantisches Element funktioniert. Dabei wird insbesondere der Aspekt der Gattungszuordnung des Stücks zum Lustspiel in Bezug auf Sigmund Freuds Witztheorie analysiert. Die Arbeit verfolgt das Ziel, integrative Möglichkeiten für die Behandlung dieses wichtigen literarischen Werks im Deutschunterricht zu erarbeiten, ohne sexualisierte Gewalt zu relativieren oder zu verherrlichen.
- Gattungszuordnung von „Der zerbrochene Krug“ zum Lustspiel
- Sexualisierte Gewalt im Kontext der #MeToo-Bewegung
- Freuds Witztheorie und ihre Relevanz für die Analyse des Stücks
- Diskussion der zeitgenössischen Verortung der Gattungsfrage
- Integrative Möglichkeiten für den Deutschunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel untersucht die Gattungszuordnung des „Zerbrochnen Krugs“ zur Komödie, indem es die typischen Merkmale des Lustspiels anhand des Stücks beleuchtet. Im zweiten Kapitel wird die #MeToo-Bewegung als Hintergrund für die Analyse des Stücks eingeführt und die machtstrukturellen Bedingungen für den vermeintlichen sexuellen Übergriff auf Eve durch Adam untersucht. Kapitel drei widmet sich Freuds Witztheorie im Kontext des „Zerbrochnen Krugs“, um die Beziehung zwischen Witz und Unbewussten sowie die Rolle von Trieb und Sexualität in der Theorie zu beleuchten. In Kapitel vier wird die zeitgenössische Verortung der Gattungsfrage diskutiert.
Schlüsselwörter
Kleist, Der zerbrochene Krug, Lustspiel, Komödie, #MeToo, Sexualisierte Gewalt, Freuds Witztheorie, Unbewusstes, Trieb, Sexualität, Gattungszuordnung, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Kann sexualisierte Gewalt heute noch Gegenstand einer Komödie sein?
Die Arbeit diskutiert diese Frage kritisch am Beispiel von Kleists "Der zerbrochne Krug" im Kontext der modernen #MeToo-Debatte.
Welche Rolle spielt Sigmund Freuds Witztheorie in der Analyse?
Die Witztheorie dient dazu, die Beziehung zwischen Humor, dem Unbewussten und gesellschaftlichen Tabus wie Sexualität im Stück zu untersuchen.
Wie wird die Figur des Dorfrichters Adam unter #MeToo-Aspekten bewertet?
Es werden die machtstrukturellen Bedingungen analysiert, die den sexuellen Übergriff Adams auf Eve erst ermöglichen und im Stück komödiantisch verarbeitet werden.
Ist "Der zerbrochne Krug" eindeutig als Lustspiel einzuordnen?
Gattungsspezifisch wird das Werk als Lustspiel/Komödie geführt, doch die Arbeit hinterfragt die zeitgenössische Angemessenheit dieser Einordnung.
Wie kann das Stück im Deutschunterricht behandelt werden?
Das Ziel der Arbeit ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, das Werk zu lehren, ohne sexualisierte Gewalt zu relativieren oder zu verherrlichen.
Was ist das Fazit zur moralischen Vertretbarkeit des Witzes?
Die Diskussion dreht sich darum, ob jeder Witz "sein eigenes Publikum" verlangt und wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Übergriffen gewandelt hat.
- Citation du texte
- Kirsten Garbade (Auteur), 2018, Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug" im Schatten von #MeToo. Kann sexualisierte Gewalt (noch) Gegenstand von Komödie sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1387354