Diese Arbeit versucht sich an verschiedenen moralischen Bewertungen von Folter und schließlich die Frage zu klären, weshalb uns Menschen dieses Thema dann doch so umtreibt.
Folter ist ein Mittel, das schlichtweg abscheulich, unmenschlich, böse und unmoralisch ist, sodass sie unter allen Umständen abgelehnt werden muss. Eine solche Sichtweise scheint grundsätzlich gut mit unserer Alltagsmoral vereinbar zu sein. Die wenigsten wollen gerne in einem Staat leben, in dem Folter ein legitimes Mittel zur Erreichung verschiedener Ziele darstellt. So ist es wenig überraschend, dass Folter wie kaum eine andere Praktik in internationalen Gesetzen, aber auch durch verschiedene Menschenrechtskonventionen verboten wird. Trotzdem zeigt eine Umfrage von 2006, dass sich 21 Prozent der Deutschen dafür ausspricht, dass Folter bis zu einem gewissen Grad erlaubt sein sollte, ein nicht zu vernachlässigender Prozentsatz. Es stellt sich also durchaus die Frage, wie dieses Thema, das auf den ersten Blick so klar scheint, dann doch so umstritten sein kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Debatte über die Rechtfertigung und moralische Bewertung von Folter
- Definition
- Rechtfertigung von Folter
- Eine utilitaristische Perspektive
- Hoffnung, Intuition und Alltagsmoral
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Frage, ob Folter unter bestimmten Umständen gerechtfertigt sein kann. Sie analysiert die Argumente derer, die Folter bis zu einem gewissen Grad für vertretbar halten und entwickelt eine utilitaristische Sichtweise auf diese Thematik. Ziel der Arbeit ist es, zu zeigen, dass Folter sowohl aus deontologischer als auch aus konsequentialistischer Sicht moralisch nicht vertretbar ist.
- Definition und Abgrenzung von Folter
- Utilitaristische Argumentation für und gegen Folter
- Die Rolle von Intuition und Alltagsmoral in der Debatte um Folter
- Die Grenzen von Recht und Moral im Umgang mit Folter
- Die Bedeutung von Menschenrechten und internationalen Konventionen im Kontext der Folterdebatte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Folter ein und stellt die Relevanz der Debatte dar. Kapitel 2 widmet sich der Definition von Folter und der Diskussion verschiedener Argumente für und gegen deren Rechtfertigung. Kapitel 3 untersucht die Frage, warum die Thematik der Folter trotz ihrer vermeintlichen Unzulässigkeit in der Gesellschaft immer wieder für Kontroversen sorgt.
Schlüsselwörter
Folter, Rechtfertigung, Moral, Deontologie, Utilitarismus, Menschenrechte, Internationale Konventionen, Intuition, Alltagsmoral, Recht, Kontroversen.
Häufig gestellte Fragen
Kann Folter moralisch jemals gerechtfertigt sein?
Die Arbeit analysiert diese Frage kritisch und kommt zu dem Schluss, dass Folter sowohl aus deontologischer als auch aus konsequentialistischer Sicht moralisch nicht vertretbar ist.
Was besagt die utilitaristische Perspektive zur Folter?
Ein Utilitarist könnte argumentieren, dass das Leid eines Einzelnen gerechtfertigt ist, um das Leben vieler zu retten (z.B. Ticking-Bomb-Szenario), doch die Arbeit zeigt die Grenzen dieser Logik auf.
Warum befürworten laut Umfragen dennoch einige Menschen Folter?
Oft spielen Intuition, Angst und eine verzerrte Alltagsmoral eine Rolle, die in Extremsituationen die universellen Menschenrechte in den Hintergrund rücken lassen.
Wie ist Folter rechtlich auf internationaler Ebene geregelt?
Folter ist durch verschiedene Menschenrechtskonventionen und internationale Gesetze strikt und ohne Ausnahme verboten.
Was ist der Unterschied zwischen Deontologie und Utilitarismus in dieser Debatte?
Die Deontologie lehnt Folter als an sich „böse“ ab, während der Utilitarismus die Handlung nach ihren Folgen (Nutzen vs. Schaden) bewertet.
Was versteht man unter dem „Ticking-Bomb-Szenario“?
Ein Gedankenexperiment, bei dem eine Bombe bald explodiert und nur durch Folter eines Wissenden der Ort ermittelt werden kann – ein häufiges Argument in Rechtfertigungsdebatten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Eine moralische Bewertung von Folter. Rechtfertigung von Folter, utilitaristische Perspektive sowie Hoffnung, Intuition und Alltagsmoral, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1373083